Sonntag, 22. november 2009 7 22 /11 /2009 15:58

Freiheit der Forschung und Lehre. Leben wir in einer Witschaftsdiktatur?

In diesen Tagen steht das Thema Bildung im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Zum Einen machen die Studenten mit der Besetzung der Universitäten und Demonstrationen auf die Katastrophalen Zustände ihrer Studienbedingungen aufmerksam, zum Anderen beteuern alle politische Parteien, wie wichtig Sie das Thema Bildung für die Zukunft, im Zusammenhang mit  Wirtschafts- und Finanzentwicklung sehen.  Auch Freiheit und Chancengleichheit im Zugang zur Bildung wird erwähnt.  Die Regierung verspricht den Ausbau von Kitaplätzen, Erhöhung der Bafög Bezüge und mehr Geld für die Kinder zur Bildungsförderung. Sehen wir einmal davon ab, dass dabei auch Leistungen in Form von Gutscheinen erwogen werden, weil ja die Eltern mit wenig Geld angeblich unsozialer sind und das Geld eventuell lieber zu Ihrem eigenen Genuss verbrauchen. (dahinter steckt wohl das Menschenbild Arm = asozial und unfähig). Was mir aber besonders auffällt, die Politiker verlieren kein Wort über den Inhalt von Bildung. Sie gehen davon aus, dass die Probleme gelöst werden in dem Kinder möglichst früh gebildet werden und dass Mittel für Verbesserung zur materiellen Ausstattung für Schulen und Universitäten bereitgestellt werden. Dies ist sicher Notwendig, aber die Studenten fordern vor allem mehr Freiheit. Darauf geht niemand (Ausnahmen bestätigen die Regel, so haben zumindest die Grünen und einige Professoren sich mit dieser Forderung der Studenten solidarisiert) ein. Die Freiheit ist ein hochgelobtes Ideal der Forschung und Lehre und auch die Bundesrepublik rühmt sich als freier, demokratischer Staat. Die Realität zeigt aber, dass sich das Prinzip der Freiheit von Lehre, Wissenschaft und Bildung im Laufe der Entwicklung immer mehr zurückgezogen hat und ich würde mal behaupten, dass wir in Forschung, Lehre und Bildung in demokratischer Freiheit, sondern in einer Diktatur der Wirtschaft  leben. So sollen die Kinder schon im Vorschulalter mit Wissensinhalten gefüttert werden, um Ihre Chancen zu erhöhen? Die Inhalte dieser Vorschulbildung, aber auch die Inhalte der Schulbildung und auch Inhalte des Studiums, die immer mehr vom System festgelegt werden, orientieren sich an der gesellschaftlichen „Realität“, sprich an den Wirtschaftserfordernissen. Die Inhaltsbestimmenden Fragen beschränken sich doch hauptsächlich darauf: was braucht die Wirtschaft? Eine Wirtschaft, dessen Glaubenskredo darin besteht: ständiges, unendliches Wachstum durch Vermehrung von Wirtschaftsgütern. Bildung ist dann nichts weiter als fit machen für den Wettbewerb in der freien Marktwirtschaft. Gegen die Bemühungen  darum, dass jeder die Chance erhält, an diesem Wettbewerb teilzunehmen ist nichts auszusetzen,  ist aber nur ein Teil der Freiheit. Wer fragt eigentlich nach den Bedürfnissen einer Kinderseele jenseits der Freien Marktwirtschaft?  Nach der freien Lehre und Wissenschaft? Die Studenten drücken in Ihrem Protest klar aus, dass Ihr Bedürfnis auf Bildung sich gerade nicht auf Inhalte beschränkt, die auf Forderungen eines Wirtschaftsbereiches bestehen. Ist der Mensch nichts anderes, als Diener einer „Freien Marktwirtschaft“ und soll Bildung nichts anderes sein als perfekter Diener dieser Marktwirtschaft sein? Schaut man auf die Lehrpläne der Grund und Realschulen findet man nicht viel kulturelles, künstlerisch Kreatives. Kinder aus sogenannten unteren Bildungsschichten kommen auch in der Schule zunächst kaum  in Berührung mit wirklichen kulturellen und künstlerischen Elementen. Kinder aus den mittleren und höheren eventuell in der Familie. Selbst auf den staatlichen Gymnasien sind Allgemeinbildung und Kultur zurückgetreten zu  Gunsten „nützlichen Wissens“. Nur eine kleine Elite „Kreativer“ kann sich dann „Frei in der Freien Wirtschaft verspekulieren und dafür noch mit Milliarden gefördert werden. Oder im günstigen Fall wirklich mal mit einer innovativen Idee zum Fortschritt beitragen. Es wäre mal interessant zu verfolgen, welche Umstände dazu beigetragen haben, warum derjenige fähig war, diese Kreativität zu einem wirklichen Fortschritt zu entwickeln. Unser staatliches Bildungssystem?

Bei der Ausgestaltung des Schulsystems und der Bildungsinhalte, werden Pädagogen und Psychologen als Fachkräfte nicht mit der Frage nach der gesunden Entwicklung eines Menschen zu Rate gezogen, sondern wie man es schafft einen bestimmten Inhalt in kürzester Zeit zu implementieren. Im Wissenschaftsbetrieb steht auch nicht mehr ein ergebnisoffenes Forschen (Bedingung für eine freie Wissenschaft) im Vordergrund, sondern die Ergebnisorientierte Gutachter Erstellung. Ergebnisse werden dabei vorgegeben durch die Privatwirtschaft.

Fazit: Wir leben nicht in einer Gesellschaft des freien Bürgers, sondern in einer Wirtschaftsdiktatur, in der nur die „Freie Marktwirtschaft“ frei  ist. Die Frage die man sich stellen sollte, ist doch: Wollen wir eine „Freie Wirtschaft“? Oder einen freien Bürger mit freiem Geist und freier Bildung?

Politik sollte in einer Demokratie das Instrument sein, mit dem die Bürger Ihre Gesellschaftsbedingungen  gestallten können, nicht ein Instrument das Gesellschaftsbedingungen an Wirtschaftsidiologien anpasst.

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Freiheit der Gedanken
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Mittwoch, 18. november 2009 3 18 /11 /2009 17:30
Den unten abgedruckten Beitrag habe ich gestern in einem medizinischen Fachforum gelesen und als sehr beunruhigend gefunden, denn er offenbart eine für die gesundheitliche Zukunft der Bevölkerung bedenkliche Richtung unseres medizinischen Wissenschaftsbetriebs. Die Erkenntnis, dass Fieber zu den natürlichen Abwehrmaßnahmen des Organismus bei Infektionen gehört, ist überhaupt nichts neues, sondern schon sehr lange bekannt. Auch der Zusammenhang mit der Ausschüttung von Zytokinen. Die Erscheinung von Fieber und Schüttelfrost ist auch kein für die "Neue Grippe" bzw. Schweinegrippe wie sie noch im allgemeinen Sprachgebrauch genannt wird, Typisches Symptom, sondern eine allgemeine Erscheinung nicht nur bei allen Formen der Grippe, sondern auch bei anderen Infektionen und dass dies auch der Fall bei Schweinegrippe ist, findet niemand neu und geheimnisvoll. Dass Forscher den genauen Biochemischen Mechanismus herausfinden, der die Vorgänge näher beleuchtet, der bei der Fiebererzeugung stattfindet, finde ich sehr lobenswert und kann nur begrüßt werden, als Erkenntniserweiterung. Als sehr bedenklich finde ich es aber, wenn man dann die Logik umkehrt und nach der Feststellung der Tatsache, dass Fieber eine Abwehrreaktion und nicht Ursache der Erkrankung ist, plötzlich den "Zytokin Sturm" zum Sündenbock für die schwere der Erkrankung macht und Medikamente zur Unterdrückung der Entzündungsbotenstoffe entwickeln will. Dass wäre so, als würde die Feuerwehr nicht mehr den Brand löschen, sondern den Feuermelder abschalten. Aber leider ist diese Idee auch nicht so neu, sondern sogar schulmedizinisch oft der Fall, dass man wichtige Mechanismen der Immunabwehr unterdrückt, statt an den Ursachen der Krankheit anzusetzen. Mir ist durchaus bewusst, dass die Abwehrreaktionen des Organismus und auch Fieber in seltenen Fällen überschießen können und man dann in einigen Fällen auch die Fiebertemperatur durch entsprechende Medikamente reduzieren muss. Auch bin ich kein Gegner der Schulmedizin und wir können froh sein, dass Sie für die entsprechenden Notfälle Medikamente wie Antibiotika usw. entwickelt hat, Sorge macht mir aber dieses Kriegsvokabular, dass suggeriert man Müsse gefährliche Feinde wie "Zytokin Stürme" oder Fieber vernichten. All zu oft bekomme ich mit, wie Patienten Angst vor hohem Fieber haben und Ärzte sogar Kindern sofort drastische Medikamente verabreichen bei 38° Körpertemperatur. Damit wird die Angst vor Fieber noch geschürt, denn was ist "hohes Fieber". Tatsache ist, dass Temperaturen von 40° C bei Kindern nichts Außergewöhnliches sind und gut verkraftet werden. Auch bei dem unten zitierten Artikel wird nirgends angegeben, wie hoch denn das "hohe Fieber" ist. Verglichen mit bakteriellen Infektionen ist zum Beispiel die Fieberreaktion bei Virusinfektionen eher gering. Ein Auftreten von hohem Fieber bei Grippe in der Regel eher ein Zeichen, dass zur Virusinfektion, sich noch eine bakterielle Infektion gesellt hat, wegen der Schwächung des Immunsystems. Deshalb gibt man dann auch Antibiotika, die Null Wirkung auf Viren haben, aber Bakterien töten können. Was mir Sorgen dabei macht ist die Vorstellung, dass bei dieser Denkungsart noch mehr Zerstörung des Immunsystems zu erwarten ist, als ohnehin schon besteht. Der aus Panikmache (oder Geschäftsinteressen) übertriebene und bedenkenlose Einsatz von Antibiotika, hat ja schon zu vielen resistenten Bakterien mit vielen Todesfällen geführt. Der Zusammenhang der Unterdrückung von Fieberreaktionen mit der Entstehung von schweren chronischen Krankheiten gilt in der Naturheilkunde als gewiss und kann in der therapeutischen Praxis auch nachvollzogen werden. Gerade auch im Zusammenhang mit der Krebserkrankung ist bekannt, dass die Lebensgeschichte von Betroffenen seit vielen Jahren vor der Feststellung der Diagnose typischerweise keine Fieberreaktionen aufweisen. Eine inzwischen auch von der Schulmedizin anerkannte Begleittherapie bei Krebs, ist daher die Misteltherapie, die ja gerade darauf beruht, die Körpertemperatur und Wärmereaktion des Organismus wieder zu beleben. Die als wirksam identifizierten Inhaltsstoffe der Mistel sind interessanterweise Leukine.
Siehe auch: Die Wärmebildung und Ihre Wirkung auf das Immunsystem

Der Artikel-Quelle: TU München, 17.11.2009
Erhellende Erkenntnisse zu Grippe und Fieber
Ein Kennzeichen der "Neuen Grippe" ist plötzlich auftretendes starkes Fieber. Bislang verstand man nicht genau, wie diese Reaktion zustande kommt. Forscher haben einen neuen Signalweg identifiziert, über den bestimmte Viren Fieber auslösen können. Viren sind mikroskopisch kleine Schmarotzer: Sie schleusen ihr Erbgut in die Zellen ihres Opfers ein, um diese so "umzuprogrammieren". Die infizierten Zellen produzieren dann nicht mehr das, was sie selbst zum Leben brauchen, sondern bauen stattdessen jede Menge neue Viren. Diese feindliche Übernahme bleibt zum Glück meist nicht unbemerkt. Dafür sorgen zelleigene Sensoren, die fremdes genetisches Material erkennen. Einer davon ist das so genannte RIG-I. Wenn RIG-I auf Viren-Erbgut stößt, sorgt es dafür, dass der Körper Interferon ausschüttet. Das Interferon versetzt seinerseits Killerzellen in Kampfbereitschaft, die die befallenen Zellen vernichten. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. "Unseren Ergebnissen zufolge spielt RIG-I wohl eine viel zentralere Rolle bei der Virenabwehr als bislang gedacht", erklärt Privatdozent Dr. Jürgen Ruland vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. So gehen viele Virusinfektionen mit hohem Fieber einher - so etwa auch die Grippe. Die Interferon-Ausschüttung allein kann dieses Symptom nicht erklären. Auslöser von Fieber sind meist Entzündungsbotenstoffe, so genannte Zytokine. "Wir konnten nun erstmals zeigen, dass RIG-I im Falle einer Virusinfektion auch die Produktion eines zentralen Zytokins ankurbelt", erklärt Dr. Hendrik Poeck, der sich zusammen mit seinen Kollegen Dr. Michael Bscheider und Dr. Olaf Groß die Erstautorenschaft der Studie teilt. Die Rede ist vom Interleukin 1, dem wohl wichtigsten Entzündungsbotenstoff, den man heute kennt. Sorgen Zytokine für schwerere Krankheitsverläufe? Drucken Weiterempfehlen Bookmarken * del.icio.us * Digg * newsvine * Reddit * Mr. Wong Ihre eMail-Adresse eMail Empfänger Nachricht (optional) go Wenn RIG-I mit Viren-Erbgut in Kontakt kommt, bewirkt es zweierlei: Zum einen sorgt es dafür, dass bestimmte Immunzellen massenhaft Pro-Interleukin produzieren - das ist der Vorläufer von Interleukin 1. Gleichzeitig aktiviert es über einen komplizierten Signalweg ein Enzym, das Pro-Interleukin in Interleukin 1 umwandelt. "Dieses Interleukin 1 sorgt dann für die typischen Symptome einer Virusinfektion wie Fieber oder Schüttelfrost", erläutert Professor Dr. Veit Hornung vom Universitätsklinikum Bonn Noch wissen die Forscher nicht, wie wichtig dieser neu entdeckte Immunmechanismus für die erfolgreiche Abwehr des Virus ist. Eventuell hat die Interleukin-Ausschüttung mitunter sogar negative Folgen: "Es gibt die Hypothese, dass eine Überproduktion von Zytokinen zu extrem schweren Verläufen von Viruserkrankungen führen kann", sagt Professor Dr. Gunther Hartmann. Möglicherweise können daher Medikamente, die einen solchen "Zytokin-Sturm" verhindern, den Krankheitsverlauf mildern. Originalpublikation: Recognition of RNA virus by RIG-I results in activation of CARD9 and inflammasome signaling for interleukin 1beta production. Hendrik Poeck, Michael Bscheider, Olaf Gross, Katrin Finger, Susanne Roth, Manuele Rebsamen, Nicole Hannesschläger, Martin Schlee, Simon Rothenfusser, Winfried Barchet, Hiroki Kato, Shizuo Akira, Satoshi Inoue, Stefan Endres, Christian Peschel, Gunther Hartmann, Veit Hornung & Jürgen Ruland. Nature Immunology, doi: 10.1038/ni.1824
von Gerhard - veröffentlicht in: Gesundheit - Community: Lebensalltag
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Dienstag, 17. november 2009 2 17 /11 /2009 16:10

Welternährungsgipfel, ein Anästhetikum für die Völker?

Gestern wurde in Rom der Welternährungsgipfel zelebriert und die einflussreichen Häupter der Erde stellten wie meist bei solchen Veranstaltungen Ihre Humanität und Sorge für die Leidende Menschheit dar. Mit atemberaubender Schnelligkeit verabschiedenten Sie schon am Abend eine Abschlusserklärung mit schönen Worten. Sie demonstrierten damit wie konzentriert und ernsthaft sie mit großer Effizienz die Probleme angehen und sich nicht Tagelang mit unnützen Überlegungen abgeben. Wie schon vor Jahren wurde vom Recht auf Nahrung und von der Halbierung der Zahl der Hungernden in der Welt gesprochen. Auch die Spenden der reicheren Länder flossen und mit Stolz wurde die Summe von 20 Milliarden genannt (für Rüstung werden zur  Zeit  1340 Millarden ausgegeben). Deutschland beteiligt sich mit 700 Millionen daran (Rüstungsausgaben 46,8 Millarden im Jahr 2008). Seit dem letzten Versprechen hat sich in der Tat schon einiges getan: Die Zahl der Hungernden hat sich enorm vervielfacht. Die Fernsehnationen der Wohlhabenden können sich beruhigt zurücklehnen in der Gewissheit, dass Ihre Finanzwelt, Regierungs- und Religionsvertreter doch noch menschliche Züge haben und trotzdem klug genug sind es bei Lippenbekenntnissen und unverbindlichen Apellen zu belassen und dabei nicht vergessen wie viele notleidenden Bänker es in der eigenen Heimat gibt. Allerdings gibt es Stimmen, die sich kritisch zu den viel zu hohen Ausgaben für Entwicklungshilfe äußern.

Jedenfalls haben die Nachrichten mal wieder deutlich gemacht, dass wir Deutschen und Christen auf der guten Seite stehen. Dies wurde unterstrichen durch die Tatsache welch anstößiges Benehmen ein Vertreter der islamischen Fakultät an den Tag legte.

Welternährungsgipfel

500 hübsche Italienerinnen für Gaddafi gesucht (Nachrichten in Die Welt)

(38)

16. November 2009, 08:27 Uhr

Während des Welternährungsgipfels der Vereinten Nationen, der heute in Rom beginnt, hat Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi ein abendliches Kontrastprogramm ganz nach seinem Geschmack angeordnet. Für insgesamt drei Gala-Abende suchte eine Agentur insgesamt 500 "hübsche Mädchen aus ganz Italien".(Die Welt)

Darüber kann man ruhig mal die Augen darüber verschließen dass unser Wohlstand zum Großteil darauf basiert, dass wir die Bodenschätze der Ärmsten für unser Wirtschaftswachstum ausplündern, Nutznießer billiger Arbeitskräfte sind und sie in Abhängigkeit halten. Dass die Wurzel davon im Missionseifer unserer  Kultur liegt, die zahlreiche Völker und Kulturen vernichtet hat (z.B. Indianer, Indios, Aboridginis, MaorisAfrikaner usw.). Dass unser Energieverbrauch, der für Klimawandel und Verwüstung großer Teile der Erde mitverantwortlich ist, in großem Ausmaß dazu dient dass wir überflüssiges Verpackungsmaterial und Müll produzieren und uns die Freiheit gibt zu Tausenden nach Malorca einzufallen um uns dort mit Bier und Fernseh abzufüllen.

Ist das Freiheit und Friedensfördernd?

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Lebensalltag
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Freitag, 13. november 2009 5 13 /11 /2009 02:27
Liebe Freundinnen und Freunde,

Jeder sechste Erdbewohner hungert. Die Wirtschaftskrise hat verheerende Auswirkungen auf die Ärmsten, doch unsere Regierungen ergreifen keine wirksamen Maßnahmen.

In wenigen Tagen treffen sich die einflussreichsten Nationen auf dem Welternährungsgipfel in Rom, um konkrete Antworten auf die Krise zu liefern. Den besten Lösungsansatz bieten substantielle Investitionen in eine nachhaltige Landwirtschaft in armen Ländern, die vor allem auf Kleinbauern setzen würden. Aber Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien und Japan ziehen sich aus den versprochenen Zusagen von 13.4 Milliarden Euro zurück.

Millionen Menschenleben stehen auf dem Spiel und nächste Woche ist unsere beste Chance die Staatschefs an ihr Versprechen zu erinnern! Unterschreiben Sie auf folgendem Link! - Avaaz wird die Petition direkt an Staatschefs übergeben und durch eine spektakuläre Aktion im Kolosseum in Rom das Interesse der Medien am Vorabend des Gipfels wecken.

http://www.avaaz.org/de/world_hunger_pledges/97.php/?cl_tta_sign=88e03fca32c298df2998de8b761b7fa1

Die Welt produziert genug Nahrung für alle. Trotzdem übersteigt die Zahl der Hungernden in der Welt das traurige Rekordhoch von einer Milliarde Menschen.

Die Reichsten investieren Milliarden zur Bankenrettung, doch drohen mit einer Reduktion der versprochenen 13,4 Milliarden Euro auf gerade 2 Milliarden. Dies ist angesichts der steigenden Zahl von Hungernden ein Skandal!

Der Welternährungsgipfel in Rom ist unsere beste Gelegenheit den Druck auf Regierungen zu erhöhen, um Investitionen in eine nachhaltige Kleinbauernwirtschaft zu fördern. Es wird immer deutlicher, dass das Modell der intensiven Landwirtschaft den Hunger nicht wirksam bekämpfen kann und neben Monokulturen auch zur Erosion der Böden und der Verschmutzung der Umwelt führt.

Gemeinsam mit der Anti-Armuts-Organisation ActionAid und internationalen Bauernnetzwerken zeigen wir unseren Regierungen, dass wir uns weigern in einer Welt zu leben, in der jede Minute Menschen an Hunger sterben. Unterzeichnen Sie die Petition an den Welternährungsgipfel in Rom -- jede Unterschrift wird durch eine spektakuläre Aktion im Kolosseum in Rom repräsentiert:

http://www.avaaz.org/de/world_hunger_pledges/97.php/?cl_tta_sign=88e03fca32c298df2998de8b761b7fa1

Die Ärmsten haben am stärksten unter den Folgen der Wirtschaftskrise und des Klimawandels zu leiden und Millionen sind kurz vor dem Verhungern. Es ist in Zeiten wie diesen, in denen wir zusammenhalten und zeigen müssen, dass wir für diejenigen einstehen, denen das fundamentale Recht auf Nahrung verweigert wird. Unterschreiben Sie die Petition hier:

http://www.avaaz.org/de/world_hunger_pledges/97.php/?cl_tta_sign=88e03fca32c298df2998de8b761b7fa1

Hoffnungsvoll,

Luis, Alice, Benjamin, Graziela, Ricken, Pascal, Iain, Paula, Paul, Veronique und das gesamte Avaaz Team

Quellen

UN schlägt Alarm: Eine Milliarde Menschen hungern
http://www.sueddeutsche.de/politik/189/450905/text/

1200 Milliarden für Rüstung, keine 30 Milliarden gegen Hunger:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,557545,00.html

Welternährungskrise: "Hunger ist eine Sicherheitsfrage"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,596516,00.html

Die Bedrohung von Luft, Wasser und Erde
http://www.sueddeutsche.de/wissen/819/317693/text/

G8: Oxfam fordert 25 Mrd. US-Dollar jährlich zur Hungerbekämpfung
http://pressemitteilungen.epo.de/?p=2750#more-2750

Nur 15% des G8-Versprechens ist "neues Geld", Reuters (auf Englisch):
http://www.reuters.com/article/latestCrisis/idUSL3424540

Hier finden Sie die Action Aid Webseite (auf Englisch):
http://www.actionaid.org/
ÜBER AVAAZ 


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von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Friedensforum
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Montag, 9. november 2009 1 09 /11 /2009 23:47

Der Einfluss von Welt- und Menschenbild auf politische Entscheidungen
am Beispiel der Idee des Grundeinkommens

Verhalten und Entscheidungen eines Menschen sind maßgeblich mitbestimmt durch seinen Standpunkt und dem Menschenbild, das er für sich als richtig erkennt. Darüber hinaus wird auch das Maß seiner Freiheit davon abhängen, inwieweit er fähig ist einen eigenen Standpunkt einzunehmen und seinen Mitmenschen ebenfalls die Freiheit eines eigenen Standpunktes gewährt. Dazu gehört auch die Erkenntnis, das ein eigener Standpunkt nicht etwas statisches ist, sondern immer wieder neu anhand der gegebenen Umstände gefunden werden muss, sonst würde man Wachstum, Fortschritt und Entwicklung leugnen und ausschließen. Darüber hinaus benötigt man zur Bestimmung seines Standpunktes die Anschauung der Umgebung zur Orientierung. Stehe ich zum Beispiel an der Ostseite eines Hauses, so werde ich es entsprechend beschreiben und es ist in dem Moment für mich wahr. Jemand der an der Südseite steht, wird es entsprechend anders beschreiben. Bin ich frei, kann ich auch den Standpunkt des Anderen einnehmen und gewinne eine erweiterte Anschauung des Objektes und bin der Wirklichkeit etwas näher gekommen. Unfreiheit würde bedeuten, ich bin nicht einmal in der Lage mir zumindest in der Vorstellung die Beschreibung des Anderen anzuschauen und gerate unter Umständen in heftigen Streit um die Wahrheit. Der Idealfall wäre natürlich, beide könnten einen Standpunkt einnehmen, von dem aus das komplette Haus zu sehen wäre. Nun sind die Verhältnisse natürlich wesentlich komplizierter, wenn es sich nicht um konkrete, materielle Objekte, sondern um die großen Probleme des Mensch seins und der Gesellschaft handelt. Vor allem wenn man bedenkt, dass man für viele Bereiche auf die Beschreibungen von Fachleuten, oder Augenzeugen angewiesen ist. Hinzu kommt dann noch, dass es viele unehrliche Menschen gibt, die nicht ehrlich beschreiben, sondern bewusst Lügen und Meinungen machen, oder verschweigen, dass Ihre wissenschaftlichen Beweise nicht auf realer Erfahrung, sondern auf Spekulationen und Theorien beruhen.

Am Beispiel der heute viel diskutierten Idee des Grundeinkommens oder Bürgergeldes möchte ich in diesem Beitrag darstellen, wie Menschenbild und persönlicher Standpunkt maßgeblich für den Ausgang der eventuell umgesetzten Idee entscheidend sind. Die Idee des Grundeinkommens wird in allen Bevölkerungsschichten und politischen Parteien diskutiert und findet auch in allen Parteien sowohl Befürworter und Gegner.

Hier ein Ausschnitt von häufig gebrauchten Argumenten:

Pro

Kontra

Aus: http://www.globalincome.org/Deutsch/Grundeinkommen.html

Die Argumente für ein Grundeinkommen können in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die Werte für die das Grundeinkommen steht: Das Recht auf Leben, die Werthaftigkeit eines jeden Menschen, Freiheit, ehrlich teilen, Wertschätzung unbezahlter Arbeit, Freude an der Arbeit und Natur- und Umweltschutz.
Die sozialökonomischen Vorteile: Bessere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, Verringerung der Arbeitslosigkeit, weniger Arbeitsstress und weniger Ausfall durch Krankheit und Arbeitsuntauglichkeit.

1. Das Recht auf Leben
Ein Grundeinkommen gibt Menschen Existenzsicherheit. Es garantiert jeder und jedem ein Mindesteinkommen, das ausreicht, um leben zu können. Da ein Grundeinkommen bedingungslos ist, kommt niemand unter die Räder.

2. Freie Arbeitswahl, Motivation, Freude an der Arbeit
Im heutigen System für soziale Sicherheit haben Menschen eine Arbeits- und Bewerbungspflicht auf Strafe des Verlustes von Sozialleistungen. Ohne Einkommen können Menschen ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Bewerbungspflicht und Abhängigkeit von Erwerbsarbeit haben zur Folge, dass viele Menschen gegen ihren Willen arbeiten. Sie tun Arbeit, die sie lieber nicht tun würden, weil sie nicht zu ihren Fähigkeiten, ihrer Motivation oder ihren Ideen passt oder weil die Arbeitsbedingungen oder die Bezahlung schlecht sind. Durch ein Grundeinkommen können Menschen frei die Arbeit wählen, die wirklich zu ihnen passt. Das wird einen positiven Effekt auf die Arbeitsmotivation und die Freude an der Arbeit haben. Auch durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Verminderung von Arbeitsstress infolge der Einführung eines Grundeinkommens wird die Freude an der Arbeit zunehmen (siehe 3 und 4).

3. Freier Arbeitsmarkt, gerechte Einkommensverteilung, gute Arbeitsbedingungen, weniger Ausfall durch Krankheit und Arbeitsuntauglichkeit
Die Arbeits- und Bewerbungspflicht sorgt dafür, dass Arbeitnehmer eine schlechte Verhandlungsposition gegenüber Arbeitnehmern haben. Die freie Funktion des Arbeitsmarktes wird dadurch gestört. Durch die Einführung eines Grundeinkommens werden Arbeitnehmer gegenüber Arbeitgebern gestärkt. Das wird zu einer gerechteren Einkommensverteilung, besseren Arbeitsbedingungen und weniger Ausfall durch Krankheit und Arbeitsuntauglichkeit führen.

4. Eine bessere Verteilung von Arbeit und Einkommen, weniger Arbeitslosigkeit, Verringerung von Leistungsdruck
Im heutigen sozialen Sicherheitssystem, werden Leistungen gestoppt oder verringert, wenn jemand wieder arbeiten geht. Außerdem verursacht Erwerbsarbeit häufig extra Kosten wie Reisekosten oder Kosten für Kinderbetreuung, die nicht vollständig vergütet werden. Dadurch haben vor allem Arbeitnehmer am unteren Rand des Arbeitsmarktes finanziell wenig oder gar nichts davon, wenn sie wieder arbeiten gehen: Dies wird die Armutsfalle genannt. In einem sozialen Sicherungssystem mit Grundeinkommen wird es sich für die betroffenen Menschen durchaus lohnen, wieder arbeiten zu gehen. Ein Grundeinkommen macht dem irrsinnigen Gegensatz, den wir heute haben, ein Ende: Auf der einen Seite gibt es viele Arbeitslose, die gerne arbeiten wollen, während auf der anderen Seite für viele Menschen, die bezahlte Arbeit haben, der Leistungsdruck zu groß ist….mehr

Argumente von  Ronald Blaschke, Sprecher des Netzwerkes Grundeinkommen

 

..dass es viel Arbeit gibt, die nicht mehr gemacht würde, wenn es ein Grundeinkommen gäbe, weil der Mensch nun mal faul sei und sich in jede Hängematte legen würde, die man ihm aufbaut.
….dass bei den derzeitigen gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen möglicherweise zwar ein Grundeinkommen durchsetzbar sei, aber dieses so niedrig ausfallen würde, dass de facto eine weitere Verschlechterung für viele damit verbunden sei. Tatsächlich sind einige Modelle von liberaler oder konservativer Seite im Umlauf (z.B. Friedmann, Althaus), die einen solchen Verdacht nähren.
…dass ein bedingungsloses Grundeinkommen vor allem eine Subvention von Niedriglöhnen (also ein Kombilohn) sei und die Kosten für die soziale Sicherung vom Lohn der Arbeiter über Steuern abknappst und das Kapital bezuschusst. Somit würde ein Grundeinkommen nur die partikularen Interessen von Erwerbslosen und kleinen Selbstständigen fördern und somit einem breiten Bündnis mit den Lohnarbeitern im Weg stehen..
…von Anarchist/innen kategorisch abgelehnt, weil es eine "Forderung an den Staat" sei und deswegen abzulehnen, weil Staat an sich schon eine antiemanzipatorische Sache sei
.
…(Erwerbs-)Arbeit ist  unverzichtbar für gesellschaftliche Anerkennung und deswegen dürfte das Ziel eines "Rechts auf Arbeit" nicht aufgegeben werden…
siehe auch

Christoph Butterwegge
… Dass die unter dem Kontrolldruck ihrer ARGE (Arbeitsgemeinschaft von Bundesagentur für Arbeit und örtlicher Sozialbehörde) bzw. ihrer Optionskommune stehenden Bezieher/innen von Arbeitslosengeld II und ihre organisatorischen Netzwerke hierin eine Alternative zu bedürftigkeitsgeprüften Transferleistungen sehen, ist wenig verwunderlich. Viele vom patriarchalischen Wohlfahrtsstaat à la Bismarck enttäuschte Frauen wiederum hoffen, auf dem Weg über das Grundeinkommen ihre Abhängigkeit vom (Ehe-)Partner beenden und eine längst überfällige eigenständige soziale Sicherung erlangen zu können. Dass die Forderung nach dem Grundeinkommen in unterschiedlichen politischen Lagern (von der FDP über die CDU und die Bündnisgrünen bis zur Linkspartei) Resonanz findet, liegt vermutlich daran, dass es Gerechtigkeitsvorstellungen eines utopischen Sozialismus mit bürgerlichen Gleichheitsidealen und aus Sicht neoliberaler Ökonomen bewährten Funktionselementen der Marktökonomie verbindet….

…. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde den Sozialstaat aber nicht „vom Kopf auf die Füße stellen“ (Reinhard Loske, grüner Bundestagsabgeordneter), sondern ihm den Todesstoß versetzen. Denn er könnte die neben der Armutsbekämpfung für einen Wohlfahrtsstaat konstitutiven Funktionen der Lebensstandardsicherung im Falle sozialer Existenzrisiken (z.B. Krankheit, Invalidität und Arbeitslosigkeit) sowie des Ausgleichs zwischen Arm und Reich noch unzureichender als bisher oder – wenn die Sozialversicherungen zugunsten des Grundeinkommens entfallen, wie in den einflussreichsten Modellen vorgesehen – gar nicht mehr erfüllen.

Da nicht nur die Armut, sondern parallel dazu auch der Reichtum in einer früher unbekannten Weise wächst, ist die soziale Polarisierung neben der Prekarisierung das Kardinalproblem unserer Gesellschaft und vornehmlich mehr ausgleichende Gerechtigkeit nötig. Sowenig eine Kopfpauschale im Gesundheitssystem der unterschiedlichen finanziellen Leistungsfähigkeit von Krankenversicherten gerecht würde, sowenig eignet sich jedoch das Grundeinkommen, um die tiefe Wohlstandskluft in der Gesellschaft zu schließen. Letztlich würde es als Kombilohn für alle wirken. Weil das Existenzminimum seiner Bezieher/innen gesichert wäre, könnten diese noch schlechter entlohnte Jobs annehmen, wodurch den Unternehmen mehr preiswerte Arbeitskräfte zur Verfügung stünden und die Gewinne noch stärker steigen würden. …. Wenn (fast) alle bisherigen Transferleistungen in einem Grundeinkommen aufgingen, hätten Neoliberale ihr Ziel erreicht, das traditionsreiche Sozialversicherungssystem zu zerstören…
..hätten weder Unter- noch Mittelschichten die geringsten Vorteile zu erwarten, würde ihnen doch mehr „Eigenverantwortung“ zugemutet .. …Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen sinnvoll, finanzierbar und realisierbar ist, erscheint fraglich. Es dürfte kaum die Zustimmung einer Mehrheit der Bevölkerung finden, weil für sie die Bedürftigkeit seiner Empfänger/innen und die Frage eine Schlüsselrolle spielen, warum jemand in eine Notsituation geraten ist. Das nicht auf Erwerbsarbeit gegründete und „leistungslose“ Einkommen bleibt deshalb wohl eine Utopie…,
mehr

 

Die Argumentationen zeigen deutlich die unterschiedlichsten Blickwinkel, bei denen entweder allgemein menschliche Ideale, politische Ziele, Weltanschauungen, Parteizugehörigkeit, persönliche Ängste und Emotionen oder rein egoistischer Zweck den Ausgangspunkt bestimmen. Für die einen existiert ein Menschenbild, das Eigenverantwortung als Zumutung deklariert, für andere ist jegliche Regulierung durch den Staat ein Eingriff in die Freiheit. Manche Argumente beruhen auf der Annahme, dass der Mensch oder gewisse Gesellschaftsschichten faul oder raffgierig sind und nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche funktioniert. Andere gehen davon aus, dass der Mensch von Natur aus gerne arbeitet und kreativ ist und nur entsprechend äußere Bedingungen braucht. Die einen gehen davon aus, dass bei Einführung des Grundeinkommens die Menschen und Bedingungen sich erheblich bessern, die anderen, dass alles nur noch schlimmer wird und usw.

Real ist wohl, dass die Einführung eines Grundeinkommens ein Experiment und Wagnis ist und Niemand mit Gewissheit sagen kann, welche Konsequenzen und Möglichkeiten die Menschen ergreifen. Real ist aber auch, dass es dringend Zeit für neue Antworten auf die neuen Gesellschaftsbedingungen ist. Richtung und Ergebnis einer Unternehmung ist auch abhängig davon , welche Grundmotivation bei der  konkreten Ausarbeitung zur Einführung und Umsetzung einer Idee Pate steht. Außerdem von der bestmöglichen Erkenntnis der Bedingungen und Potentiale wie wirklichkeitsgetreues Menschenbild, Sachkompetenz in sozialen, pädagogischen, wirtschaftlichen und ökologischen Belangen. Zu berücksichtigen ist auch die Lernfähigkeit und Kreativität einen einmal in Gang gesetzten Prozess mit entsprechenden Maßnahmen zu begleiten.

Da im vorhergehenden Text schon mehrmals der Begriff Menschenbild auf geführt wurde, schließe ich auch noch einige Gedanken und Vorstellungen zum Thema Menschenbild an, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

Welt- und Menschenbilder

Zur Allgemeinbildung gehört das Wissen, dass der Mensch  außer seinem äußerlich sichtbaren Körper auch Gefühle und Gedanken hat. Man spricht auch oft von der Dreiheit von Körper Seele und Geist, wobei die Begriffe von Seele und Geist je nach Weltanschauung und Kontext, in dem die Begriffe benützt werden, durchaus eine unterschiedliche Bedeutung haben. Ein ganz wesentlicher Unterschied, der sich schon lange in der Menschheitsgeschichte durch philosophische  Auseinandersetzungen zieht, ist auf der einen Seite der materialistische Vorstellungsansatz, in dem auch die heutige Wissenschaft verankert ist. Dies bedeutet im praktischen, dass die Materie der Urgrund alles Seins ist. Für ein Menschenbild bedeutet dies, dass der Mensch sich entwickelt hat aus Materie, aus einfachen Grundsubstanzen (Molekülen), die immer komplizierter werdend und durch  gewisse physikalische Vorgänge zum leben erweckt wurden. Es entstanden einfache lebendige Organismen, die sich zu komplizierteren Pflanzen und Tieren auf immer höhere Stufe entwickelten und endlich aus Affen die höchst entwickelte Tiergattung, der Mensch entstand. Konsequent weitergedacht, bedeutet dies auch, dass Gefühle, sprich Psyche oder Seele und auch Gedanken nichts anderes als Produkte komplizierter materieller Vorgänge chemischer und elektrischer Art sind. Ehrlich weitergedacht, bedeutet dies, dass der Mensch einzig ein Produkt materieller Gesetzmäßigkeiten, die Ihre Verlängerung in Erbanlagen, Mutationen, biologisch- chemischen Reaktionen und daraus resultierenden, gesetzmäßig vorherbestimmbaren Gefühlen, Verhalten und Gedanken hat. Ein Beispiel für daraus resultierende wissenschaftliche Theorien ist die Evulutionslehre von Charles Darwin. Von einem unteren, materiellen, schreitet die Entwicklung weiter zu einem höheren, feinerem, abhängig von dem Gesetz, nach dem das Stärkere sich durchsetz und von zufällig entstehenden Mutationen, die neue Fähigkeiten und Funktionen entstehen lassen Sogenannte Sprünge in der Evolution. Konsequent gedacht, lässt ein solches Weltbild keinen Raum für Freiheit, denn auch der Mensch ist dadurch vollkommen Abhängig von materiellen Gesetzmäßigkeiten. Karl Marx war ausgesprochener Vertreter eines materialistischen Weltbildes und Grundlage des Kommunismus zur Bildung einer gerechteren Gesellschaft ist nicht die Freiheit, sondern die Umverteilung materieller Güter und Produktionsmittel.

Auf der anderen Seite steht der spirituelle Ansatz. Hier steht am Anfang der Geist, das höchste und feinste Prinzip, dass sich immer mehr verdichtet, bis hin zur materiellen Erscheinung und Manifestation. Für ein Menschenbild bedeutet dies, der Geist und geistige Gesetzmäßigkeiten bestimmen letztendlich, absteigend über das Seelische, die körperlichen, materiellen Bedingungen. Der griechische Philosoph Platon sprach zum Beispiel von einer Jenseitigen unsichtbaren Welt der Ideen, die ihre Spiegelung und Manifestation in der äußeren sichtbaren Welt haben. Ein gleichnißhaftes Bild dafür, ist zum Beispiel, das ein Haus ja zunächst entspringt in der Idee des Bauherrn, geplant, durchdacht  und als gezeichneter Plan vom Architekten umgesetzt. Dann erst wird es von den Maurern und Handwerkern aus konkreter Materie gebaut und steht dann als Haus vor uns. Die meisten Weltreligionen gehen von diesem spirituellen Ansatz aus und sprechen von Gott oder Schöpfer als geistiges Prinzip. Die katholische Kirche hat mit Konzielsbeschluss zur Zeit des heiligen Augustinius die Einheit von Körper, Seele und Geist des Menschen zerrissen, da Sie Ihm nur Körper und Seele zugesteht und den Geist als fernab vom Menschen in einen fernen Gott verlegt hat. Auch hier bleibt kein Platz für eine Freiheit, denn der Mensch wird dadurch entweder den materiellen Bedingungen oder der Gnade eines fernen Gottes ausgeliefert. Frei ist er nur im Geiste, jenseits der irdischen Dualitäten,  jenseits von gut und Böse. Da Ihm aber der Geist nicht eigen ist,  bleibt er zu Lebzeiten gefangen  in den irdischen Bedingungen. In letzter Konsequenz hat die Amtskirche damit den Menschen des Geistes und der Freiheit beraubt und damit dem  Materialismus ausgeliefert und im wesentlichen damit den Kapitalismus gefördert. Soziale Ungerechtigkeiten werden durch materielle Almosen gelindert.

Man kann das Menschenbild auch entwickeln, indem man den Menschen in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen ansiedelt. Er steht dann zwischen Geist und Materie, bzw. Himmel und Erde. Seine Seele hat dann Anteil sowohl an den irdischen, materiellen Gesetzmäßigkeiten, als auch an den geistigen, schöpferischen Kräften. Dieses Menschenbild kommt meines Erachtens auch der Wirklichkeit näher. Wie jedes irdische Lebewesen benötigt der Mensch Nahrung, er hat dies mit Pflanzen und Tieren gemein. Weil er eine Seele hat, fühlt er Hunger und den Trieb diesen Hunger zu stillen. Im Gegensatz zum Tier, ist er aber nicht gezwungen diesem Trieb  nachzugeben, er kann sich frei entscheiden, ob er diesem Trieb nachgeht, oder fastet (vorausgesetzt es ist Nahrung vorhanden, denn wenn nichts da ist hat er keine Wahl). Ein Tier kann das nicht, es muss fressen wenn Nahrung in diesem Moment vorhanden ist. Der Mensch hat auch die Möglichkeit sich gedanklich Bereichen hinzuwenden, die keine Veranlassung durch äußere oder innere Reize oder Gewohnheiten haben. Zugegebener Weise ist der Normalfall, dass ständig Gedanken in uns kreisen, die durch Sinneswahrnehmungen, Stimmungen, Wünsche usw. ausgelöst werden, aber man kann sich auch unabhängig davon vornehmen seine Gedanken bewusst auf dieses oder jenes zu lenken. Der Mensch kann auch etwas völlig neues erschaffen, denken wir nur an die vielen technischen und kulturellen Errungenschaften. Ein eindeutiger Beweis, dass der Mensch schöpferische Kräfte hat. Unabhängig davon ob es sinnvoll oder sinnlos, aufbauend oder zerstörerisch ist. Ob er es zu materiellen oder geistigen Zwecken nutzt.usw.  Kurz gesagt kann man einen Freiheitsbegriff wohl erst dann sinnvoll einführen, wenn der Mensch auch schöpferische Kräfte und eine Wahl unabhängig von den gegebenen Umständen hat. Freiheit im inneren Sinn ist sehr  individuell und kann auch unabhängig  von materiellen Bedingungen und sozialer Gerechtigkeit existieren, denn ob der Mensch arm oder reich, gesund oder krank ist, so hat er doch die Freiheit sich mental auf eine Ebene auszurichten, die unabhängig von den materiellen Umständen ist, oder auch sich ganz von der materiellen Problematik einfangen zu lassen. Im äußeren, materiellen, irdischen Leben wird er aber nie ganz frei und gerecht sein können, denn dieser Bereich ist doch immer auch begrenzt. So wird der Mensch zum Beispiel niemals unbegrenzt die Schätze der Erde ausbeuten können, denn die stehen einfach nur begrenzt zur Verfügung. Frei kann er aber darin sein, wie er die zur Verfügung stehenden Resorcen benutzt und verteilt und wie er auch das menschliche Leben untereinander mitgestaltet. Freiheit im Äußeren führt nicht notgedrungen zu mehr sozialer Gerechtigkeit und sozialere Verteilung von Gütern nicht notgedrungen zu innerer Freiheit.

Kommen wir zurück auf das Thema Grundeinkommen. Ein Grundeinkommen, ausgehend von einem einseitig materialistischem, darwinistischem Welt- und Menschenbild, wird zwangsweise kommunistische oder kapitalistische Züge tragen und an Bedingungen geknüpft sein oder so gering sein, dass es nicht wirklich zu Veränderungen führt, außer dass es nicht mehr Harz IV. genannt wird. Selbst wenn es höher als zur Zeit liegt könnte es höchstens zu mehr Konsum der Ärmeren und damit ein klein wenig zum viel Beschworenen Wirtschaftswachstum beitragen. Es wird unter Umständen bei genügender Höhe die Gemüter sozial Schwächerer vorrübergehend beruhigen und die Stärkeren in Ruhe ihre äußere Freiheit weiter ausbauen lassen. Ein Grundeinkommen ausgehend von einem Menschenbild, dass dem Menschen eine Anlage zu einem freien Ich und Schöpferkraft zubilligt, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er ein sehr komplexes Wesen ist, mit Anteilen von geistiger Freiheit und Ethik, aber auch mit gebundenen Anteilen an Trieben, Emotionen und materielle Gesetzmäßigkeiten, wird so gestaltet sein, dass es hoch genug ist um auch über die reine Grundsicherung von wohnen und essen hinaus eine Teilnahme am kulturellen Leben und Bildung ermöglicht. Es wir bedingungslos sein und das Empfinden der Anerkennung als freier Mensch transportieren. Es wird sich auch freihalten von überzogenen Erwartungen, in dem Bewusstsein, dass es dem Menschen ermöglicht freier von wirtschaftlichen Nöten das eigene schöpferische Potential zu entfalten, oder aber auch es verkümmern zu lassen. Darüber hinaus wird es parallel dazu auch neue Denkmodelle auf dem Gebiet der Bildung, Politik und Wirtschaft entwickeln müssen. Zum Beispiel die Abkopplung der Steuereinnahmen vom Arbeitslohn. Oder das Gleichsetzen der menschlichen Arbeit mit einer Ware.

© Gerhard Himmel

 

 

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Freiheit der Gedanken
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