Friedensbewegung

Dienstag, 27. oktober 2009 2 27 /10 /2009 14:46

Die Finanzkrise im Spiegel der Astrologie

Gegenwart und Prognose für  2010 / Gefährdung für den Frieden?

Der Astrologe Claude Weiss veröffentlichte im März 2008 einen Artikel über Saturn/Pluto Zyklen im Zusammenhang mit Börsenkursen und stellte fest, dass in den Phasen der Konjunktion bis Opposition die Kurse eher auf Gewinn gingen, von der Opposition bis zu nächsten Konjunktion eher auf Verluste (http://www.astrologieheute.ch/index.aspx?mySite=Artikel&ArtNr=931). Wir befinden uns zur Zeit tatsächlich in einer Phase, in der Saturn die Opposition zu Pluto hinter sich hat und auf ein Quadrat auf Pluto zuläuft. Auf jeden Fall kann am Verfolgen von Pluto/Saturn Zyklen in der Vergangenheit, das diese im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen stehen. Ebenso wie die Aspekte von Uranus und Saturn. Nun bin ich aber keineswegs der Meinung, dass die Gegenwärtige Krise durch irgendwelche astrologischen Aspekte verursacht ist und der Mensch es einfach hinnehmen muss, oder wie einige es handhaben und durch Beobachtung der Konstellationen dies ausnutzen um bei ihren Börsenspekulationen den Gewinn zu erhöhen. Die Krisen sind viel mehr verursacht durch die Menschen, die die schöpferische Freiheit und Gestaltungskraft ihres Mensch Seins aufgeben zu Gunsten eines passiven sich Treiben Lassen von Zeitströmungen und egoistischen Bestrebungen nach Macht und Besitz. Schon Paracelsus sagte: „ Die Sterne zwingen nicht, sie machen nur Geneigt“. Es spricht aber nicht für Weisheit, wenn man diese Neigung einfach ignoriert und die Tatsache leugnet, dass der Mensch mit seiner Seele auch in kosmische Verhältnisse eingebettet ist. Daher kann die tiefere Auseinandersetzung mit der Astrologie durchaus einen wertvollen Beitrag zu einem weisheitsvolleren Umgang mit den Menschheitsproblemen geben.

Uranus – Saturn Opposition

Von 2008 bis 2010 stehen sich Uranus und Saturn am Himmel gegenüber (Opposition) mit Höhepunkten (Exaktheit der Aspekte) im November 2008, Februar und September 2009, April und Juli 2010. Saturn in Jungfrau (traditionell Zeichen für Arbeit, Gesundheit, Ordnung, Vernunft, Wahrnehmung und Anpassung an Lebensbedingungen). Uranus in Fische, dem Zeichen von Visionen, Illusionen, Mystik, Auflösung, Erlösung, Täuschung, Geheimhaltung und Reinigung. Die Themen im Weltgeschehen sind Finanzkrise, Arbeitslosigkeit und Schweinegrippe. Von 1918 bis 1920 war ebenfalls Uranus-Saturn Opposition in Zeichen Löwe/Wassermann bis Jan 1919, dann übergehend in Fische/Jungfrau. Themen: Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Spanische Grippe. Bei der Opposition 1965 bis 1967 (Uranus in Jungfrau, Saturn in Fisch) standen Weltpolitisch Vietnamkrieg, Kulturrevolution in China im Vordergrund. In Deutschland Wirtschaftskrise (1966 Die Bonner Regierungskoalition zwischen CDU/CSU und FDP zerbricht an verschiedenen Ansichten zur Besserung der Finanzlage des Bundes, Feb 1967 Erste konzertierte Aktion zur Überwindung der Wirtschaftskrise unter Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD)).

 Das uranische Prinzip ist gekennzeichnet durch den Drang nach Befreiung von den dualen Prinzipien der Seins. Der Mensch ist mit seinen Emotionen gebunden an die Dualität von Sympathie und Antipathie, von Liebe und Hass, Freiheit und Unabhängigkeit usw. Das uranische Prinzip verleitet den Menschen dazu sich über diese Dualität zu stellen und sich bildlich gesprochen von der Erde zu entfernen, sich nicht auf die „niedere Ebene“ der dualen, emotionalen Lebenskämpfe einlassen. Er möchte herausgehoben und erhaben über den Bedingungen des irdischen Daseins strahlen, frei von allen irdischen Gesetzen und emotionalen Bindungen. Uranus repräsentiert in extremer Weise Fortschritt, Unabhängigkeit und Erkenntnis jenseits von Gut und Böse. Dem Uranus haften in starkem Maße jene Wesenszüge an, die in der Geisteswissenschaft dem Luzifer zugeordnet werden. Wir können den Uranus damit auch als luziferische Versuchung mit Erdflucht und Abspaltung von Gefühlen bezeichnen. ( Luzifer bei Rudolf Steiner  http://anthroposophie.byu.edu/aufsaetze/a101.pdf Treten nun Saturn und Uranus in Beziehung (Aspekt) zueinander, so stellt sich das Thema wie die miteinander scheinbar unvereinbaren Gegensätze von Gesetz, Gewissen, Erfahrung, Realität und Pflicht (Saturn) auf der einen Seite und Fortschritt, Freiheit, Entfernung von den  Dualen Bedingungen auf der anderen Seite in das Leben integriert werden können. Eine einseitige „entweder oder“ Lösung wird nur momentan eine Erleichterung bringen und mit Sicherheit die Reaktion und Verstärkung der anderen Seite auslösen. Ein Beispiel für die Wirkung von Uranus Opposition Saturn für die Allgemeinheit ist zum Beispiel die aktuelle Finanzkrise. Es sind aber nicht Uranus und Saturn Verursacher der Finanzkrise, sondern die unmittelbar beteiligten Menschen, die erhaben und abgespalten von der Realität und Verantwortung im Rausch der grenzenlosen Gewinnoptionen und frei von Verantwortung alles Maß der Saturn verloren haben. Auf der anderen Seite stehen die Verluste und Opfer der Bürger die jetzt die Einschränkungen des Saturns tragen. Eine Reaktion darauf ist der Ruf nach Gesetzen (Saturn) und staatlichen Maßnahmen zur Verhinderung künftiger wilder Spekulationen und schon wehrt der Uranus sich wieder auf der anderen Seite gegen eine Maßregelung durch Gesetze und droht mit Stillstand des Wirtschaftswachstums.

Saturn und Pluto

Pluto ist gekennzeichnet durch eine sehr starke, zielorientierte und fixierte Vorstellungskraft. Er bringt die Versuchung, sich emotional an alte, subjektive, durch Vererbung, Erziehung und kollektive Suggestionen erweckte Vorstellungen und Ideale zu Binden. Sinnfälliger weise fällt die Zeit seiner Entdeckung mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus zusammen. Alle Plutoaspekte konfrontieren in extremer Weise mit subjektiven und/oder  kollektiven Vorstellungen und offenbaren auch die starke Bindung daran. Man kann auch sagen, Plutoaspekte prüfen die Bereitschaft zur Wandlung. In den letzten Jahren lief Pluto durch das Zeichen Schütze, der mit Religion und Weltanschauung assoziiert ist und offenbarte durch die starke Präsenz von Fundamentalismus und Terrorismus das Zerstörerische des Pluteinflusses, wenn keine Bereitschaft zur Wandlung religiöser, weltanschaulicher Vorstellungen und Ideale besteht. Zurzeit (24.10. 2009) läuft der Saturn in ein Quadrat zu Pluto, während in Deutschland die Pläne für eine neue Regierungsperiode ausgearbeitet werden. Die Vorstellungen von Gesetzen und staatlichen Regelungen ( Pluto in Steinbock) werden mit der Wirklichkeit von Arbeitswelt und kulturellem Beziehungsleben ( Saturn im Übergang von Jungfrau zu Waage ) konfrontiert. In den Nachrichten erscheinen Meldungen über die Rücknahme von Plänen zur Sozial- und Finanzpolitik wegen der bestehenden Realen Krisenlage. Exakt wir das Quadrat am 15.11.2009, 31.1.2010 und 21.8.2010. Im Jahr 1973 war die vorhergehende Annäherungsquadratur des Saturn zum Pluto (Wikipedia: Im Jahr 1973 bestimmen die Ölkrise, die Watergate-Affäre, der Putsch in Chile und der Jom-Kippur-Krieg das Weltgeschehen ). Die Vorstellungen von Beziehungen, Harmonie, Diplomatie und Verhältnissen in der Allgemeinheit ( Pluto in Waage ) treffen auf die Realität der begrenzten Ressourcen von Mutter Erde (Saturn in Krebs, dem Zeichen des mütterlichen, nährenden Prinzips).

Vorausschau auf 2010, Gefährdung des sozialen und Weltfriedens

Wie ersichtlich, sind die kosmischen Spannungsaspekte zwischen Uranus-Saturn und Pluto-Saturn noch bis Ende 2010 wirksam und es steht damit zu erwarten, dass uns auch im Hinblick auf die Finanzkrise noch einiges erwartet. Ich denke dass es am Beginn des Jahres, wenn Pluto/Saturn exakt wird, noch eine große Pleite offenbart wird und der Konflikt sich verschärft. Pluto in Steinbock wird die Neigung bringen, sich an alte Vorstellungen von staatlicher Regelung zu klammern und Saturn in Waage durch Gesetze in das öffentliche Leben stark einzugreifen. Im Hinblick auf den Weltfrieden und sozialen Frieden im eigenen Land wird es entscheidend darauf ankommen, gerade nicht in den Grenzen alter Vorstellungen sich zu fixieren. Ein Festhalten an die alten Vorstellungen, dass Wirtschaftswachstum im alten Sinne, das heißt immer mehr Produktion von Konsumgütern ohne Rücksicht auf die Begrenztheit von Energie und Umweltressourcen, hieße die Realitäten (Saturn) zu missachten. Die Neigung nach Macht und Reichtum (Pluto) missbraucht die Gesetze (Saturn) gerne zur Durchsetzung egoistischer Interessen und vergisst die weise Seite des Saturn, von vernünftiger Begrenzung des Egos. Wenn mächtige Staaten die begrenzten Umweltressourcen jetzt für sich beanspruchen, führt dies immer stärker zu einem bedingungslosen Kampf, der schon längst begonnen hat.  Auch der soziale Frieden im eigenen Land wird gefährdet, denn mehr Produktion im Sinne von Quantität führt keineswegs zu mehr bezahlten Arbeitskräften wie immer behauptet wird. Wie wäre es mal mit der Idee Arbeit zu fördern,  die haufenweise vorhanden ist und keine Umweltressourcen frisst? Zum Beispiel mangelt es doch an genügend Lehrern, Krankenpflegern und an anderen Stellen im sozialen Bereich. Haben wir wirklich zu wenig Autos, Handys, Fernseher und allem möglichen elektronischem Schnick Schnack? Oder zu wenig Plastiktüten? Was es im Moment für die Umwelt heißt, Plasmafernseher zu produzieren ist nur ein Beispiel zum nachdenken. ( http://www.welt.de/wissenschaft/article2187154/Flachbildschirmproduktion_schaedigt_Atmosphaere.) Die Wirtschaft fördern kann man auch, indem man denjenigen mehr Kaufkraft zubilligt, die so am Existenzrand stehen, dass sie sich nicht einmal die Grundbedürfnisse wie qualitative Nahrung, Bildung und Kultur leisten können.

Ich denke die Probleme, die in einer dualen irdischen Existenz auftreten werden sich nie vollkommen lösen können, denn auf der dualen Ebene sind Freiheit und Gesetz, Armut und Reichtum, Ego und Gemeinschaft einfach Gegensätze, die sich immer wieder neu auspendeln müssen, aber der Mensch hat die Möglichkeit durch Bewusstwerdung und Entwicklung innerer menschlicher Werte die Realität gerechter und weisheitsvoller immer wieder neu zu erschaffen.

© Gerhard Himmel, 27.10.2009

von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Freiheit der Gedanken
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Mittwoch, 17. juni 2009 3 17 /06 /2009 15:34

Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen, ist ein Gedanke, der in vielen Menschen lebt und wenn der Gedanke eines Bedingungslosen Grundeinkommens geäußert wird, tun sich viele Menschen schwer mit der Idee, dass jemand etwas bekommen soll, ohne dafür etwas leisten zu müssen. Oft kommt der Einwand, Ich arbeite schwer dafür, damit ich einen Lohn bekomme. Davon zahle ich auch noch Steuern und warum sollen dann andere nicht für Ihren Lebensunterhalt arbeiten.

Dieses Argument ist verständlich und zeigt, dass derjenige der so argumentiert, denkt, er geht für sich arbeiten, damit er leben kann und andere sollen es gefälligst auch tun. Wir leben aber in einer Situation, in der scheinbar nicht genügend Arbeit für alle da ist. Stimmt das ? Und was ist eigentlich Arbeit? Schaut man einmal womit die meisten Menschen in unserer Gesellschaft den Begriff Arbeit und arbeiten verbinden, so fallen einige eigentümliche Widersprüchlichkeiten und Verwirrungen auf. So wird der Begriff Arbeit in der Regel für eine Tätigkeit gebraucht, für die man einen Lohn bekommt, die Lohnarbeit. Wenn wir Arbeit so sehen, würde es bedeuten, dass niemand arbeitet, der keine Vergütung dafür bekommt, dass heißt, eine Hausfrau und Mutter würde in dem Sinne nicht arbeiten. Auch ehrenamtlich Tätige arbeiten in diesem Sinne nicht, zahlen dafür auch keine Steuern. Auch ein Hobbygärtner arbeitet nicht, wenn er seinen Garten umgräbt. Aber Geld arbeitet! Ja tatsächlich, es wird ja sogar Werbung damit gemacht, dass Sie Ihr Geld für sich arbeiten lassen sollen. Geld ist sowieso der ideale Arbeiter, es liegt nur da und braucht auch nichts zu essen und doch schuftet es schwer. Ist es nicht eine Freude anzusehen, wie das Geld die Pflegebedürftige Mutter umbettet, oder mit dem Traktor das Feld pflügt? Ach so, dass ist natürlich Blödsinn, Geld arbeitet ja anders, aber Entschuldigung, in Wirklichkeit habe ich noch nie einen 10,00 € Schein etwas tun sehen. Bisher konnte ich Ihn nur dabei in Situationen beobachten wie z.B.: Ich nehme Ihn aus dem Geldbeutel, um Ihn der netten Kassiererin zu geben, für das Brot, dass Sie mir eingepackt und gereicht hat; dass von einem Bäcker gebacken wurde, dessen Zutaten von einem Feld stammen, dass ein Bauer bearbeitet hat usw... ---Danke übrigens für alle, die dafür gearbeitet haben----. Der 10,00 € Schein wird dann von der Kassiererin in die Kasse gelegt. Hat der jetzt gearbeitet? Bin heilfroh, dass er nicht auch noch zu essen dafür bekommt.

Ach ja, noch etwas fällt mir ein, wenn ich im Sinne der der gesellschaftlichen Vorstellung von Arbeit arbeite, bin ich eigentlich verdammt egoistisch, denn ich bin dann ein Arbeitnehmer, jemand der sich etwas nimmt, statt zu geben. Muss ich dann ein schlechtes Gewissen bekommen? Andererseits, als Harz4 Empfänger, der keine Arbeit nimmt, ist es auch wieder nicht recht und Gesellschaftsmoralisch wohl höherwertig, wenn ich um Arbeit bettle. Dann kann ich mich dankbar schätzen, wenn mir ein mildtätiger Arbeitgeber wenigstens einen 1,00 € Job gibt.

 

Ehrlich gesagt bin ich gar nicht zufrieden mit solch einer Definition von Arbeit. Denkt man den Begriff der Arbeit losgelöst vom Geld, fällt es leichter den Wert der Arbeit nach dem zu messen, welchen Wert sie für das soziale Gemeinschaftsleben hat und nicht danach wie viel Euro man dafür bekommt.

von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Friedensforum
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Dienstag, 5. mai 2009 2 05 /05 /2009 16:09

Gedanken zu den Ausschreitungen am 1. Mai 2009

 

aus Welt Online zum 1. Mai:

 

Angesichts der Brutalität, mit der die Randalierer vorgingen, werden die Forderungen nach einem härteren Durchgreifen des Staates lauter. Polizeigewerkschaft und Politiker sahen am Wochenende die Berliner Deeskalationsstrategie als gescheitert an und forderten, künftig wie in anderen Bundesländern auf „Null-Toleranz“ zu setzen. Zugleich geriet Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wegen seines missglückten Vergleiches von Randalieren und Sexualstraftätern unter Druck.

 

Die Demonstrationen zum 1. Mai zeigen einmal die ansteigende Spannung innerhalb unserer Gesellschaft, was Angesichts der steigenden Anzahl der unzufriedenen Menschen die durch die Finanzkrise in wirtschaftliche Not geraten nicht verwunderlich ist. Es stellt sich aber die Frage, was eine Demonstration bewirkt, vor allem wenn eine geringe Anzahl Teilnehmer dazu in der Lage ist, Eskalationen zu provozieren. Die Reaktion in der Öffentlichkeit ist der Ruf nach mehr staatlicher Gewalt und die Tendenz, alle Unzufriedenen, auch wenn sie friedlich demonstrieren, als potentiell gefährliche Randalierer zu bezeichnen. Der Gewinn liegt auf Seiten derjenigen, die bestehende Strukturen und Ihre Machtposition aufrecht erhalten wollen. Sie bekommen die Legitimation, mit staatlicher Gewalt die bestehenden Verhältnisse noch zu verschärfen. Zu positiven Änderungen an den sozialen Verhältnissen tragen Sie mit Sicherheit nicht bei, sondern versperren die Sicht auf neue Ideen.

 

Schaut man in die Talkshows und Diskussionsrunden der öffentlich rechtlichen Sender, werden die bestehenden und weiter Ansteigenden Sozialen Unruhen entweder bagatellisiert oder dramatisiert um sie als Argument für die eigene Parteipolitik zu nützen. Scheinbar neue Vorschläge speisen sich nach wie vor ausschließlich aus der Maxime: „wie können neue Arbeitsplätze geschaffen werden, oder bestehende erhalten bleiben?“ Es ist wie ein goldenes Kalb und niemand denkt mehr daran, dass das ursprüngliche Ziel aller modernen Erfindungen und Rationalisierungen ja gerade aus dem Wunsch des Menschen entsprang, sich harte Arbeit zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Produktion der zum angemessenen Lebensstandard benötigten Güter zu ersparen. Es war ursprünglich nicht das Ziel mehr Arbeit zu schaffen, sondern Arbeit zu erleichtern und zu verringern. Nun, auf vielen Gebieten der Produktion ist dieses Ziel erreicht, aber anstatt dies zu nutzen, die gewonnene Freizeit tatsächlich zur freien Aktivität zu gebrauchen und neue Ziele und Werte, z:B.: soziale und menschliche Werte zu Entwickeln, stehen wir unter der absurden Situation, dass einige wenige unter krank machender Belastung und ständig wachsendem Stress die verbliebene Arbeit erledigen und andere aus wirtschaftlicher Not oder dem Druck sich minderwertig zu fühlen krank werden. Immer wieder kann im Leben beobachtet werden, wie Menschen krank werden, wenn Sie ein erreichtes Ziel nicht sinnvoll nutzen können und keine neuen Ziele und Werte entwickeln. Die Familie die zerbricht, wenn das Häuschen fertig ist, wenn die Kinder groß geworden sind, das Rentenalter erreicht ist. Genauso wird eine Gesellschaft krank, die den ursprünglichen Sinn ihrer sozialen, technischen und wirtschaftlichen Bemühungen vergisst und keine neuen Werte entwickeln kann. Dann wird durch festhalten an alten Vorstellungen, die für eine vergangene Zeit durchaus sinnvoll waren, aus einer sozialen Marktwirtschaft ein unsoziales, ungerechtes Gebilde, aus einer Demokratie eine Sicherheitsverwahrung mit ständiger Überwachung und Kontrolle.

 

Wenn Opel-Mitarbeiter für Ihre Arbeitsplätze demonstrieren und die Politiker sich bemühen diese Arbeitsplätze mit alten Instrumentarien zu erhalten, setzen beide Ihre Energien für ein nicht mehr reales, nicht mehr Zukunft trächtiges Modell ein.

 

Was würde eigentlich passieren, wenn nicht mehr demonstriert und protestiert würde und die Zeit und Energie genutzt werden würde, neue Werte und Modelle zu kreieren, wie die Lebensgrundlage für alle gesichert werden kann, ohne dass dies unmittelbar davon abhängig ist, einen Arbeitsplatz zu haben? Güter werden heutzutage hauptsächlich von Maschinen und Computern hergestellt, ebenso einige Dienstleistungen (z.B.: Internetbanking). Warum sollen uns diese Techniken nicht die Arbeit abnehmen, damit wir mehr Freiheit für das haben, was uns am Herzen liegt. Dies setzt natürlich voraus, dass jeder auch die Möglichkeit hat ein Einkommen zu haben, dass unabhängig von bezahlter Arbeit ist. Gedanken und Modelle zur Inspiration existieren bereits. (z.B.: Grundeinkommen)

 

Bemerkenswert wäre auch, wie eine neue Art des Friedens kreiert werden könnte, indem Demonstration und Protest, die alleinig die Emotionen stärken, durch Entwicklung neuer Werte und Ihre Umsetzung durch andere legale Aktionen ersetzt werden könnten. So wird der Begriff Arbeit heute meist nur im Zusammenhang mit bezahlter Tätigkeit gedacht und erfüllt fast nur den Zweck der materiellen Absicherung, der Produktion von Gebrauchsgütern, der Gewinnmaximierung und dem Wirtschaftswachstum. Die Folge ist auf vielen Gebieten eine Überproduktion oder Produktion überflüssiger Dinge, die sich nicht wirklich jemand ernsthaft wünscht oder als unverzichtbar einstuft, nur damit die Wirtschaft wächst und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Haben Sie sich noch nie über abstruse Verpackungen geärgert, die Mengen an Müll produzieren, wertvolle Energie und Wasserressourcen verschwenden? Welches Ziel und welcher Sinn steht dahinter wenn der Bauer Nahrungsmittel produziert die Vernichtet werden, um den Preis stabil zu halten und gleichzeitig in anderen Gebieten Menschen verhungern?

Andererseits gibt es viele Tätigkeiten, die einen sozialen Sinn erfüllen, aber nicht bezahlt werden, nicht unmittelbar als Wirtschaftswachstum steigern und deshalb auch nicht mit dem Begriff Arbeitsplatz in Verbindung gedacht werden, wie zum Beispiel die Pflege von Familienangehörigen oder ehrenamtliche Tätigkeiten?

Statt Sicherung des Lebensminimums und Förderung des Wirtschaftswachstums kann als Ziel der Arbeit auch gedacht werden, dass Sie zur Förderung des freien Menschen wird, das kulturelle, soziale Miteinander und das eigene seelische Wachstum fördert, sowie die eigenen materiellen Bedürfnisse stillt, die über das natürliche Recht des Menschen auf seine Grundsicherung und Existenz hinausgehen.


Würde die Wirtschaft völlig zusammenbrechen, wenn zum Beispiel jemand eine Firma gründen würde mit dem Ziel Autos zu bauen, die ein schönes, die Sinne erfreuendes Aussehen haben, wenig Treibstoff verbrauchen und dem praktischen Zweck der bequemen Fortbewegung mit angemessener Geschwindigkeit zu dienen. Der darüber hinaus das Ziel verfolgt ein Arbeitsklima zu schaffen, das den Mitarbeitern Raum gibt Freude und Kreativität an der Arbeit zu entwickeln und natürlich auch soviel Geld erwirtschaftet, das er selbst und die Mitarbeiter einen angemessenen finanziellen Gewinn haben? Eine solche Firma wäre durchaus möglich, wenn der Unternehmer nicht auf Teufel komm raus auf Gewinnmaximierung geeicht wäre, sondern auch soziale Werte wertschätzen würde und Arbeiter finden könnte, die nicht aus wirtschaftlicher Not oder Druck durch ein Arbeitsamt, sondern aus freier Entscheidung Autos bauen möchten.

 

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen könnte eine Chance sein als praktikables soziales Modell und Boden auf dem sich mehr freie Individualität entwickeln kann.

Es bleiben die Fragen, wie entwickelt man durchsetzungskräftige Ziele, die nicht leere Wertbegriffe und Wünsche bleiben und welche legalen Aktivitäten jenseits von Protest und Demonstration sind zur Verwirklichung geeignet.

Zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit diesen Fragen möchte ich alle ernsthaft interessierten für einige Tage zu einem Friedensforum einladen.

Nähere Informationen hier klicken.

© Gerhard Himmel

 

 

von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Friedensforum
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Sonntag, 26. april 2009 7 26 /04 /2009 21:02

Gedanken zur Friedensarbeit, sozialer Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit

 

Einleitung

In diesem Artikel möchte ich darstellen, welche Friedenskonflikte Europa in unmittelbarer Zukunft bevorstehen, dass es auf keinen Fall zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen darf und dass es wichtig ist an Stelle von Protesten sich neue Lebensinhalte und Zukunftsperspektiven zu setzen.

Die gegenwärtige Finanzkrise hat in Ihren negativen Auswirkungen längst noch nicht ihren Höhepunkt erreicht und für viele Menschen, auch in den bisher reichen Ländern Mitteleuropas, wird es Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Not bedeuten. Dies ist auch den Regierenden bewusst und in Deutschland zum Beispiel wird daran gearbeitet, die Gesetze zur Bundeswehr so zu ändern, dass es leichter wird, die Bundeswehr auch bei inneren Krisen einzusetzen. Offiziell dient es der Sicherheit gegen terroristische Anschläge, insgeheim wird aber mit Unruhen durch unzufriedene Bevölkerungsgruppen gerechnet. Auch die Polizeikräfte werden schon geschult, wie gegen aufständische Arbeitslose vorgegangen werden kann. Der Staat hat die Aufgabe für sozialen Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen und wirtschaftliche und soziale Not seiner Bürger bestmöglich abzuwenden. Es nicht verwunderlich, dass er in weiser Voraussicht mit dem Unmut vieler in Not geratener rechnet, denn die zur Abwendung der Wirtschaftskrise zur Zeit propagierten Mittel, Steuergelder in ein längst überfälliges Wirtschaftssystem zu investieren kann wohl kaum dazu in der Lage sein die Not finanziell Schwächerer zu lindern und wird zu Recht auch als ungerecht empfunden. Ein Mensch, der Aufgrund von Misswirtschaft und Spekulation von Seiten der Finanzmanager seinen Arbeitsplatz verliert und mit ansehen muss, wie die gleichen Finanzmanager mit Steuerzuwendungen belohnt werden, er selbst aber im Falle einer Verschuldung mit aller Härte angegangen wird, hat natürlicherweise Grund sich zu ärgern. Noch hält sich dies in Grenzen, da doch stille Hoffnung besteht, der Staat wird schon wissen was er tut und den Versprechungen geglaubt wird, die getroffenen Maßnahmen kommen am Ende auch Ihm zugute und führen in alte Zeiten des Wirtschaftswunders zurück. Es steht aber zu erwarten, dass die Situation sich bis zum Herbst noch dramatisch verschärft und den sozialen Frieden gefährdet.

Ein weiterer existenter Krisenherd wird sich bis zum Herbst ausweiten, das Problem der afrikanischen Migranten. Auf Grund der Klimaveränderungen werden immer größere Gebiete Afrikas unbewohnbar, Hunger und Elend treiben die Bewohner in die wohlhabenderen Länder Europas. Italien stellt zur Zeit eine 30.000 Mann starkes Militärkontingent auf um Migranten abzuwehren.

Wie die aktuellen Demonstrationen zum Gipfeln zeigen, gibt es schon jetzt viele Menschen, die mit den Lösungsansätzen der Vaterländer nicht einverstanden sind und protestieren, teils friedlich, teils mit Gewalt.

 

Not und Existenzangst erhöhen die Gewaltbereitschaft

 

Untersuchungen der Friedensforschung belegen, dass Gewaltbereitschaft und soziale Unruhen mit Hunger, Armut und sozialer Not steigen. Ein Mensch, der seine Existenz gefährdet sieht bekommt es mit der Angst zu tun und sucht natürlicher weise einen Ausweg. Die Angst ist aber ein schlechter Ratgeber und wenn diese Emotion den Menschen beherrscht steigen Gewalt und Aggressionsbereitschaft. Der Alltag zeigt, dass die aus Angst geborene Aggression viele Gesichter hat und sich in der Regel durchaus nicht immer gegen den Verursacher richtet, sondern oftmals gegen Schwächere richtet oder auch durch geschickte Manipulation auf vermeintliche Feinde projiziert und von Mächtigen ausgenutzt wird. Es ließen sich viele Beispiele dafür anführen, wie Mobbing am Arbeitsplatz, Gewalt in der Familie, Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit oder denken wir an das 3. Reich und Nationalsozialismus. War da nicht auch eine Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit vorausgegangen? Die Nationalsozialisten haben schnell den Feind betitelt, die Wirtschaft durch Aufrüstung angekurbelt und durch Ideologie das angeschlagene Selbstbewusstsein der Deutschen aufgerichtet. Heute nicht mehr möglich?

Des weiteren zeigt das Leben, dass es nicht nur wirtschaftliche Nöte sind, die den Menschen in Existenznot bringen, sondern auch seelische, wie Isolation, Demütigung, Zwang, Geringschätzung usw. Was macht es zum Beispiel mit der Seele des Menschen, wenn er gegenwärtig sein muss, heimlich ausspioniert zu werden, Telefonüberwachung usw. weil er vielleicht als potenziell Terror Verdächtiger gilt (neues BKA Gesetz), oder bei Telekom oder Lidl arbeitet ( siehe die Verletzungen der Bürgerrechte und Datenschutzgesetze durch die Telekom und dem Lidlkonzern) ? Auch ist anzuerkennen, dass Not relativ ist und subjektiv empfunden wird. Ein hungernder Afrikaner wird wahrscheinlich die Existenzangst eines Europäers, der sich plötzlich seine Genüsse oder kulturellen Anregungen nicht mehr leisten kann, wenig verstehen. Für eine von Arbeitslosigkeit betroffene Mitteleuropäische Familie fühlt es sich aber durchaus bedrohlich an, wenn sie sich z.B. gewohnte Familienausflüge plötzlich nicht mehr leisten kann.

 

Gewaltlosigkeit

 

Warum aber sich nicht dagegen Auflehnen? Ist das nicht besser, als den Frust an Schwächeren auslassen? Sind die gegenwärtig politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen nicht doch Schuld an den Missständen?

Es geht mir als Betroffener nicht darum dafür zu plädieren, sich schweigend alles gefallen zu lassen und den berechtigten Unmut zu unterdrücken, noch geht es mir darum Schuldige zu suchen, sondern um Auseinandersetzung mit der Not der Zeit und neue gewaltlose Strategien zur Überwindung zu suchen.

Auflehnung und Protest gegen die herrschenden Bedingungen, würde den Erwartungen der Regierenden entgegenkommen und Ihnen die Rechtfertigung zum gewalttätigen Einschreiten geben. Die alten politischen Strukturen und Modelle würden verfestigt, bzw. noch ungünstiger verschärft. Selbst bei einem Sieg der Aufständischen im Sinne einer Revolution würden doch keine neuen, günstigeren, der Zeit angemessenen sozialen Modelle entstehen, sondern sich nur die Machtstrukturen ändern.

Angenommen es würden Ausschreitungen und lautstarke Proteste gegen die sozialen Missstände völlig unterbleiben und statt dessen die betroffenen Bürger Ihre Kraft dazu verwenden Veranstaltungen und Eingaben mit neuen, schöpferischen Gedanken zur Gestaltung des sozialen Zusammenlebens einbringen, dann wäre die Strategie der Aufrüstung und Polizeigewalt völlig sinnlos, die Polizeikräfte arbeitslos und die politisch Verantwortlichen bloßgestellt und kämen nicht so einfach davon. Sie würden ins Leere laufen und müssten sich wirklich etwas Neues einfallen lassen um Ihrer Verantwortung für die sozialen Bedingungen der Bürger gerecht zu werden.

 

Ein positives Beispiel zeigt eine Begebenheit im der Geschichte Gandhis. In der Zeit, als Indien noch eine Kolonie Englands war, lebte ein großer Teil der Bevölkerung Indiens vom Weben und Färben, verarmte aber vollständig, da die Einführung des englischen Tuches ihnen die Arbeit nahm. Statt zu Protesten aufzurufen oder mit Gewalt sich die benötigten Nahrungsmittel zu beschaffen, gab er den Rat, dass jeder Inder nur noch indisches Tuch trug. Die englischen Stoffe wurden boykottiert. England versuchte zwar durch Verurteilung Gandhis die Umsetzung dieser Idee zu verhindern, aber es konnte nicht wirklich gelingen, denn wie sollte man Menschen dazu zwingen, statt selbst gewebter Kleidung, englisches Tuch zu tragen, ohne sich als gewalttätiger Unterdrücker vor der Weltöffentlichkeit zu offenbaren. Niemand aus der Kampagne griff in irgend einer Weise die englischen Kolonialherren an oder gaben diesen Anlässe in irgend einer Weise ein gewaltsames Durchgreifen rechtfertigen zu können. Zwar gab es auf dem Weg zur Unabhängigkeit Indiens immer wieder ungerechtfertigte Übergriffe von Seiten Englands, mit harten Verlusten auf Seiten der Bevölkerung, aber gegen die konsequente Einhaltung der gewaltfreien Strategie, war es England unmöglich seine gewalttätigen Methoden auf Dauer moralisch zu rechtfertigen und durchzuhalten.

 

Das Beispiel zeigt deutlich, dass Gewaltfreiheit kein ängstliches kuschen ist, sondern ein mutiges Einstehen für eine Idee und das Aufzeigen von Ungerechtigkeit, ohne die eigen Interessen dem anderen gewaltsam aufzwingen, mit der Bereitschaft durch die letzten hilflosen gewalttätigen Gesten des Gegners auch Verluste und Schmerzen zu erleiden. Möglich wurde dies aber nur, weil es nicht nur um eine Ablehnung einer bestehenden Situation ging, sondern um ein klare, praktische Zukunftsvision die der Zeit angemessen war.

Auf die Verhältnisse der gegenwärtigen Situation in der westlichen Welt bezogen bedeutet dies, nicht einfach nur gegen Nato sein oder sonstige Einrichtungen und Gegebenheiten der sozialen und politischen Strukturen, sondern es bedarf konkreter Ziele, Gedanken und Vorstellungen, die einer zeitgemäßen Wirklichkeit entsprechen.

 

Neue schöpferische Gedanken zur sozialen Ordnung

 

Ein Blick auf die gegenwärtigen politischen Proteste und Auseinandersetzungen zeigt, dass viele Gruppierungen den Schwerpunkt ganz auf den Protest gegen etwas legen: gegen Nato, gegen Harz4, gegen Globalisierung usw., aber nur wenige auch Vorstellungen für etwas haben, ein konkretes Bild von einer günstigeren sozialen Ordnung. Bei den Gruppierungen, die auch konkretere Projekte und Zukunftsvorstellungen entwickeln möchten, liegt oft eine gewisse Hilflosigkeit vor, weil sie bei der Entwicklung Ihrer Vorstellungen doch auf alte, für unsere Zeit untaugliche Modelle zurückgreifen. Je nach Lager mehr kommunistisch, sozialistisch oder kapitalistisch, marktwirtschaftlich oder auch kirchlich karitativ.

Meines Erachtens erfordert aber die menschliche Entwicklung einen Schritt in eine ganz neue soziale Ordnung.

Aus Stammeskulturen und kleineren Königreichen haben sich größere Monarchien und Kaiserreiche gebildet. Die Monarchien wurden durch die Republiken als Staatsform abgelöst, demokratische oder diktatorische. In der gegenwärtigen Zeit sind in Europa und Amerika die demokratischen Staatsformen mit kapitalistischer Ausprägung und den Werten der freien Marktwirtschaft dominant. Vor noch kurzer Zeit spielte der Kommunismus und die soziale Marktwirtschaft eine größere Rolle. Entstanden sind die Begriffe und die damit verbundenen Vorstellungen von Kommunismus und Kapitalismus, freie oder soziale Marktwirtschaft aus der Situation, die sich aus der Industrialisierung ergeben haben. Jeder der aber auf die gegenwärtigen Verhältnisse schaut, wird doch zugeben müssen, dass es die „Arbeit“, mit den vielen an der Produktion von Wirtschaftsgütern Beschäftigten, in dem Masse und der Form wie zur Wirtschaftswunderzeit gar nicht mehr gibt und dass vermutlich auch in den ärmeren Ländern mit noch billigen Arbeitskräften in Zukunft der Mensch durch Computer immer mehr ersetzt wird. Das durch Bismarck in Deutschland eingeführte Kranken- und Sozialversicherungswesen war sicher ein großer Fortschritt, aber doch zugeschnitten auf seine Zeit. Trotzdem wird heute noch immer versucht, die sozialen Probleme mit den Modellen der Vergangenheit zu lösen, obwohl die Arbeit sicher neu definiert werden müsste und die damaligen sozialen Strukturen längst nicht mehr existieren. Die Ideen von Kommunismus, Kapitalismus usw. sind einmal neu entstanden. Warum sollen wir nicht den Mut haben neue Ideen jenseits von Kommunismus und Kapitalismus zu kreieren, auch wenn sie im ersten Moment utopisch erscheinen?

 

Eine solche zukunftstaugliche, praktische Vorstellung zu einer zeitgemäßen und damit auch zu verwirklichenden Vorstellung ist meines Erachtens die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens. Menschen, die nach gründlicher Erwägung und freier Entscheidung sich hinter diesen Gedanken stellen und Ihn konsequent und mit gewaltfreien Methoden vertreten, werden mit Sicherheit ein großes Kraftpotential freisetzen und größere Aussichten haben ihre Lebensqualität zu verbessern, als diejenigen, die sich durch die äußeren Bedingungen zu emotional aufgeladenen Gewaltaktionen provozieren lassen.

 

 

Methoden

 

Es bleibt noch die Frage nach der praktischen Umsetzung, damit ein solcher Gedanke auch in die Verwirklichung kommt. Damit neue Gedanken und Impulse auch die Kraft zur Verwirklichung haben, benötigen sie eine genügende, anziehende Ausstrahlung, eine wirkliche Authentizität. Authentizität und Kraft bekommen sie meiner Erfahrung nach, indem sie immer wieder nach allen Richtungen hin gründlich durchdacht und ganz konkret vorgestellt werden. Dazu gehört auch die Anerkennung, dass der Mensch nicht nur in einer physischen, materiellen Welt lebt, sondern auch in einer seelischen und geistigen Realität. Was bedeutet dies konkret zum Beispiel für die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens?

Stecke ich in wirtschaftlicher Bedrängnis, zum Beispiel als Sozialhilfeempfänger, entsteht der natürliche Wunsch nach einer Verbesserung und der Gedanke des Bedingungslosen Grundeinkommens könnte in mir Begeisterung auslösen: „ Genau, dass ist es, wenn ich einfach so ein Grundeinkommen hätte, das mir meinen Lebensunterhalt garantiert, ohne ständig diese oder jene Auflagen und bürokratischen Prozeduren erfüllen zu müssen, wären meine Probleme gelöst.“ Bliebe ich bei diesem Wusch stehen, so wäre es nur eine unrealistische Sehnsucht. Mehr Kraft würde der Gedanke schon bekommen, wenn ich mir ganz lebendig vorstelle, wie ich mein Leben gestalten werde, wenn ich ein Grundeinkommen hätte und mir auch Gedanken mache, wie die Idee so eingebracht werden kann, dass sie sich auch durchsetzen kann. Andere von der Idee überzeugen, nach dem Motto:“Gemeinsam sind wir stark.“ würde dem ganzen noch mehr Schubkraft geben. Es würde aber doch auf einer Ebene bleiben, die ganz aus einem egoistischen Standpunkt entspringt, wenn es auch mehrere Egoisten sind. Mit Sicherheit würde dies den Widerstand von Menschen hervorrufen, die in einer anderen Situation stehen, denn mit dieser alleinigen egoistischen Position könnte man überspitzt auch auf den Gedanken kommen, ich brauche mehr Geld, überfallen wir eine Bank. Anders sieht es aus, wenn ich auch die seelische Ebene mit einbeziehe. Eine gesunde Seele strebt nach Beziehung, Gemeinschaft und Entwicklung. Vom Standpunkt des Seelischen würde man auch den Mitmenschen sehen und den Gedanken des Bedingungslosen Grundeinkommens so durchdringen und die Vorstellung so gestalten, dass er zu einem Aufbau und Fortschritt für die Mitmenschen wird. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen nach einem Modell aus dieser Motivation durchdacht und gestaltet, würde denjenigen, die wohlhabend sind nichts wegnehmen und auch niemanden hindern zu arbeiten oder nach größerem Wohlstand zu streben, sondern im Gegenteil mehr Freiheit und Kreativität freisetzen. Wie anders wäre die Arbeit, wenn sie nicht aus wirtschaftlichem Zwang, sondern aus dem Wunsch nach Tätigkeit und oder mehr Wohlstand motiviert wäre? Eine Vorstellung, geboren aus einem Menschenbild, dass dem Menschen eine gesunde Seele mit dem Wunsch nach Entwicklung und echter Gemeinschaft zugesteht, mit dem Gedanken, ich möchte für einen seelischen Fortschritt und Aufbau für die Gemeinschaft arbeiten und dazu als ein Baustein für eine Grundsicherung aller eintreten, wird mehr Substanz und Ausstrahlung entwickeln, als ein alleiniges: „Ich will für mich eine Grundsicherung“.

 

 

Aus spiritueller Sicht

 

Spirituelle Lehrer wie zum Beispiel Heinz Grill und Rudolf Steiner betonen in Ihren Werken den Entwicklungsgedanken in der Menschwerdung, dass heißt, sowohl die Menschheit insgesamt, als auch der Einzelne trägt in sich eine Kraft, die ständig nach Wachstum, seelisch-geistiger Vervollkommnung und Freiheit drängt. In der Geisteswissenschaft wird dieser Prozess mit dem werden eines Ich oder auch Individuation benannt. Dies entspricht in etwa dem Begriff des Selbst oder Selbstwerdung im Yoga.

So wie der einzelne Mensch verschiedene Entwicklungsphasen von der Geburt bis zum reifen Menschen durchläuft, macht auch die Menschheit insgesamt Entwicklungsphasen, die mit den aufeinander folgenden Kulturepochen identisch sind, durch. Jede dieser Kulturepochen geht mit der Entwicklung neuer Fähigkeiten und Möglichkeiten einher, mit dem Ziel einer größer werdenden Freiheit und Verantwortung. Ein Kind ist noch abhängig von der Versorgung durch die Eltern und trägt wenig Verantwortung. Im Laufe der Entwicklung erwirbt es immer mehr Fähigkeiten und wächst zum Erwachsenen mit mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiraum. Die Menschheit war im Beginn noch ganz Abhängig von den Göttern oder Ihrem Schöpfer und entwickelt immer mehr eigene Schöpferkräfte, Freiheit und tritt damit immer mehr in eine Eigenverantwortung.

Das Leben zeigt, dass die Entwicklungsphasen eines Menschen durch allerlei Hindernisse wie Erziehungsfehler, Krankheiten und andere Hindernisse gestört sein kann und oder der Erwachsene nicht genügend Eigenaktivität und Verantwortung übernehmen will.

Genauso zeigen die verschiedenen Kulturepochen äußere oder selbst gemachte Hindernisse auf dem Weg zur Entwicklung von mehr Freiheit und Eigenverantwortung. Ein Zeichen für die gesunde Entwicklung eines Ich im Sinne des Yoga, ist die Fähigkeit sich selbst Ziele zu setzen. Eine empfehlenswerte Lektüre zum Thema spirituelle Zielsetzung, ist die Broschüre: „ Die geistige Bedeutung des Geldes. Die Entwicklung eines spirituellen Zielkonzeptes.“ von Heinz Grill, erschienen im Lammers-Koll-Verlag (www.lammers-koll-verlag.de).

 

Eine neue Art des Friedens

Ein sorgfältig ausgearbeitetes Konzept zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen, ausgehend von einer Zielsetzung:

a) spirituell: „es soll die Individuation des Menschen gefördert werden“

b) seelisch: ich möchte für einen seelischen Fortschritt und Aufbau für die Gemeinschaft arbeiten und dazu als ein Baustein für eine Grundsicherung aller eintreten“

c)materiell: „ich möchte meine Existenz durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen sichern, damit ich in Freiheit entscheiden kann, was ich als Arbeit für mich und meinen Luxus oder für das Gemeinwesen leisten will.“

Auf legale und gewaltlose Weise erkämpft, wäre meines Erachtens eine echte Alternative zu Protesten und ein Beitrag zu einer neuen Art des Friedens.

 

Gerhard Himmel


von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Friedensforum
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Samstag, 14. februar 2009 6 14 /02 /2009 20:11
Vom 6.2.- 8.2.2009 fand in München eine Friedenskonferenz als Gegenbewegung zur NATO Sicherheitskonferenz statt, mit den Referenten Jakob von Uexküll, Stockholm, Begründer des alternativen Friedensnbelpreis und World Futre Council, sowie Dr. Mary-Wynne Ashford, Ärztin, Autorin und Associate Professor an der University of Victoria, Kanada, Ex-Präsidentin der IPPNW und Professor Werner Ruf, lehrte Politik an der Uni Kassel, Friedensforscher. Als Moderator Hans Christoph von Sponeck, ehem. UNO-Koordinator für den Irak.
Ferner gab es ein Diskussionsforum mit den Referenten und eines mit geladenen Vertretern der SPD, FDP, der Grünen und der Linken.
Einige Punkte waren für mich besonders bemerkenswert.
1. Fast alle waren sich einig in der Einschätzung, dass die noch größeren Kriegsgefahren, als es der Nahostkrieg und die Problematik in Irak und Afganistan zur Zeit sind, unmittelbar vor der Tür stehen und hervorgerufen werden durch den Klimawandel, der schon jetzt Teile in der Welt, unbewohnbar machen durch Wassermangel und zu Flüchtlingsbewegungen führen. Insider wissen, das die Miltärs der reichen Nationen gerade jetzt aufrüsten mit Hinsicht auf die Eroberung und Verteidigung von Wasserressourcen und Abwehr von Flüchtlingen. Für Europa wird ein sehr großer Flüchtlingsansturm aus Nordafrika erwartet, der die jetzigen Probleme  weit in den Schatten stellen.
2. Interessant war auch die Weltkartendarstellung, die zeigte, dass besonders die Regionen der Welt besonders hart von der Klimawandlung betroffen sind, die zu den ärmeren rechnen und gerade nicht soviel zur Umweltverschmutzung beitragen.
3. Hoffnungsvoll waren unabhängige Statistiken, die aufzeigten, dass die Arbeit der zivilen Friedensarbeit in der Vergangenheit positive Früchte hervorgebracht hat, die zur Verringerung von Konfliktherden geführt hat.
4. Es gab viele Diskussionsbeiträge, die aufbauend, inspirierend , weiterführend und sachlich waren und so die rein polemischen und polarisierenden, ehr destruktiven Beiträge, begrenzen konnten.
5. Besonders beachtenswert fand ich die Feststellung von mehreren fachlich kompetenten und politsch aktiven Teilnehmern, dass die bisherigen Werte und Strukturen von Kapitalismus, Marktwirtschaft und Kommunismus keine tragenden Impulse mehr für eine hoffnungsvollere und friedlichere Zukunft geben können und die Zeit für einen Neubau, für die Schaffung neuer Strukturen und Zukunftsperspektiven reif ist, Sie selbst aber, trotz langjähriger Erfahrung und Auseinandersetzung noch ratlos vor dieser Anforderung stehen und auf der Suche nach neuen Impulsen sind.

von Gerhard - veröffentlicht in: Friedensbewegung - Community: Friedensforum
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