Mittwoch, 18. november 2009
3
18
/11
/2009
17:30
Den unten abgedruckten Beitrag habe ich gestern in einem medizinischen Fachforum gelesen und als sehr beunruhigend gefunden, denn er offenbart eine für die gesundheitliche Zukunft der Bevölkerung
bedenkliche Richtung unseres medizinischen Wissenschaftsbetriebs. Die Erkenntnis, dass Fieber zu den natürlichen Abwehrmaßnahmen des Organismus bei Infektionen gehört, ist überhaupt nichts neues,
sondern schon sehr lange bekannt. Auch der Zusammenhang mit der Ausschüttung von Zytokinen. Die Erscheinung von Fieber und Schüttelfrost ist auch kein für die "Neue Grippe" bzw. Schweinegrippe wie
sie noch im allgemeinen Sprachgebrauch genannt wird, Typisches Symptom, sondern eine allgemeine Erscheinung nicht nur bei allen Formen der Grippe, sondern auch bei anderen Infektionen und dass dies
auch der Fall bei Schweinegrippe ist, findet niemand neu und geheimnisvoll. Dass Forscher den genauen Biochemischen Mechanismus herausfinden, der die Vorgänge näher beleuchtet, der bei der
Fiebererzeugung stattfindet, finde ich sehr lobenswert und kann nur begrüßt werden, als Erkenntniserweiterung. Als sehr bedenklich finde ich es aber, wenn man dann die Logik umkehrt und nach der
Feststellung der Tatsache, dass Fieber eine Abwehrreaktion und nicht Ursache der Erkrankung ist, plötzlich den "Zytokin Sturm" zum Sündenbock für die schwere der Erkrankung macht und Medikamente
zur Unterdrückung der Entzündungsbotenstoffe entwickeln will. Dass wäre so, als würde die Feuerwehr nicht mehr den Brand löschen, sondern den Feuermelder abschalten. Aber leider ist diese Idee auch
nicht so neu, sondern sogar schulmedizinisch oft der Fall, dass man wichtige Mechanismen der Immunabwehr unterdrückt, statt an den Ursachen der Krankheit anzusetzen. Mir ist durchaus bewusst, dass
die Abwehrreaktionen des Organismus und auch Fieber in seltenen Fällen überschießen können und man dann in einigen Fällen auch die Fiebertemperatur durch entsprechende Medikamente reduzieren muss.
Auch bin ich kein Gegner der Schulmedizin und wir können froh sein, dass Sie für die entsprechenden Notfälle Medikamente wie Antibiotika usw. entwickelt hat, Sorge macht mir aber dieses
Kriegsvokabular, dass suggeriert man Müsse gefährliche Feinde wie "Zytokin Stürme" oder Fieber vernichten. All zu oft bekomme ich mit, wie Patienten Angst vor hohem Fieber haben und Ärzte sogar
Kindern sofort drastische Medikamente verabreichen bei 38° Körpertemperatur. Damit wird die Angst vor Fieber noch geschürt, denn was ist "hohes Fieber". Tatsache ist, dass Temperaturen von 40° C
bei Kindern nichts Außergewöhnliches sind und gut verkraftet werden. Auch bei dem unten zitierten Artikel wird nirgends angegeben, wie hoch denn das "hohe Fieber" ist. Verglichen mit bakteriellen
Infektionen ist zum Beispiel die Fieberreaktion bei Virusinfektionen eher gering. Ein Auftreten von hohem Fieber bei Grippe in der Regel eher ein Zeichen, dass zur Virusinfektion, sich noch eine
bakterielle Infektion gesellt hat, wegen der Schwächung des Immunsystems. Deshalb gibt man dann auch Antibiotika, die Null Wirkung auf Viren haben, aber Bakterien töten können. Was mir Sorgen dabei
macht ist die Vorstellung, dass bei dieser Denkungsart noch mehr Zerstörung des Immunsystems zu erwarten ist, als ohnehin schon besteht. Der aus Panikmache (oder Geschäftsinteressen) übertriebene
und bedenkenlose Einsatz von Antibiotika, hat ja schon zu vielen resistenten Bakterien mit vielen Todesfällen geführt. Der Zusammenhang der Unterdrückung von Fieberreaktionen mit der Entstehung von
schweren chronischen Krankheiten gilt in der Naturheilkunde als gewiss und kann in der therapeutischen Praxis auch nachvollzogen werden. Gerade auch im Zusammenhang mit der Krebserkrankung ist
bekannt, dass die Lebensgeschichte von Betroffenen seit vielen Jahren vor der Feststellung der Diagnose typischerweise keine Fieberreaktionen aufweisen. Eine inzwischen auch von der Schulmedizin
anerkannte Begleittherapie bei Krebs, ist daher die Misteltherapie, die ja gerade darauf beruht, die Körpertemperatur und Wärmereaktion des Organismus wieder zu beleben. Die als wirksam
identifizierten Inhaltsstoffe der Mistel sind interessanterweise Leukine.
Siehe auch:
Die Wärmebildung und Ihre Wirkung auf das Immunsystem
Der Artikel-Quelle: TU München, 17.11.2009
Erhellende Erkenntnisse zu Grippe und Fieber
Ein Kennzeichen der "Neuen Grippe" ist plötzlich auftretendes starkes Fieber. Bislang verstand man nicht genau, wie diese Reaktion zustande kommt. Forscher haben einen neuen Signalweg
identifiziert, über den bestimmte Viren Fieber auslösen können. Viren sind mikroskopisch kleine Schmarotzer: Sie schleusen ihr Erbgut in die Zellen ihres Opfers ein, um diese so
"umzuprogrammieren". Die infizierten Zellen produzieren dann nicht mehr das, was sie selbst zum Leben brauchen, sondern bauen stattdessen jede Menge neue Viren. Diese feindliche Übernahme bleibt
zum Glück meist nicht unbemerkt. Dafür sorgen zelleigene Sensoren, die fremdes genetisches Material erkennen. Einer davon ist das so genannte RIG-I. Wenn RIG-I auf Viren-Erbgut stößt, sorgt es
dafür, dass der Körper Interferon ausschüttet. Das Interferon versetzt seinerseits Killerzellen in Kampfbereitschaft, die die befallenen Zellen vernichten. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
"Unseren Ergebnissen zufolge spielt RIG-I wohl eine viel zentralere Rolle bei der Virenabwehr als bislang gedacht", erklärt Privatdozent Dr. Jürgen Ruland vom Klinikum rechts der Isar der
Technischen Universität München. So gehen viele Virusinfektionen mit hohem Fieber einher - so etwa auch die Grippe. Die Interferon-Ausschüttung allein kann dieses Symptom nicht erklären. Auslöser
von Fieber sind meist Entzündungsbotenstoffe, so genannte Zytokine. "Wir konnten nun erstmals zeigen, dass RIG-I im Falle einer Virusinfektion auch die Produktion eines zentralen Zytokins
ankurbelt", erklärt Dr. Hendrik Poeck, der sich zusammen mit seinen Kollegen Dr. Michael Bscheider und Dr. Olaf Groß die Erstautorenschaft der Studie teilt. Die Rede ist vom Interleukin 1, dem wohl
wichtigsten Entzündungsbotenstoff, den man heute kennt. Sorgen Zytokine für schwerere Krankheitsverläufe? Drucken Weiterempfehlen Bookmarken * del.icio.us * Digg * newsvine * Reddit * Mr. Wong Ihre
eMail-Adresse eMail Empfänger Nachricht (optional) go Wenn RIG-I mit Viren-Erbgut in Kontakt kommt, bewirkt es zweierlei: Zum einen sorgt es dafür, dass bestimmte Immunzellen massenhaft
Pro-Interleukin produzieren - das ist der Vorläufer von Interleukin 1. Gleichzeitig aktiviert es über einen komplizierten Signalweg ein Enzym, das Pro-Interleukin in Interleukin 1 umwandelt.
"Dieses Interleukin 1 sorgt dann für die typischen Symptome einer Virusinfektion wie Fieber oder Schüttelfrost", erläutert Professor Dr. Veit Hornung vom Universitätsklinikum Bonn Noch wissen die
Forscher nicht, wie wichtig dieser neu entdeckte Immunmechanismus für die erfolgreiche Abwehr des Virus ist. Eventuell hat die Interleukin-Ausschüttung mitunter sogar negative Folgen: "Es gibt die
Hypothese, dass eine Überproduktion von Zytokinen zu extrem schweren Verläufen von Viruserkrankungen führen kann", sagt Professor Dr. Gunther Hartmann. Möglicherweise können daher Medikamente, die
einen solchen "Zytokin-Sturm" verhindern, den Krankheitsverlauf mildern. Originalpublikation: Recognition of RNA virus by RIG-I results in activation of CARD9 and inflammasome signaling for
interleukin 1beta production. Hendrik Poeck, Michael Bscheider, Olaf Gross, Katrin Finger, Susanne Roth, Manuele Rebsamen, Nicole Hannesschläger, Martin Schlee, Simon Rothenfusser, Winfried
Barchet, Hiroki Kato, Shizuo Akira, Satoshi Inoue, Stefan Endres, Christian Peschel, Gunther Hartmann, Veit Hornung & Jürgen Ruland. Nature Immunology, doi: 10.1038/ni.1824
Neueste Kommentare