Monday, 22. june 2009 1 22 /06 /Juni /2009 14:34

Der Wert des Geldes Teil 2

Wie schon im ersten Teil angesprochen, bemessen wir den Wert einer Sache oder Arbeit oft daran, wie viel es kostet, dass heißt auch nach seinem materiellen Wert und auch mit dem Begriff Wertschöpfung verbinden wir die Menge an Geld, das dabei erwirtschaftet wird. Dieser Blick rein auf das Materielle hat dazu geführt, dem Geld an für sich einen Wert beizumessen, unabhängig davon was mit dem Geld geschieht. Ob es im Tresor lagert, damit Lebensmittel gekauft werden oder in ein Unternehmen investiert wird. Dabei dreht sich die Wertschätzung einer Sache, Arbeit oder Leistung völlig um und es wird nicht mehr darüber nachgedacht, wie Sinnvoll oder Wertvoll eine Handlung oder Arbeit für die Gemeinschaft und das Leben ist, und auch nicht mehr welche Folgen und Konsequenzen für die Zukunft daraus entstehen. So wird zum Beispiel in der momentanen Wirtschaftskrise sehr viel Geld investiert um die maroden Banken zu retten, damit diese wieder Kredite in eine Wirtschaft geben können, die nach altem Muster ganz auf Gewinnoptimierung und Wertschöpfung im Sinne von Geldwert ausgerichtet sind. In Bildung, Erziehung und Löhne für Krankenschwestern, überhaupt für menschliches Personal im Gesundheitswesen wird dagegen sehr wenig investiert, denn es wird nicht als Wertschöpfung angesehen, es springt dabei auf den ersten Blick kein Geldgewinn raus, kein Wert.

Vorausgesetzt wir stellen fest, dass wir mit einer Situation nicht zufrieden sind, zum Beispiel damit, wie zur Zeit mit dem Thema Geld und Wertschöpfung umgegangen wird, so stellt sich die Frage, wie es verändert werden könnte. Der erste Schritt wäre dann, uns Vorstellungen und Gedanken zu bilden, wie es günstiger aussehen könnte. Bei diesem ersten Schritt der Vorstellungsbildung sollten wir darauf achten, dass wir von einem Ideal ausgehen, dass zunächst vollkommen die Frage nach der Machbarkeit ausklammert und auch die bestehenden Bedingungen und was es bisher aus unserer Erfahrung gab, denn sonst blockiert man sich den Weg zu einem wirklichen Fortschritt. Flugzeuge zum Beispiel könnte es nicht geben, wenn nicht einige mutige Menschen die Vorstellung gehabt hätten fliegen zu wollen und sich dabei nur auf die ihnen bisher bekannten Erfahrungen und ihr Wissen gestützt hätten. Sofort wäre die Vorstellung zusammengebrochen, denn die bisherige Erfahrung zeigte ihnen ja, es ist unmöglich. Aller Fortschritt beruht auf dem Mut, sich zunächst Gedanken und Ideen zu entwickeln, unabhängig von den bestehenden und alten Erfahrungen. Erst in einem nächsten Schritt kommt dann die Frage wie kann es umgesetzt werden und die Suche nach neuen Möglichkeiten zur Realisation des Zieles. Zunächst muss ein möglichst klares Ziel vorhanden sein.

Wir können zum Beispiel von dem Ideal ausgehen, dass jeder Mensch in sich die Anlage eines freien, schöpferischen Ich, einen göttlichen Funken trägt und damit einen Wert, einen Selbstwert hat, der unabhängig von seinem äußeren Stand, Hautfarbe, Religion oder Besitz hat. Unser Grundgesetz zeigt ja, dass wir uns eine Ordnung wünschen, die diesem Menschenrechtsideal entspricht. Wir können uns zum Ziel setzen, dieses geistige Ideal so Lebendig in uns zu gründen, dass wir in der Begegnung mit anderen Menschen, ob mit Nachbar, Familienmitglied, Chef, Angestellter, Kollege oder wer auch immer, in dem Bewusstsein leben, dass wir Selbst im Innersten den gleichen Wert haben wie unser Gegenüber, unabhängig von unseren Fähigkeiten oder sozialem Stand, Charaktereigenschaften, Weltanschauung oder sonstiges. Wir sind ein König, unser Gegenüber ist ein König, im Innersten sind wir auf gleicher Augenhöhe und wir Wertschätzen uns und den Mitmenschen als mit einem göttlichen Funken begabtes Wesen, auf dem Weg zu einer einer immer größer werdenden seelischen Freiheit und Vollkommenheit. Gleichzeitig sind wir uns Bewusst, dass wir in der äußeren, materiellen Welt doch sehr verschieden in unseren Anlagen Fähigkeiten, Aufgaben, unserer Erscheinung, sozialen Stellung und Besitzverhältnissen sind. Es ist eine Tatsache, dass der Filialleiter andere Aufgaben und damit auch Entscheidungskompetenzen hat, als der Lehrling, der Personalchef oder der Lagerarbeiter, trotzdem ist niemand mehr oder weniger Wert im Sinne des Mensch Seins und es wäre ein lohnenswertes Ziel, sich in diesem Bewusstsein zu begegnen. Dieses Ideal benötigt natürlich auch ein äußeres, sichtbares Ausdrucksmittel auf den menschlichen Begegnungsebenen. Wenn ich ein Haus nur denke und vorstelle, aber nicht baue, bleibt es nur ein Luftschloss und sei es noch so schön.

Eine Möglichkeit, wie wir ein solches Ideal zum Ausdruck bringen könnten, wäre der Umgang mit Geld. Wie wäre es, wenn jeder ein Grundeinkommen bekäme, einfach weil er Mensch ist und wir Ihm deshalb die Wertschätzung und dass Recht zu einem angemessenen Leben entgegenbringen. Das Grundeinkommen wäre einfach eine Geste der Wertschätzung, unabhängig davon, ob jemand bedürftig ist oder nicht, es wäre kein Lohn und auch kein Almosen, es wäre ein wertfreies Ausdrucksmittel mit der Botschaft: „Du bist ein Mensch und damit Wert zu leben“. Es macht keinen Unterschied, ob Du in armen oder reichen Verhältnissen geboren bist.

Darüber hinaus könnten wir uns vorstellen, ein Wertebewusstsein zu entwickeln, das eine Tat, Arbeit oder Leistung nach Kriterien bemisst, die sich daran orientieren, welche Auswirkungen sie auf die Mitmenschen in der Gegenwart und überschaubarer Zukunft hat, sowohl auf seelischer, sozialer und materieller Ebene, nicht bemessen an Masse und Geldvermehrung, sondern Qualität.

Es würde sich nicht widersprechen, eine Arbeit oder Leistung dadurch zu würdigen, indem als Ausdruck der Wertschätzung ein Geldlohn dafür bezahlt würde, aber die Richtung der Wertschätzung würde sich ändern. Es würde nicht mehr bedeuten, Du und Deine Arbeit sind soviel Wert, weil Du viel Geld dafür bekommst, sondern: „Ich schätze Deine Leistung und als Ausdruck dafür gebe ich Dir Geld.“ Mich persönlich berührt es zum Beispiel immer sehr unangenehm, die Verknüpfung zu sehen, jemand der eine anstrengende, für alle sehr wichtige Arbeit verrichtet, z.B. Kranke pflegt, bekommt dafür verhältnismäßig geringe Anerkennung in Form von Lohn und darüber hinaus auch keine besondere gesellschaftliche Wertschätzung. Waffenhändler dagegen bekommen meist auf beiden Ebenen sehr viel.

So wie jemand der ein Haus nach seinen idealen Wünschen bauen möchte, nach der Vorstellung und Planung im sich im nächsten Schritt Gedanken machen muss, welche statischen Berechnungen, Material und Arbeitsgänge notwendig sind, um das Projekt zu realisieren, müssen sich natürlich auch nach der Vorstellung von einem anderen Umgang mit Geld und Wertebewusstsein Gedanken anschließen, wie die Idee auch in die bestehende Wirklichkeit integriert werden kann.

Es existieren schon einige Denkmodelle und Vorstellungen, wie eine solche Idee im konkreten umgesetzt werden könnte. Wer sich für das Thema Interessiert kann unter der Folgenden Webseite Informationen finden: www.unternimm-die -Zukunft.de.

 

„Wer Freiheit erlangen will, gewähre Freiheit“ Edward Bach

 

Weiteres zum Thema folgt.

© Gerhard Himmel

 

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Friedensforum
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Friday, 19. june 2009 5 19 /06 /Juni /2009 23:35

Der Wert des Geldes

In unsere Gesellschaft wird dem Geld ein sehr hoher Wert beigemessen, man könnte fast vermuten den größten Wert den es zur Zeit gibt. Ein Produkt ist soviel Wert, wie es kostet, eine Arbeit wird meist danach bewertet wie viel Lohn man dafür bekommt. Unter Wertschöpfung wird in der Politik verstanden, wie viel Steuern erwirtschaftet werden und in der Wirtschaft wie viel Rendite etwas bringt. Gemessen an einem Panzer ist ein Brot sehr wenig wert. Einige Billionen Euro die in einem Safe liegen ist sehr viel Wert, wesentlich mehr als all die Arbeit die jemand leistet, der unseren Müll wegräumt? Oder die Gedanken eines Elternpaares, das über eine förderliche Kindeserziehung nachdenkt?

Wieso messen wir dem Geld eigentlich einen so großen Wert zu? So viel, dass sich viele Menschen minderwertig fühlen, weil sie wenig Geld haben und tatsächlich auch sehr oft danach bewertet werden wie viel Sie besitzen oder verdienen. Natürlich ist es so, dass jeder in unserer Gesellschaft lebende Geld benötigt, damit er leben kann und teilnehmen kann an der Gemeinschaft, denn es ist das gängige Tauschmittel, dass ich als symbolischen Wert gegen benötigte Waren oder Leistungen tauschen kann. Wahrscheinlich ist es in unserer globalisierten Welt auch praktisch ein solches symbolisches Tauschmittel zu benutzen, denn es ist wohl kaum denkbar, dass z.B. ein Friseur nach Taiwan fliegt, um dort seine Dienstleistung für ein Handy einzutauschen.
Geld ist also ein ganz praktisches Tauschmittel. Darüber hinaus hat es nur den Wert, den wir Ihm geben, beziehungsweise welche Gedanken und Absichten wir damit transportieren. Zur Zeit ist es bedauerlicherweise so, dass es hauptsächlich dazu benutzt wird um Macht, Abhängigkeit und die Aufwertung des eigenen Status zu transportieren. Wäre es nicht ein wunderbarer Gedanke, den Menschen als Mensch und seine Arbeit als selbst bestimmten Beitrag zur Gemeinschaft wert zu schätzen, statt dem Geld soviel Wert zu zumessen? Zu Fragen wozu jemand sein Vermögen einsetzt, statt wie viel er hat? Voraussetzung dafür wäre natürlich eine Gesellschaft, in der jeder genug Geld zur menschenwürdigen Teilnahme und Existenzsicherung in der Gemeinschaft hat, denn sonst ist er Abhängig und leichter zu erpressen, zu manipulieren und nicht frei darin, seine Arbeit so zu geben, wie er es für sinnvoll und aus freiwilliger Entscheidung, Einsicht und Berufung tut. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist ein Paragraph der Menschenrechte. Eine konsequente Folgerung daraus wäre, dem Menschen eine würdige materielle Existenz zu geben, ohne Bedingungen, einfach als Würdigung, dass er ein Mensch ist.

Ist es einer Gesellschaft würdig die sich etwas auf Ihre freiheitliche, demokratische, Menschenrechte bewahrende Ordnung Einbildet. Die im Überfluss lebt, im Alltag dem Geld und Besitz mehr Wertschätzung entgegenbringt als dem Menschen und es zulässt, dass viele von der Teilnahme an Ihr ausgegrenzt sind?

Es stellt sich doch die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.

Für mich persönlich und mit Sicherheit für die meisten Menschen ist die Frage nach dem Sinn Ihrer Arbeit und ihres Handelns sehr wichtig und es ist eine der stärksten Krankheitsursachen, wenn der Mensch keinen wirklichen Sinn und Wert in seiner Existenz sieht.

Was macht es mit den Seelen unserer Kinder, wenn sie in der Schule lernen, das es das Wichtigste ist einen gut bezahlten und sicheren Arbeitsplatz zu finden und immer offensichtlicher wird, dass es diese Arbeitsplätze nur für wenige gibt? Die Angst wenn man es nicht schafft, plätschert das Leben sinnlos am Rande des Existenzminimums dahin?

G.H.

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Friedensforum
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Wednesday, 17. june 2009 3 17 /06 /Juni /2009 15:34

Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen, ist ein Gedanke, der in vielen Menschen lebt und wenn der Gedanke eines Bedingungslosen Grundeinkommens geäußert wird, tun sich viele Menschen schwer mit der Idee, dass jemand etwas bekommen soll, ohne dafür etwas leisten zu müssen. Oft kommt der Einwand, Ich arbeite schwer dafür, damit ich einen Lohn bekomme. Davon zahle ich auch noch Steuern und warum sollen dann andere nicht für Ihren Lebensunterhalt arbeiten.

Dieses Argument ist verständlich und zeigt, dass derjenige der so argumentiert, denkt, er geht für sich arbeiten, damit er leben kann und andere sollen es gefälligst auch tun. Wir leben aber in einer Situation, in der scheinbar nicht genügend Arbeit für alle da ist. Stimmt das ? Und was ist eigentlich Arbeit? Schaut man einmal womit die meisten Menschen in unserer Gesellschaft den Begriff Arbeit und arbeiten verbinden, so fallen einige eigentümliche Widersprüchlichkeiten und Verwirrungen auf. So wird der Begriff Arbeit in der Regel für eine Tätigkeit gebraucht, für die man einen Lohn bekommt, die Lohnarbeit. Wenn wir Arbeit so sehen, würde es bedeuten, dass niemand arbeitet, der keine Vergütung dafür bekommt, dass heißt, eine Hausfrau und Mutter würde in dem Sinne nicht arbeiten. Auch ehrenamtlich Tätige arbeiten in diesem Sinne nicht, zahlen dafür auch keine Steuern. Auch ein Hobbygärtner arbeitet nicht, wenn er seinen Garten umgräbt. Aber Geld arbeitet! Ja tatsächlich, es wird ja sogar Werbung damit gemacht, dass Sie Ihr Geld für sich arbeiten lassen sollen. Geld ist sowieso der ideale Arbeiter, es liegt nur da und braucht auch nichts zu essen und doch schuftet es schwer. Ist es nicht eine Freude anzusehen, wie das Geld die Pflegebedürftige Mutter umbettet, oder mit dem Traktor das Feld pflügt? Ach so, dass ist natürlich Blödsinn, Geld arbeitet ja anders, aber Entschuldigung, in Wirklichkeit habe ich noch nie einen 10,00 € Schein etwas tun sehen. Bisher konnte ich Ihn nur dabei in Situationen beobachten wie z.B.: Ich nehme Ihn aus dem Geldbeutel, um Ihn der netten Kassiererin zu geben, für das Brot, dass Sie mir eingepackt und gereicht hat; dass von einem Bäcker gebacken wurde, dessen Zutaten von einem Feld stammen, dass ein Bauer bearbeitet hat usw... ---Danke übrigens für alle, die dafür gearbeitet haben----. Der 10,00 € Schein wird dann von der Kassiererin in die Kasse gelegt. Hat der jetzt gearbeitet? Bin heilfroh, dass er nicht auch noch zu essen dafür bekommt.

Ach ja, noch etwas fällt mir ein, wenn ich im Sinne der der gesellschaftlichen Vorstellung von Arbeit arbeite, bin ich eigentlich verdammt egoistisch, denn ich bin dann ein Arbeitnehmer, jemand der sich etwas nimmt, statt zu geben. Muss ich dann ein schlechtes Gewissen bekommen? Andererseits, als Harz4 Empfänger, der keine Arbeit nimmt, ist es auch wieder nicht recht und Gesellschaftsmoralisch wohl höherwertig, wenn ich um Arbeit bettle. Dann kann ich mich dankbar schätzen, wenn mir ein mildtätiger Arbeitgeber wenigstens einen 1,00 € Job gibt.

 

Ehrlich gesagt bin ich gar nicht zufrieden mit solch einer Definition von Arbeit. Denkt man den Begriff der Arbeit losgelöst vom Geld, fällt es leichter den Wert der Arbeit nach dem zu messen, welchen Wert sie für das soziale Gemeinschaftsleben hat und nicht danach wie viel Euro man dafür bekommt.

von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Friedensforum
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Wednesday, 3. june 2009 3 03 /06 /Juni /2009 19:31

Freiheit und Gesellschaftsordnung

Freiheit und Brüderlichkeit sind im praktischen Leben nichts unmittelbar gegebenes, sondern Ideale und Werte, die erst entwickelt werden müssen. Auch sind Sie nicht unmittelbar auf einen Schlag zu Erreichendes, sondern der Mensch kann sich diesen Idealen in Ihrer Vollkommenheit nur Schrittweise nähern. Voraussetzung dafür ist der Wille dazu und die Bereitschaft auch die damit wachsende Verantwortung zu übernehmen.

  1. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

  2. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

So lautet der 2. Artikel unseres Grundgesetzes und die meisten Menschen der Bundesrepublik sind froh und mit Recht stolz auf diese freiheitliche Verfassung. Erst nach einer längeren geschichtlichen Entwicklung, mit vielen Kämpfen und Mühen konnte Sie erreicht werden. Sie zeugt zugleich davon, dass Freiheit ein gewolltes Gut ist.

Wie sieht aber diese Freiheit in der Lebenspraxis aus? Was bedeutet die freie Entfaltung der Persönlichkeit in unserer bestehenden Gesellschaft? Zwar gibt es keine Leibeigenschaft und Sklaverei mehr, doch haben sich andere Mechanismen von Abhängigkeit und Freiheitseinschränkung etabliert.

In diesem Artikel möchte ich nur ein kleines Beispiel aus dem sehr vielschichtigen Thema aufgreifen. Um sich in einer Gesellschaft frei entfalten zu können, gehören Existenzsicherung, Zugang zu Bildungs-- und Kulturangeboten, sprich die Teilhabe an der Gesellschaft, zu den Grundbedingungen. In unserer Gesellschaftsstruktur benötigt man dazu genügend Geld, ein Einkommen. Dieses Einkommen muss hoch genug sein, dass es mehr als nur Essen, Schlafen und Wohnen abdeckt, denn wenn ich auf Grund der Einkommensverhältnisse z.B. nicht mehr entscheiden kann, ob ich auch einmal ein für mich interessantes Fortbildungsseminar besuchen kann, oder ein Theaterstück oder Konzert statt Fernsehen. Wenn ich mein Kind nicht zum Musikunterricht schicken kann, ist eine Teilhabe an der Gesellschaft nicht mehr möglich und die freie Persönlichkeitsentfaltung stark beschnitten. Zur Zeit leben in der Bundesrepublik recht viele Menschen am untersten Existenzlimit, das heißt in einer Situation, wo eine wirkliche Entfaltung und Teilhabe an der Gesellschaft nicht möglich ist. Zum Sterben zu Viel und zum Leben zu Wenig wie man so schön sagt. Dazu gehören nicht nur Sozialhilfe Empfänger, Arbeitslose, Menschen mit geringer Rente und die Kinder aus den sogenannten sozial schwachen Gruppen, sondern auch ein Teil der Erwerbstätigen und kleinerer Selbständiger haben ein zu geringes Einkommen. Die Zahl der Menschen mit Einkommen am Existenzlimit nimmt aufgrund der momentanen Wirtschaftslage beständig zu. Menschen in einer derartigen Situation sind in einer Position der Abhängigkeit die manipulierbar und beherrschbar macht. Sicher sind es verschiedene Ursachen, die zu einer solchen Ungerechtigkeit führen. Eine davon ist mit Sicherheit der Umstand, dass es einige Menschen gibt, die gerne Macht über andere haben und ihre Position schamlos ausnutzen, sich anderen zu bereichern und mit den gegebenen Mitteln wirtschaftlich abhängig zu halten. Auf der anderen Seite gibt es sicher einige, die kein Interesse an Freiheit und Verantwortung haben und sich mit essen, schlafen und Fernsehen zufrieden geben. Ein freiheitlicher Sozialstaat hat aber meines Erachtens die Pflicht, durch entsprechende soziale Ordnungen jedem seiner Bürger die freie Entfaltung und Existenz zu gewähren und vor bösartiger Ausbeutung zu schützen. Er kann die Menschen nicht besser machen, aber Rahmenbedingungen schaffen, die mehr Freiheit und Entwicklung des Menschen ermöglichen. Dazu ist es notwendig, die jetzige Situation zu beachten und Ziele für die Zukunft zu entwickeln, denn die vor 60 Jahren vielleicht tauglichen Konzepte greifen heute nicht mehr. Eine angemessenes Ziel für die Zukunft wäre daher ein Bedingungsloses Grundeinkommen, dass jedem Bürger die Teilnahme an der Gesellschaft ermöglicht und es in seine freie Entscheidung stellt, was und zu welchen Bedingungen er arbeitet. Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens existiert schon eine Zeit, ebenso wie verschiedene Modelle der Ausgestaltung.

Hier ein Auszug aus der Internetseite http://www.grundeinkommen.de/die-idee

Die Idee

Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das bedingungslos jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird. Es soll

  • die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,

  • einen individuellen Rechtsanspruch darstellen,

  • ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden,

  • keinen Zwang zur Arbeit bedeuten.

Das Grundeinkommen stellt somit eine Form von Mindesteinkommenssicherung dar, die sich von den zur Zeit in fast allen Industrienationen existierenden Systemen der Grundsicherung wesentlich unterscheidet. Das Grundeinkommen wird erstens an Individuen anstelle von Haushalten gezahlt, zweitens steht es jedem Individuum unabhängig von sonstigen Einkommen zu, und drittens wird es gezahlt, ohne dass Arbeitsleistung oder Arbeitsbereitschaft verlangt wird.

Für ein Grundeinkommen werden viele Argumente angeführt: Die Autonomie der Bürgerinnen und Bürger (mehr Autonomie für Unternehmerinnen und Unternehmer durch deren Befreiung von der Verantwortung als „Arbeitgeber“, mehr Autonomie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die grundsätzliche Verfügbarkeit der Möglichkeit der Nicht-Erwerbstätigkeit bzw. einer sinnvollen Tätigkeit außerhalb der Erwerbsarbeit, mehr Autonomie für Eltern durch die größere Einkommensunabhängigkeit usw.), die Verteilungsgerechtigkeit, der Anreiz zu größerer Wertschöpfung und Rationalisierung, die Flexibilität des Arbeitsmarktes, die Effizienz des Sozialstaates, die Wahrung der Würde aller Menschen und die Beseitigung von Stigmatisierungen vor allem bei den gegenwärtig Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, die Humanisierung der Arbeit, die Förderung der Bildung, die Stärkung der Familien und die Steigerung der Geburtenrate, die Förderung von Existenzgründungen wie auch von ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Förderung von Kreativitätspotenzialen durch die Möglichkeit der Muße und vieles anderes mehr.

Diese guten Gründe für ein Grundeinkommen gelten in jeder Gesellschaftsordnung und bei Vollbeschäftigung ebenso wie bei Arbeitslosigkeit. Aber es ist das Scheitern aller bisherigen Versuche zur Lösung des Problems der Massenarbeitslosigkeit, welches in den letzten Jahrzehnten dazu geführt hat, dass die Grundeinkommensidee quer durch und die Welt von einer wachsenden Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, in der Wissenschaft und in Organisationen ernst genommen wird.

Es gibt eine große Bandbreite von Modellvorschlägen. Sie unterscheiden sich in der konkreten Höhe des Grundeinkommens, in den Quellen seiner Finanzierung, in der Art und Größe der Einsparung anderer Transferzahlungen und in vielen weiteren Einzelheiten.

Viele namhafte europäische und außereuropäische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich für ein Grundeinkommen ausgesprochen, unter ihnen zwei Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften. In einigen Ländern beginnen Spitzenpolitikerinnen und -politiker, auch von Regierungsparteien, die Grundeinkommensidee offen zu unterstützen. Gleichzeitig wächst die Literatur zu den ökonomischen, gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Aspekten des Grundeinkommens wie auch die Zahl derer, die ein Grundeinkommen befürworten oder sich dafür interessieren. In der ganzen Welt werden mehr und mehr Grundeinkommensnetzwerke gegründet.

In nimmt seit der Verabschiedung der Hartz-IV-Gesetze Mitte 2004 das Interesse am Grundeinkommensvorschlag stark zu. Er wird als grundlegende Alternative zur Politik des Druckausübens auf Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger gesehen. 2004 wurde das deutsche Netzwerk Grundeinkommen gegründet. Es wurde auf dem 10. Kongress des Earth Network (BIEN) im September 2004 als Mitglied anerkannt.



von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Freiheit der Gedanken
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Tuesday, 5. may 2009 2 05 /05 /Mai /2009 16:09

Gedanken zu den Ausschreitungen am 1. Mai 2009

 

aus Welt Online zum 1. Mai:

 

Angesichts der Brutalität, mit der die Randalierer vorgingen, werden die Forderungen nach einem härteren Durchgreifen des Staates lauter. Polizeigewerkschaft und Politiker sahen am Wochenende die Berliner Deeskalationsstrategie als gescheitert an und forderten, künftig wie in anderen Bundesländern auf „Null-Toleranz“ zu setzen. Zugleich geriet Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wegen seines missglückten Vergleiches von Randalieren und Sexualstraftätern unter Druck.

 

Die Demonstrationen zum 1. Mai zeigen einmal die ansteigende Spannung innerhalb unserer Gesellschaft, was Angesichts der steigenden Anzahl der unzufriedenen Menschen die durch die Finanzkrise in wirtschaftliche Not geraten nicht verwunderlich ist. Es stellt sich aber die Frage, was eine Demonstration bewirkt, vor allem wenn eine geringe Anzahl Teilnehmer dazu in der Lage ist, Eskalationen zu provozieren. Die Reaktion in der Öffentlichkeit ist der Ruf nach mehr staatlicher Gewalt und die Tendenz, alle Unzufriedenen, auch wenn sie friedlich demonstrieren, als potentiell gefährliche Randalierer zu bezeichnen. Der Gewinn liegt auf Seiten derjenigen, die bestehende Strukturen und Ihre Machtposition aufrecht erhalten wollen. Sie bekommen die Legitimation, mit staatlicher Gewalt die bestehenden Verhältnisse noch zu verschärfen. Zu positiven Änderungen an den sozialen Verhältnissen tragen Sie mit Sicherheit nicht bei, sondern versperren die Sicht auf neue Ideen.

 

Schaut man in die Talkshows und Diskussionsrunden der öffentlich rechtlichen Sender, werden die bestehenden und weiter Ansteigenden Sozialen Unruhen entweder bagatellisiert oder dramatisiert um sie als Argument für die eigene Parteipolitik zu nützen. Scheinbar neue Vorschläge speisen sich nach wie vor ausschließlich aus der Maxime: „wie können neue Arbeitsplätze geschaffen werden, oder bestehende erhalten bleiben?“ Es ist wie ein goldenes Kalb und niemand denkt mehr daran, dass das ursprüngliche Ziel aller modernen Erfindungen und Rationalisierungen ja gerade aus dem Wunsch des Menschen entsprang, sich harte Arbeit zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Produktion der zum angemessenen Lebensstandard benötigten Güter zu ersparen. Es war ursprünglich nicht das Ziel mehr Arbeit zu schaffen, sondern Arbeit zu erleichtern und zu verringern. Nun, auf vielen Gebieten der Produktion ist dieses Ziel erreicht, aber anstatt dies zu nutzen, die gewonnene Freizeit tatsächlich zur freien Aktivität zu gebrauchen und neue Ziele und Werte, z:B.: soziale und menschliche Werte zu Entwickeln, stehen wir unter der absurden Situation, dass einige wenige unter krank machender Belastung und ständig wachsendem Stress die verbliebene Arbeit erledigen und andere aus wirtschaftlicher Not oder dem Druck sich minderwertig zu fühlen krank werden. Immer wieder kann im Leben beobachtet werden, wie Menschen krank werden, wenn Sie ein erreichtes Ziel nicht sinnvoll nutzen können und keine neuen Ziele und Werte entwickeln. Die Familie die zerbricht, wenn das Häuschen fertig ist, wenn die Kinder groß geworden sind, das Rentenalter erreicht ist. Genauso wird eine Gesellschaft krank, die den ursprünglichen Sinn ihrer sozialen, technischen und wirtschaftlichen Bemühungen vergisst und keine neuen Werte entwickeln kann. Dann wird durch festhalten an alten Vorstellungen, die für eine vergangene Zeit durchaus sinnvoll waren, aus einer sozialen Marktwirtschaft ein unsoziales, ungerechtes Gebilde, aus einer Demokratie eine Sicherheitsverwahrung mit ständiger Überwachung und Kontrolle.

 

Wenn Opel-Mitarbeiter für Ihre Arbeitsplätze demonstrieren und die Politiker sich bemühen diese Arbeitsplätze mit alten Instrumentarien zu erhalten, setzen beide Ihre Energien für ein nicht mehr reales, nicht mehr Zukunft trächtiges Modell ein.

 

Was würde eigentlich passieren, wenn nicht mehr demonstriert und protestiert würde und die Zeit und Energie genutzt werden würde, neue Werte und Modelle zu kreieren, wie die Lebensgrundlage für alle gesichert werden kann, ohne dass dies unmittelbar davon abhängig ist, einen Arbeitsplatz zu haben? Güter werden heutzutage hauptsächlich von Maschinen und Computern hergestellt, ebenso einige Dienstleistungen (z.B.: Internetbanking). Warum sollen uns diese Techniken nicht die Arbeit abnehmen, damit wir mehr Freiheit für das haben, was uns am Herzen liegt. Dies setzt natürlich voraus, dass jeder auch die Möglichkeit hat ein Einkommen zu haben, dass unabhängig von bezahlter Arbeit ist. Gedanken und Modelle zur Inspiration existieren bereits. (z.B.: Grundeinkommen)

 

Bemerkenswert wäre auch, wie eine neue Art des Friedens kreiert werden könnte, indem Demonstration und Protest, die alleinig die Emotionen stärken, durch Entwicklung neuer Werte und Ihre Umsetzung durch andere legale Aktionen ersetzt werden könnten. So wird der Begriff Arbeit heute meist nur im Zusammenhang mit bezahlter Tätigkeit gedacht und erfüllt fast nur den Zweck der materiellen Absicherung, der Produktion von Gebrauchsgütern, der Gewinnmaximierung und dem Wirtschaftswachstum. Die Folge ist auf vielen Gebieten eine Überproduktion oder Produktion überflüssiger Dinge, die sich nicht wirklich jemand ernsthaft wünscht oder als unverzichtbar einstuft, nur damit die Wirtschaft wächst und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Haben Sie sich noch nie über abstruse Verpackungen geärgert, die Mengen an Müll produzieren, wertvolle Energie und Wasserressourcen verschwenden? Welches Ziel und welcher Sinn steht dahinter wenn der Bauer Nahrungsmittel produziert die Vernichtet werden, um den Preis stabil zu halten und gleichzeitig in anderen Gebieten Menschen verhungern?

Andererseits gibt es viele Tätigkeiten, die einen sozialen Sinn erfüllen, aber nicht bezahlt werden, nicht unmittelbar als Wirtschaftswachstum steigern und deshalb auch nicht mit dem Begriff Arbeitsplatz in Verbindung gedacht werden, wie zum Beispiel die Pflege von Familienangehörigen oder ehrenamtliche Tätigkeiten?

Statt Sicherung des Lebensminimums und Förderung des Wirtschaftswachstums kann als Ziel der Arbeit auch gedacht werden, dass Sie zur Förderung des freien Menschen wird, das kulturelle, soziale Miteinander und das eigene seelische Wachstum fördert, sowie die eigenen materiellen Bedürfnisse stillt, die über das natürliche Recht des Menschen auf seine Grundsicherung und Existenz hinausgehen.


Würde die Wirtschaft völlig zusammenbrechen, wenn zum Beispiel jemand eine Firma gründen würde mit dem Ziel Autos zu bauen, die ein schönes, die Sinne erfreuendes Aussehen haben, wenig Treibstoff verbrauchen und dem praktischen Zweck der bequemen Fortbewegung mit angemessener Geschwindigkeit zu dienen. Der darüber hinaus das Ziel verfolgt ein Arbeitsklima zu schaffen, das den Mitarbeitern Raum gibt Freude und Kreativität an der Arbeit zu entwickeln und natürlich auch soviel Geld erwirtschaftet, das er selbst und die Mitarbeiter einen angemessenen finanziellen Gewinn haben? Eine solche Firma wäre durchaus möglich, wenn der Unternehmer nicht auf Teufel komm raus auf Gewinnmaximierung geeicht wäre, sondern auch soziale Werte wertschätzen würde und Arbeiter finden könnte, die nicht aus wirtschaftlicher Not oder Druck durch ein Arbeitsamt, sondern aus freier Entscheidung Autos bauen möchten.

 

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen könnte eine Chance sein als praktikables soziales Modell und Boden auf dem sich mehr freie Individualität entwickeln kann.

Es bleiben die Fragen, wie entwickelt man durchsetzungskräftige Ziele, die nicht leere Wertbegriffe und Wünsche bleiben und welche legalen Aktivitäten jenseits von Protest und Demonstration sind zur Verwirklichung geeignet.

Zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit diesen Fragen möchte ich alle ernsthaft interessierten für einige Tage zu einem Friedensforum einladen.

Nähere Informationen hier klicken.

© Gerhard Himmel

 

 

von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Friedensforum
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen

Kategorien

Über diesen Blog

Neueste Kommentare

Freitext

Beliefs & Causes Blogs - BlogCatalog Blog DirectoryBlog Top Liste - by TopBlogs.deBloggeramt.deBlogsBlogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de


saturn

Saturn in Astrologie und Geisteswissenschaft
Gerhard Himmel

Saturn und seine Aspekte in erweiterter Sicht. Die Bedeutung für Karma, Spiritualität,Psyche und Körper. Broschüre DINA 5,
42 Seiten --------------------hier können Sie eine Vorschau der ersten Seiten sehen---------

 

Insider-Toplist.com Blogverzeichnis

Kalender

February 2012
M T W T F S S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        
<< < > >>

Kontakt

Feeds

  • RSS-Feed der Artikel

Suchen

Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren