Politik

Sunday, 22. november 2009 7 22 /11 /Nov. /2009 15:58

Freiheit der Forschung und Lehre. Leben wir in einer Witschaftsdiktatur?

In diesen Tagen steht das Thema Bildung im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Zum Einen machen die Studenten mit der Besetzung der Universitäten und Demonstrationen auf die Katastrophalen Zustände ihrer Studienbedingungen aufmerksam, zum Anderen beteuern alle politische Parteien, wie wichtig Sie das Thema Bildung für die Zukunft, im Zusammenhang mit  Wirtschafts- und Finanzentwicklung sehen.  Auch Freiheit und Chancengleichheit im Zugang zur Bildung wird erwähnt.  Die Regierung verspricht den Ausbau von Kitaplätzen, Erhöhung der Bafög Bezüge und mehr Geld für die Kinder zur Bildungsförderung. Sehen wir einmal davon ab, dass dabei auch Leistungen in Form von Gutscheinen erwogen werden, weil ja die Eltern mit wenig Geld angeblich unsozialer sind und das Geld eventuell lieber zu Ihrem eigenen Genuss verbrauchen. (dahinter steckt wohl das Menschenbild Arm = asozial und unfähig). Was mir aber besonders auffällt, die Politiker verlieren kein Wort über den Inhalt von Bildung. Sie gehen davon aus, dass die Probleme gelöst werden in dem Kinder möglichst früh gebildet werden und dass Mittel für Verbesserung zur materiellen Ausstattung für Schulen und Universitäten bereitgestellt werden. Dies ist sicher Notwendig, aber die Studenten fordern vor allem mehr Freiheit. Darauf geht niemand (Ausnahmen bestätigen die Regel, so haben zumindest die Grünen und einige Professoren sich mit dieser Forderung der Studenten solidarisiert) ein. Die Freiheit ist ein hochgelobtes Ideal der Forschung und Lehre und auch die Bundesrepublik rühmt sich als freier, demokratischer Staat. Die Realität zeigt aber, dass sich das Prinzip der Freiheit von Lehre, Wissenschaft und Bildung im Laufe der Entwicklung immer mehr zurückgezogen hat und ich würde mal behaupten, dass wir in Forschung, Lehre und Bildung in demokratischer Freiheit, sondern in einer Diktatur der Wirtschaft  leben. So sollen die Kinder schon im Vorschulalter mit Wissensinhalten gefüttert werden, um Ihre Chancen zu erhöhen? Die Inhalte dieser Vorschulbildung, aber auch die Inhalte der Schulbildung und auch Inhalte des Studiums, die immer mehr vom System festgelegt werden, orientieren sich an der gesellschaftlichen „Realität“, sprich an den Wirtschaftserfordernissen. Die Inhaltsbestimmenden Fragen beschränken sich doch hauptsächlich darauf: was braucht die Wirtschaft? Eine Wirtschaft, dessen Glaubenskredo darin besteht: ständiges, unendliches Wachstum durch Vermehrung von Wirtschaftsgütern. Bildung ist dann nichts weiter als fit machen für den Wettbewerb in der freien Marktwirtschaft. Gegen die Bemühungen  darum, dass jeder die Chance erhält, an diesem Wettbewerb teilzunehmen ist nichts auszusetzen,  ist aber nur ein Teil der Freiheit. Wer fragt eigentlich nach den Bedürfnissen einer Kinderseele jenseits der Freien Marktwirtschaft?  Nach der freien Lehre und Wissenschaft? Die Studenten drücken in Ihrem Protest klar aus, dass Ihr Bedürfnis auf Bildung sich gerade nicht auf Inhalte beschränkt, die auf Forderungen eines Wirtschaftsbereiches bestehen. Ist der Mensch nichts anderes, als Diener einer „Freien Marktwirtschaft“ und soll Bildung nichts anderes sein als perfekter Diener dieser Marktwirtschaft sein? Schaut man auf die Lehrpläne der Grund und Realschulen findet man nicht viel kulturelles, künstlerisch Kreatives. Kinder aus sogenannten unteren Bildungsschichten kommen auch in der Schule zunächst kaum  in Berührung mit wirklichen kulturellen und künstlerischen Elementen. Kinder aus den mittleren und höheren eventuell in der Familie. Selbst auf den staatlichen Gymnasien sind Allgemeinbildung und Kultur zurückgetreten zu  Gunsten „nützlichen Wissens“. Nur eine kleine Elite „Kreativer“ kann sich dann „Frei in der Freien Wirtschaft verspekulieren und dafür noch mit Milliarden gefördert werden. Oder im günstigen Fall wirklich mal mit einer innovativen Idee zum Fortschritt beitragen. Es wäre mal interessant zu verfolgen, welche Umstände dazu beigetragen haben, warum derjenige fähig war, diese Kreativität zu einem wirklichen Fortschritt zu entwickeln. Unser staatliches Bildungssystem?

Bei der Ausgestaltung des Schulsystems und der Bildungsinhalte, werden Pädagogen und Psychologen als Fachkräfte nicht mit der Frage nach der gesunden Entwicklung eines Menschen zu Rate gezogen, sondern wie man es schafft einen bestimmten Inhalt in kürzester Zeit zu implementieren. Im Wissenschaftsbetrieb steht auch nicht mehr ein ergebnisoffenes Forschen (Bedingung für eine freie Wissenschaft) im Vordergrund, sondern die Ergebnisorientierte Gutachter Erstellung. Ergebnisse werden dabei vorgegeben durch die Privatwirtschaft.

Fazit: Wir leben nicht in einer Gesellschaft des freien Bürgers, sondern in einer Wirtschaftsdiktatur, in der nur die „Freie Marktwirtschaft“ frei  ist. Die Frage die man sich stellen sollte, ist doch: Wollen wir eine „Freie Wirtschaft“? Oder einen freien Bürger mit freiem Geist und freier Bildung?

Politik sollte in einer Demokratie das Instrument sein, mit dem die Bürger Ihre Gesellschaftsbedingungen  gestallten können, nicht ein Instrument das Gesellschaftsbedingungen an Wirtschaftsidiologien anpasst.

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Freiheit der Gedanken
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Tuesday, 17. november 2009 2 17 /11 /Nov. /2009 16:10

Welternährungsgipfel, ein Anästhetikum für die Völker?

Gestern wurde in Rom der Welternährungsgipfel zelebriert und die einflussreichen Häupter der Erde stellten wie meist bei solchen Veranstaltungen Ihre Humanität und Sorge für die Leidende Menschheit dar. Mit atemberaubender Schnelligkeit verabschiedenten Sie schon am Abend eine Abschlusserklärung mit schönen Worten. Sie demonstrierten damit wie konzentriert und ernsthaft sie mit großer Effizienz die Probleme angehen und sich nicht Tagelang mit unnützen Überlegungen abgeben. Wie schon vor Jahren wurde vom Recht auf Nahrung und von der Halbierung der Zahl der Hungernden in der Welt gesprochen. Auch die Spenden der reicheren Länder flossen und mit Stolz wurde die Summe von 20 Milliarden genannt (für Rüstung werden zur  Zeit  1340 Millarden ausgegeben). Deutschland beteiligt sich mit 700 Millionen daran (Rüstungsausgaben 46,8 Millarden im Jahr 2008). Seit dem letzten Versprechen hat sich in der Tat schon einiges getan: Die Zahl der Hungernden hat sich enorm vervielfacht. Die Fernsehnationen der Wohlhabenden können sich beruhigt zurücklehnen in der Gewissheit, dass Ihre Finanzwelt, Regierungs- und Religionsvertreter doch noch menschliche Züge haben und trotzdem klug genug sind es bei Lippenbekenntnissen und unverbindlichen Apellen zu belassen und dabei nicht vergessen wie viele notleidenden Bänker es in der eigenen Heimat gibt. Allerdings gibt es Stimmen, die sich kritisch zu den viel zu hohen Ausgaben für Entwicklungshilfe äußern.

Jedenfalls haben die Nachrichten mal wieder deutlich gemacht, dass wir Deutschen und Christen auf der guten Seite stehen. Dies wurde unterstrichen durch die Tatsache welch anstößiges Benehmen ein Vertreter der islamischen Fakultät an den Tag legte.

Welternährungsgipfel

500 hübsche Italienerinnen für Gaddafi gesucht (Nachrichten in Die Welt)

(38)

16. November 2009, 08:27 Uhr

Während des Welternährungsgipfels der Vereinten Nationen, der heute in Rom beginnt, hat Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi ein abendliches Kontrastprogramm ganz nach seinem Geschmack angeordnet. Für insgesamt drei Gala-Abende suchte eine Agentur insgesamt 500 "hübsche Mädchen aus ganz Italien".(Die Welt)

Darüber kann man ruhig mal die Augen darüber verschließen dass unser Wohlstand zum Großteil darauf basiert, dass wir die Bodenschätze der Ärmsten für unser Wirtschaftswachstum ausplündern, Nutznießer billiger Arbeitskräfte sind und sie in Abhängigkeit halten. Dass die Wurzel davon im Missionseifer unserer  Kultur liegt, die zahlreiche Völker und Kulturen vernichtet hat (z.B. Indianer, Indios, Aboridginis, MaorisAfrikaner usw.). Dass unser Energieverbrauch, der für Klimawandel und Verwüstung großer Teile der Erde mitverantwortlich ist, in großem Ausmaß dazu dient dass wir überflüssiges Verpackungsmaterial und Müll produzieren und uns die Freiheit gibt zu Tausenden nach Malorca einzufallen um uns dort mit Bier und Fernseh abzufüllen.

Ist das Freiheit und Friedensfördernd?

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Lebensalltag
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Monday, 9. november 2009 1 09 /11 /Nov. /2009 23:47

Der Einfluss von Welt- und Menschenbild auf politische Entscheidungen
am Beispiel der Idee des Grundeinkommens

Verhalten und Entscheidungen eines Menschen sind maßgeblich mitbestimmt durch seinen Standpunkt und dem Menschenbild, das er für sich als richtig erkennt. Darüber hinaus wird auch das Maß seiner Freiheit davon abhängen, inwieweit er fähig ist einen eigenen Standpunkt einzunehmen und seinen Mitmenschen ebenfalls die Freiheit eines eigenen Standpunktes gewährt. Dazu gehört auch die Erkenntnis, das ein eigener Standpunkt nicht etwas statisches ist, sondern immer wieder neu anhand der gegebenen Umstände gefunden werden muss, sonst würde man Wachstum, Fortschritt und Entwicklung leugnen und ausschließen. Darüber hinaus benötigt man zur Bestimmung seines Standpunktes die Anschauung der Umgebung zur Orientierung. Stehe ich zum Beispiel an der Ostseite eines Hauses, so werde ich es entsprechend beschreiben und es ist in dem Moment für mich wahr. Jemand der an der Südseite steht, wird es entsprechend anders beschreiben. Bin ich frei, kann ich auch den Standpunkt des Anderen einnehmen und gewinne eine erweiterte Anschauung des Objektes und bin der Wirklichkeit etwas näher gekommen. Unfreiheit würde bedeuten, ich bin nicht einmal in der Lage mir zumindest in der Vorstellung die Beschreibung des Anderen anzuschauen und gerate unter Umständen in heftigen Streit um die Wahrheit. Der Idealfall wäre natürlich, beide könnten einen Standpunkt einnehmen, von dem aus das komplette Haus zu sehen wäre. Nun sind die Verhältnisse natürlich wesentlich komplizierter, wenn es sich nicht um konkrete, materielle Objekte, sondern um die großen Probleme des Mensch seins und der Gesellschaft handelt. Vor allem wenn man bedenkt, dass man für viele Bereiche auf die Beschreibungen von Fachleuten, oder Augenzeugen angewiesen ist. Hinzu kommt dann noch, dass es viele unehrliche Menschen gibt, die nicht ehrlich beschreiben, sondern bewusst Lügen und Meinungen machen, oder verschweigen, dass Ihre wissenschaftlichen Beweise nicht auf realer Erfahrung, sondern auf Spekulationen und Theorien beruhen.

Am Beispiel der heute viel diskutierten Idee des Grundeinkommens oder Bürgergeldes möchte ich in diesem Beitrag darstellen, wie Menschenbild und persönlicher Standpunkt maßgeblich für den Ausgang der eventuell umgesetzten Idee entscheidend sind. Die Idee des Grundeinkommens wird in allen Bevölkerungsschichten und politischen Parteien diskutiert und findet auch in allen Parteien sowohl Befürworter und Gegner.

Hier ein Ausschnitt von häufig gebrauchten Argumenten:

Pro

Kontra

Aus: http://www.globalincome.org/Deutsch/Grundeinkommen.html

Die Argumente für ein Grundeinkommen können in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die Werte für die das Grundeinkommen steht: Das Recht auf Leben, die Werthaftigkeit eines jeden Menschen, Freiheit, ehrlich teilen, Wertschätzung unbezahlter Arbeit, Freude an der Arbeit und Natur- und Umweltschutz.
Die sozialökonomischen Vorteile: Bessere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, Verringerung der Arbeitslosigkeit, weniger Arbeitsstress und weniger Ausfall durch Krankheit und Arbeitsuntauglichkeit.

1. Das Recht auf Leben
Ein Grundeinkommen gibt Menschen Existenzsicherheit. Es garantiert jeder und jedem ein Mindesteinkommen, das ausreicht, um leben zu können. Da ein Grundeinkommen bedingungslos ist, kommt niemand unter die Räder.

2. Freie Arbeitswahl, Motivation, Freude an der Arbeit
Im heutigen System für soziale Sicherheit haben Menschen eine Arbeits- und Bewerbungspflicht auf Strafe des Verlustes von Sozialleistungen. Ohne Einkommen können Menschen ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Bewerbungspflicht und Abhängigkeit von Erwerbsarbeit haben zur Folge, dass viele Menschen gegen ihren Willen arbeiten. Sie tun Arbeit, die sie lieber nicht tun würden, weil sie nicht zu ihren Fähigkeiten, ihrer Motivation oder ihren Ideen passt oder weil die Arbeitsbedingungen oder die Bezahlung schlecht sind. Durch ein Grundeinkommen können Menschen frei die Arbeit wählen, die wirklich zu ihnen passt. Das wird einen positiven Effekt auf die Arbeitsmotivation und die Freude an der Arbeit haben. Auch durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Verminderung von Arbeitsstress infolge der Einführung eines Grundeinkommens wird die Freude an der Arbeit zunehmen (siehe 3 und 4).

3. Freier Arbeitsmarkt, gerechte Einkommensverteilung, gute Arbeitsbedingungen, weniger Ausfall durch Krankheit und Arbeitsuntauglichkeit
Die Arbeits- und Bewerbungspflicht sorgt dafür, dass Arbeitnehmer eine schlechte Verhandlungsposition gegenüber Arbeitnehmern haben. Die freie Funktion des Arbeitsmarktes wird dadurch gestört. Durch die Einführung eines Grundeinkommens werden Arbeitnehmer gegenüber Arbeitgebern gestärkt. Das wird zu einer gerechteren Einkommensverteilung, besseren Arbeitsbedingungen und weniger Ausfall durch Krankheit und Arbeitsuntauglichkeit führen.

4. Eine bessere Verteilung von Arbeit und Einkommen, weniger Arbeitslosigkeit, Verringerung von Leistungsdruck
Im heutigen sozialen Sicherheitssystem, werden Leistungen gestoppt oder verringert, wenn jemand wieder arbeiten geht. Außerdem verursacht Erwerbsarbeit häufig extra Kosten wie Reisekosten oder Kosten für Kinderbetreuung, die nicht vollständig vergütet werden. Dadurch haben vor allem Arbeitnehmer am unteren Rand des Arbeitsmarktes finanziell wenig oder gar nichts davon, wenn sie wieder arbeiten gehen: Dies wird die Armutsfalle genannt. In einem sozialen Sicherungssystem mit Grundeinkommen wird es sich für die betroffenen Menschen durchaus lohnen, wieder arbeiten zu gehen. Ein Grundeinkommen macht dem irrsinnigen Gegensatz, den wir heute haben, ein Ende: Auf der einen Seite gibt es viele Arbeitslose, die gerne arbeiten wollen, während auf der anderen Seite für viele Menschen, die bezahlte Arbeit haben, der Leistungsdruck zu groß ist….mehr

Argumente von  Ronald Blaschke, Sprecher des Netzwerkes Grundeinkommen

 

..dass es viel Arbeit gibt, die nicht mehr gemacht würde, wenn es ein Grundeinkommen gäbe, weil der Mensch nun mal faul sei und sich in jede Hängematte legen würde, die man ihm aufbaut.
….dass bei den derzeitigen gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen möglicherweise zwar ein Grundeinkommen durchsetzbar sei, aber dieses so niedrig ausfallen würde, dass de facto eine weitere Verschlechterung für viele damit verbunden sei. Tatsächlich sind einige Modelle von liberaler oder konservativer Seite im Umlauf (z.B. Friedmann, Althaus), die einen solchen Verdacht nähren.
…dass ein bedingungsloses Grundeinkommen vor allem eine Subvention von Niedriglöhnen (also ein Kombilohn) sei und die Kosten für die soziale Sicherung vom Lohn der Arbeiter über Steuern abknappst und das Kapital bezuschusst. Somit würde ein Grundeinkommen nur die partikularen Interessen von Erwerbslosen und kleinen Selbstständigen fördern und somit einem breiten Bündnis mit den Lohnarbeitern im Weg stehen..
…von Anarchist/innen kategorisch abgelehnt, weil es eine "Forderung an den Staat" sei und deswegen abzulehnen, weil Staat an sich schon eine antiemanzipatorische Sache sei
.
…(Erwerbs-)Arbeit ist  unverzichtbar für gesellschaftliche Anerkennung und deswegen dürfte das Ziel eines "Rechts auf Arbeit" nicht aufgegeben werden…
siehe auch

Christoph Butterwegge
… Dass die unter dem Kontrolldruck ihrer ARGE (Arbeitsgemeinschaft von Bundesagentur für Arbeit und örtlicher Sozialbehörde) bzw. ihrer Optionskommune stehenden Bezieher/innen von Arbeitslosengeld II und ihre organisatorischen Netzwerke hierin eine Alternative zu bedürftigkeitsgeprüften Transferleistungen sehen, ist wenig verwunderlich. Viele vom patriarchalischen Wohlfahrtsstaat à la Bismarck enttäuschte Frauen wiederum hoffen, auf dem Weg über das Grundeinkommen ihre Abhängigkeit vom (Ehe-)Partner beenden und eine längst überfällige eigenständige soziale Sicherung erlangen zu können. Dass die Forderung nach dem Grundeinkommen in unterschiedlichen politischen Lagern (von der FDP über die CDU und die Bündnisgrünen bis zur Linkspartei) Resonanz findet, liegt vermutlich daran, dass es Gerechtigkeitsvorstellungen eines utopischen Sozialismus mit bürgerlichen Gleichheitsidealen und aus Sicht neoliberaler Ökonomen bewährten Funktionselementen der Marktökonomie verbindet….

…. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde den Sozialstaat aber nicht „vom Kopf auf die Füße stellen“ (Reinhard Loske, grüner Bundestagsabgeordneter), sondern ihm den Todesstoß versetzen. Denn er könnte die neben der Armutsbekämpfung für einen Wohlfahrtsstaat konstitutiven Funktionen der Lebensstandardsicherung im Falle sozialer Existenzrisiken (z.B. Krankheit, Invalidität und Arbeitslosigkeit) sowie des Ausgleichs zwischen Arm und Reich noch unzureichender als bisher oder – wenn die Sozialversicherungen zugunsten des Grundeinkommens entfallen, wie in den einflussreichsten Modellen vorgesehen – gar nicht mehr erfüllen.

Da nicht nur die Armut, sondern parallel dazu auch der Reichtum in einer früher unbekannten Weise wächst, ist die soziale Polarisierung neben der Prekarisierung das Kardinalproblem unserer Gesellschaft und vornehmlich mehr ausgleichende Gerechtigkeit nötig. Sowenig eine Kopfpauschale im Gesundheitssystem der unterschiedlichen finanziellen Leistungsfähigkeit von Krankenversicherten gerecht würde, sowenig eignet sich jedoch das Grundeinkommen, um die tiefe Wohlstandskluft in der Gesellschaft zu schließen. Letztlich würde es als Kombilohn für alle wirken. Weil das Existenzminimum seiner Bezieher/innen gesichert wäre, könnten diese noch schlechter entlohnte Jobs annehmen, wodurch den Unternehmen mehr preiswerte Arbeitskräfte zur Verfügung stünden und die Gewinne noch stärker steigen würden. …. Wenn (fast) alle bisherigen Transferleistungen in einem Grundeinkommen aufgingen, hätten Neoliberale ihr Ziel erreicht, das traditionsreiche Sozialversicherungssystem zu zerstören…
..hätten weder Unter- noch Mittelschichten die geringsten Vorteile zu erwarten, würde ihnen doch mehr „Eigenverantwortung“ zugemutet .. …Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen sinnvoll, finanzierbar und realisierbar ist, erscheint fraglich. Es dürfte kaum die Zustimmung einer Mehrheit der Bevölkerung finden, weil für sie die Bedürftigkeit seiner Empfänger/innen und die Frage eine Schlüsselrolle spielen, warum jemand in eine Notsituation geraten ist. Das nicht auf Erwerbsarbeit gegründete und „leistungslose“ Einkommen bleibt deshalb wohl eine Utopie…,
mehr

 

Die Argumentationen zeigen deutlich die unterschiedlichsten Blickwinkel, bei denen entweder allgemein menschliche Ideale, politische Ziele, Weltanschauungen, Parteizugehörigkeit, persönliche Ängste und Emotionen oder rein egoistischer Zweck den Ausgangspunkt bestimmen. Für die einen existiert ein Menschenbild, das Eigenverantwortung als Zumutung deklariert, für andere ist jegliche Regulierung durch den Staat ein Eingriff in die Freiheit. Manche Argumente beruhen auf der Annahme, dass der Mensch oder gewisse Gesellschaftsschichten faul oder raffgierig sind und nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche funktioniert. Andere gehen davon aus, dass der Mensch von Natur aus gerne arbeitet und kreativ ist und nur entsprechend äußere Bedingungen braucht. Die einen gehen davon aus, dass bei Einführung des Grundeinkommens die Menschen und Bedingungen sich erheblich bessern, die anderen, dass alles nur noch schlimmer wird und usw.

Real ist wohl, dass die Einführung eines Grundeinkommens ein Experiment und Wagnis ist und Niemand mit Gewissheit sagen kann, welche Konsequenzen und Möglichkeiten die Menschen ergreifen. Real ist aber auch, dass es dringend Zeit für neue Antworten auf die neuen Gesellschaftsbedingungen ist. Richtung und Ergebnis einer Unternehmung ist auch abhängig davon , welche Grundmotivation bei der  konkreten Ausarbeitung zur Einführung und Umsetzung einer Idee Pate steht. Außerdem von der bestmöglichen Erkenntnis der Bedingungen und Potentiale wie wirklichkeitsgetreues Menschenbild, Sachkompetenz in sozialen, pädagogischen, wirtschaftlichen und ökologischen Belangen. Zu berücksichtigen ist auch die Lernfähigkeit und Kreativität einen einmal in Gang gesetzten Prozess mit entsprechenden Maßnahmen zu begleiten.

Da im vorhergehenden Text schon mehrmals der Begriff Menschenbild auf geführt wurde, schließe ich auch noch einige Gedanken und Vorstellungen zum Thema Menschenbild an, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

Welt- und Menschenbilder

Zur Allgemeinbildung gehört das Wissen, dass der Mensch  außer seinem äußerlich sichtbaren Körper auch Gefühle und Gedanken hat. Man spricht auch oft von der Dreiheit von Körper Seele und Geist, wobei die Begriffe von Seele und Geist je nach Weltanschauung und Kontext, in dem die Begriffe benützt werden, durchaus eine unterschiedliche Bedeutung haben. Ein ganz wesentlicher Unterschied, der sich schon lange in der Menschheitsgeschichte durch philosophische  Auseinandersetzungen zieht, ist auf der einen Seite der materialistische Vorstellungsansatz, in dem auch die heutige Wissenschaft verankert ist. Dies bedeutet im praktischen, dass die Materie der Urgrund alles Seins ist. Für ein Menschenbild bedeutet dies, dass der Mensch sich entwickelt hat aus Materie, aus einfachen Grundsubstanzen (Molekülen), die immer komplizierter werdend und durch  gewisse physikalische Vorgänge zum leben erweckt wurden. Es entstanden einfache lebendige Organismen, die sich zu komplizierteren Pflanzen und Tieren auf immer höhere Stufe entwickelten und endlich aus Affen die höchst entwickelte Tiergattung, der Mensch entstand. Konsequent weitergedacht, bedeutet dies auch, dass Gefühle, sprich Psyche oder Seele und auch Gedanken nichts anderes als Produkte komplizierter materieller Vorgänge chemischer und elektrischer Art sind. Ehrlich weitergedacht, bedeutet dies, dass der Mensch einzig ein Produkt materieller Gesetzmäßigkeiten, die Ihre Verlängerung in Erbanlagen, Mutationen, biologisch- chemischen Reaktionen und daraus resultierenden, gesetzmäßig vorherbestimmbaren Gefühlen, Verhalten und Gedanken hat. Ein Beispiel für daraus resultierende wissenschaftliche Theorien ist die Evulutionslehre von Charles Darwin. Von einem unteren, materiellen, schreitet die Entwicklung weiter zu einem höheren, feinerem, abhängig von dem Gesetz, nach dem das Stärkere sich durchsetz und von zufällig entstehenden Mutationen, die neue Fähigkeiten und Funktionen entstehen lassen Sogenannte Sprünge in der Evolution. Konsequent gedacht, lässt ein solches Weltbild keinen Raum für Freiheit, denn auch der Mensch ist dadurch vollkommen Abhängig von materiellen Gesetzmäßigkeiten. Karl Marx war ausgesprochener Vertreter eines materialistischen Weltbildes und Grundlage des Kommunismus zur Bildung einer gerechteren Gesellschaft ist nicht die Freiheit, sondern die Umverteilung materieller Güter und Produktionsmittel.

Auf der anderen Seite steht der spirituelle Ansatz. Hier steht am Anfang der Geist, das höchste und feinste Prinzip, dass sich immer mehr verdichtet, bis hin zur materiellen Erscheinung und Manifestation. Für ein Menschenbild bedeutet dies, der Geist und geistige Gesetzmäßigkeiten bestimmen letztendlich, absteigend über das Seelische, die körperlichen, materiellen Bedingungen. Der griechische Philosoph Platon sprach zum Beispiel von einer Jenseitigen unsichtbaren Welt der Ideen, die ihre Spiegelung und Manifestation in der äußeren sichtbaren Welt haben. Ein gleichnißhaftes Bild dafür, ist zum Beispiel, das ein Haus ja zunächst entspringt in der Idee des Bauherrn, geplant, durchdacht  und als gezeichneter Plan vom Architekten umgesetzt. Dann erst wird es von den Maurern und Handwerkern aus konkreter Materie gebaut und steht dann als Haus vor uns. Die meisten Weltreligionen gehen von diesem spirituellen Ansatz aus und sprechen von Gott oder Schöpfer als geistiges Prinzip. Die katholische Kirche hat mit Konzielsbeschluss zur Zeit des heiligen Augustinius die Einheit von Körper, Seele und Geist des Menschen zerrissen, da Sie Ihm nur Körper und Seele zugesteht und den Geist als fernab vom Menschen in einen fernen Gott verlegt hat. Auch hier bleibt kein Platz für eine Freiheit, denn der Mensch wird dadurch entweder den materiellen Bedingungen oder der Gnade eines fernen Gottes ausgeliefert. Frei ist er nur im Geiste, jenseits der irdischen Dualitäten,  jenseits von gut und Böse. Da Ihm aber der Geist nicht eigen ist,  bleibt er zu Lebzeiten gefangen  in den irdischen Bedingungen. In letzter Konsequenz hat die Amtskirche damit den Menschen des Geistes und der Freiheit beraubt und damit dem  Materialismus ausgeliefert und im wesentlichen damit den Kapitalismus gefördert. Soziale Ungerechtigkeiten werden durch materielle Almosen gelindert.

Man kann das Menschenbild auch entwickeln, indem man den Menschen in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen ansiedelt. Er steht dann zwischen Geist und Materie, bzw. Himmel und Erde. Seine Seele hat dann Anteil sowohl an den irdischen, materiellen Gesetzmäßigkeiten, als auch an den geistigen, schöpferischen Kräften. Dieses Menschenbild kommt meines Erachtens auch der Wirklichkeit näher. Wie jedes irdische Lebewesen benötigt der Mensch Nahrung, er hat dies mit Pflanzen und Tieren gemein. Weil er eine Seele hat, fühlt er Hunger und den Trieb diesen Hunger zu stillen. Im Gegensatz zum Tier, ist er aber nicht gezwungen diesem Trieb  nachzugeben, er kann sich frei entscheiden, ob er diesem Trieb nachgeht, oder fastet (vorausgesetzt es ist Nahrung vorhanden, denn wenn nichts da ist hat er keine Wahl). Ein Tier kann das nicht, es muss fressen wenn Nahrung in diesem Moment vorhanden ist. Der Mensch hat auch die Möglichkeit sich gedanklich Bereichen hinzuwenden, die keine Veranlassung durch äußere oder innere Reize oder Gewohnheiten haben. Zugegebener Weise ist der Normalfall, dass ständig Gedanken in uns kreisen, die durch Sinneswahrnehmungen, Stimmungen, Wünsche usw. ausgelöst werden, aber man kann sich auch unabhängig davon vornehmen seine Gedanken bewusst auf dieses oder jenes zu lenken. Der Mensch kann auch etwas völlig neues erschaffen, denken wir nur an die vielen technischen und kulturellen Errungenschaften. Ein eindeutiger Beweis, dass der Mensch schöpferische Kräfte hat. Unabhängig davon ob es sinnvoll oder sinnlos, aufbauend oder zerstörerisch ist. Ob er es zu materiellen oder geistigen Zwecken nutzt.usw.  Kurz gesagt kann man einen Freiheitsbegriff wohl erst dann sinnvoll einführen, wenn der Mensch auch schöpferische Kräfte und eine Wahl unabhängig von den gegebenen Umständen hat. Freiheit im inneren Sinn ist sehr  individuell und kann auch unabhängig  von materiellen Bedingungen und sozialer Gerechtigkeit existieren, denn ob der Mensch arm oder reich, gesund oder krank ist, so hat er doch die Freiheit sich mental auf eine Ebene auszurichten, die unabhängig von den materiellen Umständen ist, oder auch sich ganz von der materiellen Problematik einfangen zu lassen. Im äußeren, materiellen, irdischen Leben wird er aber nie ganz frei und gerecht sein können, denn dieser Bereich ist doch immer auch begrenzt. So wird der Mensch zum Beispiel niemals unbegrenzt die Schätze der Erde ausbeuten können, denn die stehen einfach nur begrenzt zur Verfügung. Frei kann er aber darin sein, wie er die zur Verfügung stehenden Resorcen benutzt und verteilt und wie er auch das menschliche Leben untereinander mitgestaltet. Freiheit im Äußeren führt nicht notgedrungen zu mehr sozialer Gerechtigkeit und sozialere Verteilung von Gütern nicht notgedrungen zu innerer Freiheit.

Kommen wir zurück auf das Thema Grundeinkommen. Ein Grundeinkommen, ausgehend von einem einseitig materialistischem, darwinistischem Welt- und Menschenbild, wird zwangsweise kommunistische oder kapitalistische Züge tragen und an Bedingungen geknüpft sein oder so gering sein, dass es nicht wirklich zu Veränderungen führt, außer dass es nicht mehr Harz IV. genannt wird. Selbst wenn es höher als zur Zeit liegt könnte es höchstens zu mehr Konsum der Ärmeren und damit ein klein wenig zum viel Beschworenen Wirtschaftswachstum beitragen. Es wird unter Umständen bei genügender Höhe die Gemüter sozial Schwächerer vorrübergehend beruhigen und die Stärkeren in Ruhe ihre äußere Freiheit weiter ausbauen lassen. Ein Grundeinkommen ausgehend von einem Menschenbild, dass dem Menschen eine Anlage zu einem freien Ich und Schöpferkraft zubilligt, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er ein sehr komplexes Wesen ist, mit Anteilen von geistiger Freiheit und Ethik, aber auch mit gebundenen Anteilen an Trieben, Emotionen und materielle Gesetzmäßigkeiten, wird so gestaltet sein, dass es hoch genug ist um auch über die reine Grundsicherung von wohnen und essen hinaus eine Teilnahme am kulturellen Leben und Bildung ermöglicht. Es wir bedingungslos sein und das Empfinden der Anerkennung als freier Mensch transportieren. Es wird sich auch freihalten von überzogenen Erwartungen, in dem Bewusstsein, dass es dem Menschen ermöglicht freier von wirtschaftlichen Nöten das eigene schöpferische Potential zu entfalten, oder aber auch es verkümmern zu lassen. Darüber hinaus wird es parallel dazu auch neue Denkmodelle auf dem Gebiet der Bildung, Politik und Wirtschaft entwickeln müssen. Zum Beispiel die Abkopplung der Steuereinnahmen vom Arbeitslohn. Oder das Gleichsetzen der menschlichen Arbeit mit einer Ware.

© Gerhard Himmel

 

 

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Freiheit der Gedanken
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Saturday, 12. september 2009 6 12 /09 /Sept. /2009 11:16

Gedanken und Reflektionen kurz vor der Wahl

Jetzt ist ein weiterer Hinweis dafür aufgetaucht, das die Gutachten für die Sicherheit des vorgesehenen Atommüll- Endlagers schlichtweg geschönt waren. Die Wissenschaft hat festgestellt... Die meisten Menschen gehen wohl davon aus, das die Wissenschaft unabhängig und oblektiv der Forschung dient. Ja eigentlich ist Sie die neue Ersatzreligion, die vor allem auch auf dem Gesundheitssektor als heilige Inquisition auftritt, die alles verdammt und auszuschalten sucht was „Nicht wissenschaftlich bewiesen und erprobt ist.“. Vieleicht hat es ja mal eine Zeit gegeben, wo Forschen bedeutete neugierig nach einer Wahrheit zu suchen, doch in unserer Zeit ist sie längst in Abhängigkeit zu Wirtschaft und Politik geraten. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass Forschungsaufträge nicht mehr so formuliert werden, wie verhält sich dieses oder jenes, sondern bringen Sie wissenschaftliche Beweise für dieses oder jenes. Ich selbst habe es erlebt, als ich in einem Forschungslabor tätig war, wie dort der Auftrag kam nachzuweisen, das die Temperatur des Elbwassers durch die Einleitung von Kühlwasser aus dem Atomkraftwerk Krümel nicht so hoch ansteigt, dass der Lebensraum Elbe und der Fischbestand gefährdet wird. Nun man hat es wissenschaftlich sauber beweisen können, indem man die Temperaturerhöhung in Krümel gemessen hat, dann die Temperaturerhöhung an der Elbmündung. Das ganze geteilt durch zwei und schon hatte man den Durchschnittswert der Temperaturerhöhung, die tatsächlich nur geringfügig, ungefährlich war. Bloß, den Fischen, die in Krümel vorbeischwimmen ist der Durchschnittswert ziemlich gleich, denn Sie sterben in der hohen Temperatur, die dort herrscht. Unseren Enkeln wird es auch gleich sein, das damals die Politik entschieden hat, das die Lagerung in Gorleben sicher ist und die Wissenschaft sich dazu herabgelassen hat mit der Politik ins Bett zu steigen. Viele Atomkraftgegner sind zu den Zeiten, wo auch die sogenannten Grünen noch laut und außerparlamentarisch gegen Atomkraft protestiert haben, zusammengeschlagen worden und oder verhaftet worden. Die Katastrophe von Tschernobil hat dramatisch, aber nur kurzfristig die Frage nach der Atomkraft wieder aufgeworfen. Jetzt sind durch die neuen Enthüllungen wieder einige mehr aufgewacht und es gibt eine Petitionseingabe zum zügigen Ausstieg aus der Atomkraft, der schon von vielen unterzeichnet worden ist. Wer die Petition auch unterzeichnen möchte kann dies unter: http://www.campact.de/atom2/sn3/signer .

 

Die Frage ist aber viel mehr, wie lange wollen die Bürger eigentlich noch blauäugig den Versprechungen und Credos der Wissenschaft ungesehen glauben schenken und ihre Hoffnung auf diese oder jene Partei oder Regierung bauen? Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie ich als Jugendlicher meinen Eltern die Frage gestellt habe: „ Wie war das mit Hitler eigentlich möglich? Habt Ihr denn nichts gemerkt? Wäre Hitler ohne die Zustimmung großer Teile der Bevölkerung möglich gewesen? Werden unsere Enkel mal fragen: War es Euch wirklich egal, das wir uns jetzt mit Atommüll, aufgebrauchten Energie und Wasserresorcen, mit einem riesigen Schuldenberg und Klimakatastrophen rumschlagen müssen?

 

Jetzt ist Wahlkampf und die etablierten Parteien versprechen wieder einmal alles Mögliche und reiten vor allem auf der heiligen Kuh Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum herum. Reden von Steuersenkung für den Mittelstand, oder Schaffung von Arbeitsplätzen,die einen durch Milliardenivestitionen in marode Betriebe und Banken, die anderen durch Ausbau auf dem ökologischen Sektor. Wieder andere durch Reichensteuer und mehr Eingriff der Politik in die Wirtschaft. Niemand aber stellt sich der Wahrheit, das die gegenwärtigen Probleme nicht mit den alten, bekannten Instrumenten gelöst werden können und auch nicht der Wahrheit, das wir längst nicht mehr die freie, demokratische, soziale Gesellschaft sind, dessen Werte so vehement in afganistan verteidigt werden müssen. Die Politik ist Hoffnungslos abhängig von Wirtschaftsinteressen und die Wirtschaft von betriebsblinden staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft. Wer hat zum Beispiel Vorschläge, das Geld wieder das wird was es sein soll, nämlich ein Tauschwert für Ware und Dienstleistungen, die tatsächlich vorhanden sind? Es ist doch deshalb eingeführt worden, weil der ursprüngliche Tauschhandel völlig unpraktikabel für unsere Zivilisation geworden sind. Oder können Sie sich vorstellen, das der Autohändler mit seinen Autos auf den Markt geht und seinen Opel anteilig für ein Brot, Packung Nudeln, Kohlkopf, Rasierwasser usw. zum Tausch anbietet. Dazu taugt das Geld praktisch als symbolische Ware, die aber nur dann Ihren Wert behält, wenn hinter dem Geldwert ein tatsächlicher Gegenwert von Ware steht, was längst nicht mehr der Fall ist. Eine echte Ware verliert zum Beispiel mit der Zeit seinen Wert. Wenn Sie ein Auto kaufen, ist es mit der Zeit abgenutzt und immer weniger Wert. Wenn Sie Geld im Tresor Bunkern, anstatt es dem Wirtschaftsfluss durch Kauf oder Investition in eine Produktion stecken, bekommt es Zinsen und vermehrt sich. Nehmen wir einmal an, jemand erbt viel Geld, ist ein Geizkragen und bunkert sein Geld auf der Bank, nutzt es nicht um etwas Gemeinnütziges zu produzieren oder zu unterstrützen, dann wird es durch Zinsvermehrung mehr, statt sich abzunutzen. Wo bleibt da der reale Gegenwert? Meiner Meinung nach stimmt da etwas nicht.

Auf der anderen Seite, ist die Arbeitskraft des Menschen zu einer Ware geworden und direkt mit seiner Existenz verknüpft. Wenn ein Mensch seine Arbeitskraft verkauft, verkauft er damit seine ganze Person und seine Existenz ist davon abhängig. Er denkt damit er geht für sich selbst und seine Existenz arbeiten. Durch diese Abhängigkeit wird er Sklave für die vom Arbeitsmarkt angebotene Lohnarbeit. Menschenwürdiger wäre es aber, wenn die Arbeitskraft nicht eine Ware wäre, sondern eine zum Menschen gehörende Fähigkeit, die er aus freier Entscheidung aus einem echten sozialen Denken und Bedürfnis auch als Gabe zur Vermehrung der Gemeinschaftsgüter und Dienstleistungen einsetzen kann. Arbeit gibt es ja in Wirklichkeit genug und wird sicher auch nicht ausgehen, aber Lohnarbeit im klassischen Sinne gibt es nicht mehr so viel und wird es auch nicht mehr geben, denn viele Bedarfsgüter und Dienstleistungen werden von Maschinen und Robotern hergestellt.
Man sollte nicht die Auswirkungen unterschätzen, welche Gedanken der Mensch bei seinen Handlungen, seiner Arbeit oder im zusammenhang mit den Dingen und Begriffen hat. Denken wir einmal daran, das Tiere wie Schweine, Hühner, Fische, Rinder usw. als Wahre gedacht werden, wie sie inzwischen nur in Warenwert für die Nahrungsindustrie gedacht werden und kalt und aller menschlichkeit unwürdig gehalten werden. Wie ist das wenn die Arbeitskraft als Ware gedacht wird? Wenn die Fähigkeiten, Talente und erlerntes Können nichts weiter sind als eine Ware?

Rudolf Steiner regte an, die Existenzgrundlage des Menschen von der Lohnarbeit abzukoppeln und die Arbeitskraft des Menschen von der Vorstellung als Ware. Inzwischen ist der Gedanke eines Bedingungslosen Grundeinkommens, losgelöst von der Lohnarbeit oder anderen Bedingungen populärer geworden, auch bei Wirtschaftsexperten und Wissenschaftlern als realistisch umsetzbar oder sogar als erforderlich für das zukünftige Wirtschaftsleben angesehen.

Veränderung fängt im Kopf an und bei jedem selbst. Es wäre sicher eine Illusion zu glauben, dass eine Veränderung der äußeren Bedingungen allein, wie z.B. die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens, alle Probleme lösen könnte oder sich als nur segensreich auswirken würde. Wahre Freiheit ist unabhängig von äußeren Bedingungen und jeder der möchte, kann sich mit dem Gedanken durchdringen, dass er im Innersten ein Selbst trägt, dass Ihm mit allen Menschen gemeinsam ist, dass Ihn zu einem König macht, es Ihm ermöglicht eigene Werte zu entwickeln und sich gedanklich davon lösen, das seine Arbeitskraft eine Wahre ist und zwangsweise seine Existenz und sein Wert unmittelbar mit Lohnarbeit gekoppelt sein muß. Er kann auch aufräumen mit dem Gedanken, das er für sich arbeitet und stattdessen sein Bewusstsein damit durchdringen, das er in Wirklichkeit für andere arbeitet und alles was er an Ware oder Dienstleistung in Anspruch nimmt, den Ursprung hat in Arbeit, die Andere für Ihn geleistet haben. Mit Arbeit meine ich hier nicht Lohnarbeit, sondern jede Tätigkeit, sei sie mehr Mental oder Körperlich, bezahlt oder nicht bezahlt. Solche Gedanken kommen bei genauem Hinsehen der bestehen Wirklichkeit näher und werden den Willen zur Gestaltung der äußeren Realität beflügeln und zu mehr Sachlichkeit und Kompetenz führen, als ein passives hoffen auf politische Parteien, deren Blick durch Abhängikeit von Machtgelüsten und wirklichkeitsfremden, überholten Maximen getrübt ist.

von Gerhard - veröffentlicht in: Politik - Community: Friedensforum
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Sunday, 30. august 2009 7 30 /08 /Aug. /2009 11:11

 

Vom 14. - 20.9.2009 ist in Europa die Woche des Grundeinkommens. Das heißt in vielen Städten der Bundesrepublik  finden Veranstaltungen wie Theater, Vorträge, Kinderveranstaltungen, Informationsstände und andere Aktivitäten statt, die auf die Idee des Grundeinkommens aufmerksam machen und informieren wollen. Das ZDF berichtete in der Sendung Abenteuer Wissen am 19.8. über ein Dorf in Nanibia, in dem das Modell eines Bedingungslosen Grundeinkommens getestet wurde. Das heißt, jeder Einwohner des Ortes erhielt ein Grundeinkommen, unabhängig von seinem Alter oder finanziellen Status und ohne Forderung von Gegenleistung. Ziel der Studie war, zu untersuchen, ob mit diesem Modell Hunger und Armut bekämpft werden könnte und ob und wie sich die sozialen Bedingungen und Verhalten von den Empfängern eines Bedingungslosen Grundeinkommens entwickeln. (Der Film kann im Internst unter: http://www.forum-grundeinkommen.de/filme-bge/grundeinkommen-dorf-otjivero-nabibia angeschaut werden ). Auch der Spiegel berichtete darüber (DER SPIEGEL 33/2009 vom 10.08.2009, Seite 48
Autor: Dialika Krahe). Aber nicht nur als Modell für Afrika, sondern auch in Europa wird die Idee des Grundeinkommens immer populärer und wird von vielen Wirtschaftsexperten, Unternehmern und interessierten Bürgern diskutiert.Diejenigen, die bereits von dieser Idee begeistert sind, fragen sich, ob es am 27. September  zur Bundestagswahl die Möglichkeit gibt, Grundeinkommen zu wählen ob es Kandidaten oder Parteien gibt, die diese Idee vertreten. Diskutiert wird die Idee des Grundeinkommens in fast allen Parteien, mit verschiedenen Modellen der Umsetzung,was davon zeugt, dass es sich nicht um eine Utopie handelt, sondern um eine ernsthaft zu erwägende innovative Idee. In einigen Wahlkreisen stehen Parteiunabhängige Kandidaten zur Wahl, die das Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens vertreten, aber auch einige Kandidaten der etablierten Parteien sind Befürworter der Idee. Nähere Informationen dazu findet man im Internet auf verschiedenen Seiten unter dem Suchbegriff Grundeinkommen.
Viele, für die diese Idee neu ist, tun sie aber gleich als Spinnerei ab, oder zumindest als Illusion angesichts der bestehenden Finanzkriese und dem Gejammmer der Politiker, das es ja schon nicht zu bezahlen ist, wenn jetzt zum Beispiel nach den Tarifverhandlungen mit den Kindertagesmüttern diese etwas mehr Lohn bekommen. In der Tat muss natürlich gefragt werden, wie denn ein Bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren wäre. Interessant ist, dass bedeutende Wirtschaftsexperten, Wissenschaftler  und Führungskräfte der Finanzmärkte eindeutig zu dem Ergebnis kommen, dass es kein Problem der Finanzierung gebe, sondern das Problem eher im Umgang mit der neu entstandenen Freiheit und größeren Verantwortungsübernahme  liegt, die entsteht, sollte die Idee des  bedingungslosen Grundeinkommens verwirklicht werden. Ein spannender und sehr Informativer Film, über die Idee und Realisierung eines Bedingungslosen Grundeinkommens, der auf dem Modell von Götz Werner (Gründer der DM Marktkette) beruht, stellt das Thema aus verschiedenen Perspektiven von Altagsleben, Wirtschaft, Finanzpolitik usw. verständlich dar und ist sehr empfehlenswert für alle, die zum ersten Mal davon höhren, oder sich ein genaueres Bild von der Idee machen wollen. Im Rahmen der Woche des Grundeinkommens wird der 110 Minuten dauernde Film: Grundeinkommen am Freitag 18.Sept 2009 um 19.30 im Haus am Riedbaum in Sigmaringen vorgeführt, für alle die über die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens informieren möchten. Eintritt frei, Veranstalter: Gerhard Himmel 07571/7455943

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