Montag, 28. september 2009 1 28 /09 /2009 19:08

Bericht eines Sektenaussteigers

 

Seit 1993 war ich eng mit dem von den Amtskirchen als gefährliche Sekte definiertem Yogaimpuls von Heinz Grill verknüpft und gehörte zeitweise auch zum engeren Kreis um Hern Grill. Dieser Yoga ist auch unter dem Nanen „Yoga aus der Reinheit der Seele“ oder „Neuer Yogawille“ bekannt.

Aufgrund persönlicher Erfahrungen, die mich an den finanziellen Ruin, gescheiterter Beziehung und zum Verlust des sozialen Beziehungsnetzwerks geführt haben, bin ich ausgestiegen und möchte hier einige meiner persönlichen Erfahrungen und sachliche Kritik zur Warnung veröffentkichen. Die Amtskirchen haben es bisher leider Versäumt mit den geeigneten Mitteln den Gefahren dieses

 

* körperfeindlichen

* familienfeindlichen

*gruppenfeindlichen

 

Yogaimpulses zu begegnen. Leider haben sie durch unhaltbare, falsche Vorwürfe nur zu einem vermehrten Zulauf und Wachstum des Impulses beigetragen.

 

Ich möchte daher trotz meines Ärgers möglichst sachliche und wirklichkeitsgetreue Punkte anführen.

 

Der Yoga ist hier im Westen inzwischen vor allem wegen seiner Gesundheitsfördernden, energiespendenden und entspannenden Wirkung sehr gut aufgenommen worden. Bekannt ist vor allem der Hatha-Yoga mit seinen Körperübungen. Mit den verschiedenen Yogarichtungen soll vor allem die Persönlchkeit, Vitalität und Gesundheit gefördert werden und daneben auch ein spirtuelles Wachstum angeregt werden.

 

Hier ein Textausszug von einer der großen Yogaschulen in Deutschland, der Vidya Yogaseite im Internet:
Die verschiedenen Yoga Arten (Yoga Wege)

Die meisten heutigen Yoga-Meister empfehlen den ganzheitlichen Yoga, eine Kombination der verschiedenen Yoga-Wege: Hatha Yoga enwickelt den physischen Körper, Kundalini Yoga den Energiekörper, Bhakti Yoga den Gefühlskörper, Raja Yoga die Psyche, Jnana Yoga Intellekt und Intuition, Karma Yoga hilft, alles ins tägliche Leben zu integrieren. So ist Yoga ein wahrhaft ganzheitliches, umfassendes System. Jeder kann dabei herausfinden, was für sie/ihn am hilfreichsten ist.

Hatha Yoga - die Yoga Übungen einer typischen Yoga-Stunde

Hatha Yoga ist für die meisten Menschen der Einstieg ins Yoga. Deshalb werden wir im folgenden auf die 3 Bestandteile einer typischen Yoga-Stunde, Asanas (Yoga-Stellungen), Pranayama (Atemübungen) und Tiefenentspannung, eingehen.
 

Asanas - Yoga-Stellungen

Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung eine Zeit lang gehalten wird. Einige der Abbildungen in diesem Artikel geben einen kleinen Eindruck. Asanas entwickeln auf sanfte Art Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewußtsein. Interessant ist, wie schnell man durch Yoga mit nur wenig Anstrengung Fortschritte machen kann. Ein gleichmäßig flexibler Körper mit harmonisch entwickelter Muskelkraft ist auch die Voraussetzung für Gesundheit und Grazie. Durch das ruhige Halten der Stellungen werden blockierte Lebensenergie (Prana) wieder zum Fließen gebracht, innere Heilkräfte aktiviert und die inneren Organe besser durchblutet. Yoga Asanas sind eine ausgezeichnete Vorbeugung gegen jede Art von Krankheit, und können andere Therapien in ihrer Wirksamkeit sehr unterstützen und erhöhen.
Mehr zu den einzelnen Asanas erfährst du hier.

Pranayama - Atemübungen

Der Mensch atmet durchschnittlich täglich etwa 25920 Mal. über den Atem nehmen wir den wichtigen Sauerstoff, aber auch Prana, Lebensenergie, auf. Durch Streß, Verspannungen, falsche Körperhaltung und schlechte Angewohnheiten atmen die meisten Menschen zu flach. Sie geben so ihrem System zu wenig Sauerstoff und klagen über schnelle Ermüdung. Yoga hilft, wieder zu einer natürlichen Atmung zurückzukehren. Mit speziellen Atemübungen kann die Lebensenergie jederzeit wieder aufgebaut werden. über Atemtechniken kann man auch Lampenfieber, unberechtigte Ängste, Depression und Reizbarkeit überwinden. Wer regelmäßig Atemübungen macht, braucht sich über Müdigkeit nicht mehr zu beklagen.

Tiefenentspannung 

Am Ende jeder Yogastunde gibt es eine Tiefenentspannung, die etwa 10-15 Minuten dauert. Dabei liegt man auf dem Rücken und entspannt systematisch alle Teile des Körpers und schließlich auch den Geist. Gerade die Entspannung ist für den modernen Menschen besonders wichtig. In der Entspannung werden Streßhormone abgebaut, das Immunsystem gestärkt, Heilprozesse gefördert, geistige Stärke und Ruhe wiederhergestellt.

Wie man sieht steht im Vordergrund der Körper und die Gesundheit.

Anders ist es im „Neuen Yogawillen“ von Heinz Grill, der auch mit Yoga aus der Reinheit der Seele genannt wird. In diesem Yogaimpuls nimmt der Körper eine untergeordnete Stellung ein. Die Übungen sind so aufgebaut, dass der Körper zurückweicht und die Asana (Körperstellung) zum Ausdruck eines „Imaginativen Gedankens“ (Imagination: körperfreies Denken, dass einer geistigen Wahrheit entspricht) wird. Die Ausführung setzt nicht am Körper oder einem intensiven Körpertraining an, sondern mit gedanklicher Vorstellung. So schaut sich zum Beispiel der Übende zunächst die Stellung aufmerksam an, studiert die von Heinz Grill gegebenen Gedanken zu der Übung und hält dann einen zu der Übung passenden Gedanken während der Ausführung aufrecht, ohne sich von der eigenen körperlichen Kapazität oder Körpergefühlen leiten zu lassen.

Auszug aus Seelendimension des Yoga (Heinz Grill) zum Schulterstand: Es sind lebendige Ätherkräfte, die nicht durch unmittelbaren, vitalen Willenseinsatz das Aufrichten erzielen, es sind Kräfte, die sich aus der Entspannung und Innerlichkeit in die Dynamik verströmen. Wie eine Getreideähre, makelos im wiegenden Stengel, mühelos im goldenen Schimmer des Sonnenlichtes, erhebt sich der Körper umgekehrt in den Raum, einen erfüllteren Raum, den der Übende, wenn er genau auf die Empfindungen horcht, wie einen bläulichen atmosphärischen Glanz erlebt.

Diese Übungsweise erfordert eine große gedankliche Disziplin, denn es ist nicht einfach, die Konzentration über die eigenen Körpergefühle hinaus zu heben. Vergleicht man die Wirkung der konventionellen Übungsweise, mit derjenigen von Heinz Grill gegebenen, so führt die erstere sehr schnell zu einem vitalen Aufbau, man fühlt sich körperlich fit und vital. Nach der Übungsweise des „Neuen Yogawillen“, stellt sich nicht dieses Gefühl des vitalen Aufgeladen seins ein, sondern eine feine Empfindung von Erfrischung und Freude, die mehr seelische, innerliche Qualtät hat und nicht als Körpergefühl zu beschreiben ist. Diese Übungsweise habe ich sehr schätzen gelernt und es ist phaszinierend wie man auch in der Beweglichkeit des Körpers große Fortschritte macht. Schaut man einmal Bilder von Heinz Grill in vortgeschrittenen, schwierigen Asanastellungen an, im Vergkeich mit anderen Yoga- Kapazitäten, so wird deutlich, dass letztere durch hartes Körpertraining dorthin gelangt sind, während bei Heinz Grill der Eindruck von Körper- und Schwerelosigkeit entsteht.

Dieses Prinzip der Loslösung von Körper und Materie bezieht sich aber nicht nur auf die Yogaübungsweise, sondern soll beim Geistesschüler mit der Zeit alle Lebensgebiete wie Ernährung, Partnerschaft, Kommunikation und soziale Gemeinschaft erstrecken. In der Ernährung zum Beispiel spielt die Zusammensetzung wie Vitamingehalt usw. eine untergeordnete Rolle unter der Beziehungsaufnahme zur Nahrung, der gedanklichen und empfindungsmäßigen Auseinandersetzung. Der Genuss soll zur sogenannten Sinnesfreude erhoben werden. Sinnesfreude bedeutet zum Beispiel, man schwelgt nicht in der süße des Honigs, sondern empfindet aufmerksam den Geschmack des Honigs und stellt sich die Frage, wirkt der Honig ehr konzentrierend oder entspannend auf die Gedankenkraft und macht sich auch Vorstellungen darüber, woher kommt der Honig usw. Auch bei der Zubereitung der Speisen geht man von Gedanken und Vorstellungen aus wie: Soll das Gericht ehr Wärme oder Lichtqualtät tragen? Ehr entspannend oder anregend wirken usw.?

Alles in allem, habe ich in der Zeit des näheren Kontaktes mit Heinz Grill und dem Yogaimpuls sehr vieles lernen können und erlebt, wie schon nach einigen Tagen des Aufenthaltes in der Nähe von Herr Grill, die Besucher eine helle und angenehme Ausstrahlung bekamen. Frauen die er gelegentlich auf Kletterturen oder Spaziergängen mitnahm, wurden immer schöner, femininer und schlanker. Auch meine damalige Frau gehöhrte zu denjenigen, die ihn gelegentlich begleiten konnte. Zunächst war dies für unsere Beziehung sehr Aufbauend, da Sie schöner und einfühlsamer wurde. Immer häufiger kam es jedoch dazu, dass sich einige der Frauen in Herrn Grill verliebten oder auch sexuelle Ambitionen entwickelten. Es entstanden Eifersüchteleien und Intrigen Untereinander. Herr Grill selbst lehnte alle sexuelle oder erotische Ambitionen ab und so manche Frau geriet in Konflikte und brach die Kontakte ab. Damit will ich nicht ausdrücken, dass Herr Grill diesen Ambitionen hätte nachgeben sollen, sondern, dass die geforderte Keuschheit weltfremd und für die Frauen eine Überforderung darstellte. Jedenfalls zeigt es, dass Sie Ihre „niederen Neigungen“ trotz Schulung nicht überwinden konnten.

In seinem Werk wird mehrmals ausgedrückt, dass Sexualität nicht mit Geistschulung vereinbar ist. Sexualität führt zu Bindung und symbiotischer Anhaftung und ist das Gegenteil von Befreiung (Moksha) und Verhaftungslosigkeit, Tugenden die auch im klassischen Yoga gefordert werden.

Anders jedoch als im klassischen Yogapfad, der die Befreiung durch strenge Askese lehrt, geht Herr Grill davon aus, dass die Veredlung der sinnlichen Lust durch die Ausbildung der rechten Sinnesfreude zeitgemäß ist. Er versteht es jedoch nicht als eine langsame Entwicklung, ausgehend von den Gegebenheiten, sondern als einer völligen Neugeburt im Geiste. Die persönlichen Umstände bleiben unberücksichtigt und man setzt unmittelbar mit den Gedanken und Vorstellungen im Ideal an.

Meines Erachtens ist Sexualität eine natürliche Regung und die strikte Ablehnung Körperfeindlich. So wie es ohne Zweifel sehr zerstörerisch wirkt, wenn jemand unkontrolliert die sexuellen Triebe auslebt, so ist die erzwungene Enthaltsamkeit erfahrungsgemäß genauso zerstörerisch. Nun muß der Wahrheit halber gesagt werden, dass der Schulungsweg des „Neuen Yogawillen“ keine absolute Askese propagiert, es mir aber trotz der langen Jahre auf dem Schulungsweg nicht gelungen ist, die Sexualität zu überwinden durch die Übungen zur Sinnesfreude. Durch die ständige Kritik an der „ symbiotischen, erotischen Bindung“ an den Partner kam es auch zu massiven Schwiergkeiten in meiner Ehe und dem Gefühl des persönliches Versagens. Rückblickend muß ich sagen, das diese extreme Ausrichtung meine Beziehung zerstört hat und dieser Weg für die Mehrheit der Zeitgenossen nicht möglich und gefährlich ist. Was ich bei Herrn Grill mit am meisten bewundert habe ist, dass er dasjenige was er schreibt und sagt auch konsequent vorgelebt hat. Aber es ist eine weltfremde Ausnahme.

Ein weiterer Punkt ist die Gruppen- und Gemeinschaftsfeindlichkeit. Sehr oft war ich zu einer Seminareinladung oder um ein Gespräch in der Begegnungsstätte. Vor allem in den Jahren 1997/98 in Bad Häring (Österreich) und 2007/08 in Tenno Italien) war Herr Grill nicht anwesend, obwohl sehr viele Teilnehmer eine Weite Reise und Unkosten dazu auf sich genommen hatten. Herr Grill hatte Massive Konflikte mit seinen Schülern und engerem Umfeld und ließ in etwa ausrichten, dass er in der Atmosphäre der Gruppengeistigkeit und Verbrüderung der Teilnehmer in sektenhafen Strukturen nicht arbeiten könne. Viele wären nur Anwesend um sich an einem Zugehörigkeitsgefühl und menschlichen Gruppengefühl zu bereichern. Dies stehe im Widerspruch zur Geistschulung, wo es um die Entwicklung der Individualität und der Neugeburt im Geiste gehe. Solange es den Teinehmern um die Zugehörigkeit zu einem gemeinsamen Credo gehe, oder um das menschliche, emotionale miteinander, käme dies einer Geistverneinung gleich. Es gab auch Zeiten, wo die Atmosphäre sehr schön war und jeder auf die Sache konzentriert und Herr Grill immer mal wieder in den Arbeitskreis kam und Vorträge hielt. Aber gerade in den letzten Jahren war es ehr die Regel, dass er nicht anwesend war auf Grund der „Gruppenbildung.“

Ich gehe auch nicht gerne zu einem Seminar, in dem Kaffeklatsch Atmosphäre herrscht, aber die strikte Ablehnung jeder Gruppenzugehörigkeit richtet sich gegen die allgemeine Menschlichkeit. Der Mensch hat auch das Bedürfniss, sich aufgenommen und zugehöhrig zu fühlen. Sachlich richtig ist sicher, dass die Ausrichtung auf ein übergeordnetes Thema, wie es in der Schulung des „Neuen Yogawillen“ auch im kommunikativen Umgang angestrebt wird, eine günstige Verbindung schafft, aber trotzdem lebt doch auch ein natürlicher Wunsch nach persönlichem Glück und Geborgenheit.

In all den Jahren der Bemühung habe ich sehr viel Wertvolles gelernt, stehe aber jetzt an einem Punkt des gesellschaftlichen, beziehungsmäßigen und finanziellen Ruins und muß feststellen, das der Impuls einige von Gesellschaft und Zeitgeist geschätzte Werte wie Wohlstand, Familie und Körperfreundlichkeit zerstören kann.



© Gerhard Himmel

von Gerhard - veröffentlicht in: persönliches
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