Mittwoch, 10. februar 2010 3 10 /02 /2010 14:49
Argumente für ein Bedingungsloses Grundeinkommen und Änderung des Steuersystems
Gestern hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Harz4 Sätze gegen die Verfassung verstoßen. Dabei ging es dem Gericht nicht um die Höhe der Regelsätze, sondern darum , dass die Methode zur Ermittlung des Bedarfs sich nicht an die Grundsätze der Verfassung orientierten und und wichtige Aspekte zur Sicherung einer Menschenwürdigen Existenz vernachlässigten. So zum Beispiel, Schule, Bildung und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben und die damit verbundenen Ausgaben.
Es ist sehr erfreulich, dass unsere Verfassungshüter die Politiker so deutlich daran erinnert haben, dass es in unserer
Verfassung um den Schutz fundamentaler Menschenrechte geht. Öffentliche Diskussionen in den Medien zeigten nur zu deutlich das die Aufrechterhaltung eines längst nicht mehr tauglichen sozial und Wirtschaftssystems wichtiger zu sein scheint als die Würde des Menschen, denn Niemand ging vom Gedanken aus, wie können wir Bedingungen für ein Leben in Würde gestalten, sondern erschöpften sich in emotionalen Schuldzuweisungen und Diffamierungen wer denn nun Schuld an den leeren Kassen sei. Die einen versuchen Stimmung gegen Arbeitslose zu machen, denen man mit härteren Maßnahmen die Faulheit austreiben muß, die Anderen lenken den Volkszorn gegen die Bösen Wohlhabenden und Steuerhinterzieher. Sachlichere Politiker sehen zwar ein, dass das Problem im bestehenden System mitbegründet ist, kommen aber über Vorstellungen aus der Mottenkiste von Kapitalismus oder Kommunismus nicht hinaus, wagen es nicht ihre heiligen Kühe Wirtschaftswachstum und Besteuerung von Arbeitskraft in Frage zu stellen.
Nach der Veröffentlichung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts ist jetzt die größte Sorge, dass damit enorme
Mehrkosten für den Staat entstehen könnten und wie dies zu finanzieren sei. Dabei schwingt immer auch mit, da gibt es jene, die nicht Arbeiten und keine Steuern zahlen und nur Kosten verursachen, und jene die es bezahlen müssen und die bange Frage wie man genügend Steuergelder und von wem bekommt.
Werfen wir doch einmal einen Blick darauf, wie es zur Zeit mit den Kosten für einen Harz4 Empfänger steht. Als Beispiel wähle ich jetzt bewusst einmal die so oft breitgetretene Ausnahme des Arbeitsunwilligen, der sich geschickt in Harz4 einrichtet. Der Staat zahlt an den Empfänger ca 800,00 € im Höchstfall, zusammengestzt aus Grundsicherung, Mietkosten und Krankenversicherung. Hinzu kommen noch die Ausgaben für die Arbeit der Staatsangestellten und Verwaltungskosten, denn ein Harz4 Empfänger muß ja überwacht und betreut werden, Anträge bearbeitet werden usw. Nun weiß ich nicht genau wieviel das ausmacht, kann mir aber durchaus vorstellen, dass es im Enddefekt nicht viel weniger ist, als die Summe die der Empfänger bekommt. Nun geht man davon aus, dass der Empfänger Senerseits überhaupt nichts einbringt. Aber stimmt das? Von der Grundsicherung geht der harz4 Empfänger einkaufen, dabei zahlt er offensichtlich Mehrwertsteuern. Außerdem sind in seinen Einkäufen noch versteckte Steuern die er zahlt, denn der Preis der Ware enthält ja auch alle Steuern die für die Bereitstellung des Produkts anfallen ( Die besteuerte Arbeit für Herstellung und Verkauf usw.). Auch von der an den Empfänger gezahlten Miete fließt ja über den Vermieter wieder ein Teil als Steuern zurück in die Staatskasse. Auch könnte man noch argumentieren, dass ja der Arbeitslose auch daran beteiligt ist, den Arbeitsplatz des ARGE Mitarbeiters zu sichern, denn so wie es zur Zeit funktioniert, schafft er ja Arbeit für den ARGE Mitarbeiter. Ich will damit einfach ausdrücken, das die Dinge in unserem bestehenden Steuersystem nicht so einfach sind wie sie scheinen und dass das vorhandene Geld fließt und die Ausgaben für Sozialempfänger zum Teil durchaus wieder zurück zum Staat fließt, selbst wenn der Empfänger nicht arbeitet.
Wie wäre es aber wenn man der Staat die Anregung des Verfassungsgerichts von der im Grundesetz verankerten Würde des Menschen konsequent umsetzen würde und jedem Bürger in Anerkennung seines Rechts auf ein menschenwürdiges Leben ein Bedingungsloses Grundeinkommen zahlen würde, berechnet auf den wirklichen Bedarf eines menschnwürdigen Lebens mit Ernährung, Wohnen, Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft ?
Es gibt bereits Berechnungen, die Belegen, dass die Kosten für die Sozialausgaben und Transferleistungen des Staates bei Einführung enes Bedingungslosen Grundeinkommens nicht wesesntlich höher sind als zur Zeit, da zum Beispiel:
1. enorme Verwaltungskosten wegfallen, denn es braucht keine Bedürftigkeit geprüft werden oder Anträge gestellt und verarbeitet werden.
2. es würden alle Transferleistungen wegfallen, die unter der Höhe des Grundeinkommens liegen, denn außer dem Grundeinkommen bräuchten nur noch das an Leistungen bezahlt werden, was über den Betrag des Grundeinkommens liegt, wie z.B.: erworbene Rentenansprüche die höher sind, oder Mehraufwendungen für Kranke, die nicht von einer Kranken oder Pflegeversicherung abgedekt sind.

Viele Finanz und Wirtschaftsexperten haben bereits festgestellt, dass die Finanzierbarkeit des Grundeinkommens kein Problem ist. Allerdings wird die Staatsfinanzierung mit Sicherheit ein immer größeres Problem, gleich ob die Idee des Grundeinkommens aufgegriffen wird oder nicht, wenn unser Steuersystem weiterhin in der Abhängikeit zu bezahlter Arbeit bleibt und so kompliziert bleibt, dass allein der Bürokratieaufwand einen großteil der Steuern wieder verschlingt.
Eine vernünftige Idee, passend zu unserer Zeit, wäre die Abschaffung der Besteuerung der Arbeitsleistung und Einführung einer einheitlichen Konsumsteuer.
Besteurt würde nicht mehr eine Leistung die ich erbringe, sondern Steuern werden dann fällig, wenn ich eine Leistung in Anspruch nehme.
Angenommen ich kaufe ein Brot und der Bäcker bräuchte weder Einkommenssteurn, noch Lohnsteuern für seine Mitarbeiter bezahlen, auch Seine Existenz nicht durch Gewinne absichern, könnte er den Preis für das Brot viel freier gestallten, denn er bräuchte nur noch die Ausgaben in den Preis einberechnen, die er durch die Rohstoffe, Löhne ohne sozialabgaben und für seine Gebäude und Maschinen hat, zuzüglich dessen, was er für Seine Arbeitsleistung haben möchte als Zugewinn zu seiner Grundsicherung, denn die brauch er nicht mehr durch seine Arbeit gewährleisten. Auch seine Verwaltungskosten und Arbeitsaufwand für Verwaltung wären geringer, da wesentlich einfacher ohne komplizierte Steuer Formulare und Erklärungen. Das Brot würde zunächst wohl wesentlich billiger, aber dafür muß ich als Einkäufer einen entsprechenden Prozentsatz vom Brotpreis als Konsumsteuer an den Staat abführen. Der Staat müsste also den Prozentsatz der Konsumsteuer so berechnen, das es für seine Ausgaben reicht. Das Brot muß für den Endverbraucher dadurch letztendlich nicht teurer werden als bisher, denn es werden dadurch im Prinzip nur die versteckten Steuern, die ich bisher unerkannt im Preis versteckt mitbezahlt habe ( die Lohnnebenkosten des Bäckers) jetzt öffentlich deklariert als Konsumsteuer fällig. Bei diesem System wäre auch denkbar, die Konsumsteuersätze zum Beispiel differenziert nach Grundnahrungsmitteln und Luxusgütern unterschiedlich zu gestalten. Ein Vorteil der Konsumsteuer wäre auch die größere Steuergerechtigkeit, denn ich zahle nicht Steuern wenn ich arbeite oder gebe, sondern wenn ich kosumiere bzw. nehme. Dann müßten zum Beispiel auch Wohlhabende Steuern zahlen, für Güter und Energie, die sie in Anspruch nehmen. Für den Erwerb einer Villa oder Segelyacht z.B. fielen hohe Konsumsteuern an, viele Anschaffungen ließen sich nicht mehr als Betriebskosten von Steuern absetzen. Konsumsteuern hieße auch, etwas das von Maschinen oder Komputern geleistet wird, wird am Ende versteuert. Wenn der Unternehmer eine Maschine anschafft, muß er dafür Konsumsteuer bezahlen, wenn er einen Menschen einstellt, zahlt er Lohn, aber keine Steuern. In letzter Konsequenz heißt das auch, das menschliche Arbeit konkurenzfähiger zur Maschinenarbeit wird. Auch Schwarzarbeit gibt es nicht mehr und auch nicht ihre Folgekosten die durch Kontrollen und Ahndung derselben entstehen.

Aber noch ein weiterer Punkt zum Finanzsystem, der mir ungerecht und überholt erscheint, fällt mir ein. Viel Geld, das nicht in reale Dienstleistung oder Warenproduktion investiert wird, sondern in Tresoren lagert, wirft Gewinne ab, wird nicht versteuert, gewinnt also an Wert, im Gegensatz dazu verlieren Waren mit der Zeit Ihren Wert. Auch meine Arbeitskraft erschöpft sich mit der Zeit. Ja eigenartigerweise nutzt dieses Geld im Tresor niemandem, wird sogar mehr im Laufe der Zeit. Es wird sogar behauptet es arbeitet. Ich habe aber noch nie einen Geldschein etwas tun sehen. Auch bei Enführung der Konsumsteuer fließt von diesem gebunkerten Geld nie etwas in die Gemeinschaftskasse. Trotzdem wird es allenthalben durch unser Finazsystem gesponsert. Deshalb würde ich es als dringend erachten, auch einmal unter diesem Gesichtspunkt unser Finanzsystem zu hinterfragen und neue Ideen zu entwickeln, wie auch das Zins- und Kreditwesen günstiger gestaltet werden kann.

Links: www.grundeinkommen.de/                                       http://aktuelles.archiv-grundeinkommen.de/petitio.html
von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Freiheit der Gedanken
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Montag, 1. februar 2010 1 01 /02 /2010 12:41
Ich habe heute Kenntnis von einer vielversprechenden Veranstaltung zum Thema Geld, Liebe, Wirtschaft und Verantwortung erhalten. Sie findet im Konzertsaal der Musikhochschule Köln, Dagobertstraße 28, Cologne, Germany
statt am Sonntag 28.2.2010 von 11 Uhr bis 21.30

Programm:

Auf der Suche nach einer anderen Welt

http://www.theaterwandel.de/Editorial.html

11:00 Uhr

Eröffnung des Thementages durch Dan-Felix Müller  (Indaba e.V.)

 

11:10 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Silja Graupe

(Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft)

„Orte der Verantwortung - Hier und Heute.“

                                                                               

11:45 Uhr

Vortrag von Christian Nürnberger

(Publizist und Autor Süddeutsche Zeitung)

„Die Machtwirtschaft, der Raubbau an der Welt,

und wo bleibt eigentlich die Kirche?“

 

12:45 Uhr

Mittagessen

 

13:30Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Hans-Christoph Binswanger

(Wirtschaftsökonom an der Universität Sankt Gallen)

„Geld und Magie.“ Eine ökonomische Deutung von Goethes Faust.

 

14:30 Uhr

Mittagspause

 

15:00 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Jost Schieren

(Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft)

„Es möchte kein Hund so länger leben!“

Erkenntnisfragen in Goethes Faust

 

15:45 Uhr

Kaffeepause

 

16:00 Uhr

Vortrag von Prof. Götz W. Werner

(dm-Gründer und Professor an der Universität Karlsruhe)

„Es fehlt das Geld, nun gut, so schaff es denn.“

Dimensionen einer Wirtschaft im Wandel .

 

17:00 Uhr

Pause

 

18:00 Uhr

Beginn der Aufführung des Mehrspartenprojektes

„Faustspuren“ - Bilder und Motive aus Goethes Faust II

aufgeführt von Ensemble Theaterwandel/Fakt21 NRW

Leitung: Raphael T. Musiol

 

19:10 Uhr

Pause (20 Minuten)

 

20:35 Uhr

Ende Vorstellung

 

21:00 Uhr

Fragenbeantwortung und Zuschauergespräch

 

21:30 Uhr

Ende Veranstaltung

 

REFERENTEN

Prof. Dr. Silja Graupe

Juniorprofessorin für Philosophie und Wirtschaft an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter/Bonn Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Wirtschaftsphilosophie und –ethik, Interkulturelle Ökonomie, sowie Wissens-, Innovations- und Transformationsmanagement.

Christian Nürnberger

Freier Autor und Publizist, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und die Zeit. Autor zahlreicher Bücher, unter anderem zusammen mit seiner Ehefrau, der Fernsehjournalistin Petra Gerster: „Der Erziehungsnotstand. Wie wir die Zukunft unserer Kinder retten.“

Prof. Dr. Jost Schieren

Leiter des Fachbereiches Bildungswissenschaften und des Institutes für Schulpädagogik und Lehrerbildung an der Alanus Hochschule.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Waldorfpädagogik und der Bildungsphilosophie. Er hat sich intensiv mit Goethes Naturerkennen auseinandergesetzt.

Prof. Dr. Hans-Christoph Binswanger

ist Professor für Wirtschaftsökonomie an der Universität Sankt Gallen. Bekannt geworden ist er u.a. durch sein Eintreten für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft und erhielt im Jahre 2004 den Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik. Binswanger ist einer der bekanntesten nicht marxistischen Geld- und Wachstumskritiker. Als sein bekanntester „Schüler“ gilt Josef Ackermann, der heutige Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bank. Autor zahlreicher Bücher zur Dynamik des Marktprozesses.

Prof. Götz W. Werner

Im Alter von 29 Jahren eröffnete der gelernte Drogist den ersten dm-drogerie-Markt. Seit Oktober 2003 leitet Götz W. Werner das Interfakultative Institut für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe. Er ist Initiator des Webforums www.unternimm-die-zukunft.de und setzt sich öffentlich für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland ein. Mit seinem im Frühjahr 2007 erschienenen Buch „Einkommen für alle“ hat er eine weitreichende gesellschaftliche Diskussion in Gang gesetzt.

http://www.facebook.com/event.php?eid=463547700334
von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Lebensalltag
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Samstag, 30. januar 2010 6 30 /01 /2010 12:02
An dieser Stelle möchte ich auf einen Artikel verweisen, den ich leztes Jahr in meinem Blog veröffentlicht habe.  Aus Platzgründen will ich Ihn nicht noch einmal komplett hier wiederholen. Wens interessiert hier der Link zum Artikel

Gedanken zur Friedensarbeit
von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung
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Samstag, 30. januar 2010 6 30 /01 /2010 11:25

Im folgenden ein Auszug zu einem sehr aufschlußreichen Artikel zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen, den ich heit unter: http://markt-zyniker.blogspot.com/2010/01/warum-das-bedingungslose-grundeinkommen.html

gelesen habe.

Mit dem heutigen Tage ist eine Petition für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommen vom Petitionsausschuss des Bundestages zur Verhandlung angenommen worden. Der folgende Artikel legt dar, dass das Grundeinkommen daran scheitern wird, dass es dem Allgemeinwohl dient und den Interessen der Geld- und Produktionsmittel-Elite dieses Landes zuwiderläuft.
Schon seit längerem geht das Gespenst namens "Bedingungsloses Grundeinkommen" um. Ohne jede Arbeitsverpflichtung soll es jeden Bürger der Republik zustehen und ihm ein auskömmliches Einkommen garantieren, unabhängig von den Eskapaden der Wirtschaft. Gegenstand dieses Artikels soll nicht die Finanzierbarkeit des Grundeinkommens sein. Hierzu sind eine Vielzahl von Entwürfen entwickelt worden, man möge sich vertiefend bei dem Netzwerk Grundeinkommen informieren
Auch die Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens bezweifeln offenbar nicht ernsthaft die Finanzierbarkeit und beschränken sich eher auf moralinsaure Argumentationsketten.

Zusammenfassend: "Sozialsysteme: Geld ohne Arbeit" von Florian Junker in Focus-Online vom 11.4.2007

.....

Der ganze Artikel ist zu lesen unter: http://markt-zyniker.blogspot.com/2010/01/warum-das-bedingungslose-grundeinkommen.html

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Freiheit der Gedanken
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Sonntag, 24. januar 2010 7 24 /01 /2010 14:56

Wie können Freiheit,Würde und Selbstbestimmung gefördert werden ? Teil 2


Freiheit, Selbstbestimmung und Würde des Menschen sind Werdeprozesse.
Freiheit, Selbstbestimmung und Würde eines Menschen sind sein natürliches Geburtsrecht und streben, unterliegen aber dem Gesetz der Entwicklung und Wachstum. Es stellt sich nicht automatisch ein, sondern muss errungen werden.

Ein sehr eindrucksvolles Bild davon kann die Empfindung bekommen, wenn man einmal beobachtet, wie ein Kind laufen lernt. Es ist ein Beispiel dafür, wie der Mensch sich entgegen der Gesetze der Schwerkraft, aus einem inneren Willen heraus in die Senkrechte erhebt und damit eine Leichtigkeit und größere Unabhängigkeit gegenüber der Schwerkraft erringt. Es drückt sich dies aus in der größeren Bewegungs- und Handlungsfreiheit. Die Freude des Kindes bezeugt das Gelingen eines wirklichen Befreiungsaktes.

Die Geschichte der Menschheit und ihre Gesellschafts-- und Sozialformen zeigt eine Entwicklung hin zu mehr Freiheit des Einzelnen, aber auch das Ringen darum mit Rückschlägen und Neuanfängen. Denken wir zum Beispiel an die Abschaffung der Sklaverei und der größeren Mitbestimmungsmöglichkeiten in einer Demokratie, aber auch die verheerenden Rückfälle wie z.B. das 3. Reich oder moderne Formen der Ausbeutung und selbst geschaffene Abhängigkeiten von sogenannten Wirtschaftszwängen.
An den Beispielen der Geschichte sieht man auch, welche wichtige Rolle das Denken in der Entwicklung von mehr Freiheit hat, denn immer stand am Anfang eine Vision und gedankliche Vorstellungen, die sich nicht an Bestehendes, Gewordenes klammerte, sondern mutige Vorstellungen und Ziele, unabhängig von sogenannten Realitäten. Niemals hätte der Mensch Flugzeuge entwickeln können, wenn es nicht Menschen gegeben hätte, die das Ziel zu fliegen trotz dem Gesetz der Schwerkraft nicht aufgaben. Niemals hätten Sie die Gesetze des Auftriebs und der Winde finden können, wenn Sie sich am bisher erworbenen festgehalten hätten.

Man sieht, zunächst bedarf es eines Zieles und Vision, losgelöst von den bestehenden Bedingungen, aber in Übereinstimmung mit einem inneren Willen. Erst dann erfolgt die Bestandsaufnahme von dem was an Gewordenem da ist und was hinzukommen muss, damit es in die gewünschte Richtung verwandelt werden kann.

Auf dem Weg zu einem Ziel wird der Mensch durch die eingetretenen Veränderungen immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert und er muss zu den sich entwickelten Umständen etwas neues hinzufügen um die Entwicklung in Richtung Ziel zu gewährleisten. So haben sich zum Beispiel durch die großen gesellschaftlichen Veränderungen der Industrialisierung riesige soziale Probleme eingestellt, die in Deutschland von Otto von Bismarck mit der damals neuen Idee des Sozialversicherungssystems beantwortet wurde, das heute noch die Sozialpolitik der Bundesrepublik bestimmt. Seither sind mehr als 120 Jahre vergangen und in Wirtschaft und Gesellschaft haben sich durch Rationalisierung, Globalisierung, Computertechnologie und auch durch Waren und Konsumgüterüberschuss viele Bedingungen verändert und es stellt sich die Frage, ob das bestehende Sozialversicherungssystem und Sozialgesetzgebung noch in der Lage ist, den neu entstandenen Problemen Herr zu werden. Reichen Reformen oder muss etwas ganz Neues entwickelt werden?

Und vor allem, wollen wir eine Veränderung zurück zum Recht des Stärkeren und Scheinfreiheit für einige Wenige oder vorwärts mit Förderung der Impulse zur Freiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde?

von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Freiheit der Gedanken
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